Biografie

Uwe Barschel

Der Jurist und CDU-Politiker war von 1982 bis 1987 Ministerpräsident von Schleswig-Holstein. Nach dem Wahlkampf gegen seinen SPD-Herausforderer Björn Engholm wurde ihm rechtswidriges Verhalten während der Wahlaktionen vorgeworfen. Kurze Zeit später wurde Uwe Barschel tot im Genfer Hotel "Beau Rivage" aufgefunden, was einen der rätselhaftesten Politkrimis im westlichen Nachkriegsdeutschland auslöste. Aus Zweifel an der Suizid-Version und auf Betreiben der Familie Barschel, hat die Lübecker Staatsanwaltschaft 1995 ein "Ermittlungsverfahren gegen Unbekannt" wegen Mordverdachts an Barschel eingeleitet. Die Ermittlungen wurden jedoch 1998 eingestellt...

Die Ministerpräsidenten der Bundesrepublik Deutschland
Uwe Barschel wurde am 13. Mai 1944 in Glienicke bei Berlin geboren.

Sein Vater war im Krieg gefallen. Die Mutter war als Näherin tätig und überließ so die Erziehung ihren Eltern. Barschel absolvierte sein Abitur in Geesthacht. Bereits 1960 wurde er Mitglied in der Jungen Union, zwei Jahre darauf folgte die Mitgliedschaft in der CDU. In den Jahren von 1964 bis 1967 und von 1969 bis 1971 studierte Barschel Rechtwissenschaft, Volkswirtschaft, Politologie und Pädagogik an der Kieler Universität. Bereits während seiner Studienzeit war er 1964/65 Abgeordneter im Kieler Studentenparlament und Landesvorsitzender des Ringes Politischer Studentenverbände. Von 1967 bis 1971 war Barschel Landesvorsitzender der Jungen Union.

Im Jahr 1968 legte Barschel seine erste Juristische Staatsprüfung ab. Es folgte von 1968 bis 1970 die Referendarzeit. 1969 wurde er zum Stellvertretenden Landesvorsitzenden der CDU von Schleswig-Holstein gewählt. 1970 promovierte Barschel zum Doktor der Rechte. Im Jahr darauf folgte die Große Juristische Staatsprüfung, und Barschel erlangte die Doktorwürde im Fach Philosophie. In den Jahren 1969 bis 1970 war er als Lehrbeauftragter an der Pädagogischen Hochschule Kiel tätig. In den Jahren 1970 bis 1974 war Barschel Abgeordneter im Kreistag im Herzogtum Lauenburg; bis zum Jahr 1972 war er zugleich Kreisrat.

Im Jahr 1971 wurde er Gerichtsassessor, im Anschluss daran arbeitete er als Rechtsanwalt und Notar. Am 7. Juli 1973 heiratete Freya von Bismarck. Gemeinsam wurden sie Eltern von vier Kindern. In der Zeit von 1971 bis 1973 war Barschel als Parlamentarischer Vertreter des Kultusministers und Regierungsbeauftragter für Jugend und Sport tätig. Anschließend übernahm er von 1973 bis 1979 den Vorsitz der CDU-Landtagsfraktion. In der Zeit von 1973 bis 1981 fungierte er als CDU-Kreisvorsitzender im Herzogtum Lauenburg. 1979 wurde Uwe Barschel Mitglied im Bundesrat. Ein Jahr darauf saß er als Abgeordneter in der Nordatlantischen Versammlung. Es folgte in den Jahren 1981 und 1982 der Vorsitz der Innenministerkonferenz.

Im Anschluss daran leitete er 1982/83 als Vorsitzender die Ministerkonferenz. In Schleswig-Holstein wurde Barschel am 1. Januar 1979 zum Finanzminister erhoben. Ab 1. Juli 1979 war er dann als Innenminister des Landes tätig. Ab dem 14. Oktober 1982 führte er Schleswig-Holstein als Ministerpräsident. Darüber hinaus war Barschel im Vorstand der Hermann-Ehlers-Stiftung tätig, er fungierte als Präsident der Stiftung Herzogtum Lauenburg und er war Landesvorsitzender des Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverbandes. Barschel veröffentlichte neben seiner politischen Tätigkeit zahlreiche Schriften zum öffentlichen Recht und zur politischen Wissenschaft.

So zählen unter anderem die folgenden Titel zu seinem Werk: "Kommentar zur Landessatzung für Schleswig-Holstein" (1976) und "Die Staatsqualität der deutschen Länder" (1981). Bei den Landtagswahlen von 1987 wurde Barschel rechtwidriges Verhalten vorgeworfen. Demnach soll er unter anderem seinen damaligen SPD-Herausforderer und Oppositionsführer Björn Engholm überwachen haben lassen. Außerdem soll er ihn anonym wegen angeblicher Steuerhinterziehung angezeigt haben. Zu den weiteren Beschuldigungen zählte auch die Verbreitung des Gerüchts, dass Engholm homosexuelle Kontakte gehabt habe und an AIDS erkrankt sei. Barschel wies die Vorwürfe öffentlich zurück.

Eine tragende Rolle in diesem politischen Intrigenspiel hatte auch Barschels Medienreferent Reiner Pfeiffer. Barschel trat am 2. Oktober 1987 vom Amt des Ministerpräsidenten zurück, denn die Vorwürfe ließen sich nicht entkräften. Kurz darauf reiste er nach Genf, um über die Angelegenheiten Informationen einzuholen. Uwe Barschel starb in der Nacht zum 11. Oktober 1987. Er wurde tot in einer Badewanne des Zimmers 317 im Genfer Hotel Beau Rivage gefunden. Als Todesursache stellte man Medikamentenvergiftung fest. Doch die genaueren Umstände seines Todes blieben bis heute ungeklärt. Die diesbezüglichen Theorien reichten von Selbstmord bis Mord.

Aus Zweifel an der Suizid-Version und auf Betreiben der Familie Barschel hat die Lübecker Staatsanwaltschaft 1995 ein "Ermittlungsverfahren gegen Unbekannt" wegen Mordsverdachts an Barschel eingeleitet. Die Ermittlungen wurden jedoch 1998 auf Anordnung der dem Landesjustizministerium unterstellten Generalstaatsanwaltschaft in Schleswig eingestellt.

Die Ministerpräsidenten der Bundesrepublik Deutschland

NameUwe Barschel

Geboren am13.05.1944

SternzeichenStier 21.04 - 21.05

GeburtsortGlienicke, Berlin (D).

Verstorben am11.10.1987

TodesortGenf (CH).