Biografie

Ulrich Mühe

Der Schauspieler und Erzähler stieg von der Theaterbühne kommend zu einem der profiliertesten Darsteller des deutschen Films auf. Nach seinem Studium an der Leipziger Theaterhochschule folgten Engagements am Deutschen Theater Berlin, bei den Salzburger Festspielen und am Burgtheater in Wien. Seine Glanzrolle als Stasihauptmann "Gerd Wiesler" in Florian Henckel von Donnersmarcks Film "Das Leben der Anderen" bescherte dem Werk 2006 den "Oscar" für den besten nicht englischsprachigen Film. In einzigartigem, sensiblem Spiel verkörperte der Charakterdarsteller den zerbrechlich sensiblen Verlierer mit derselben Leichtigkeit wie den heroischen Barbaren. Zu seinen erfolgreichsten Filmen zählen weiter "Schtonk!" (1991), "Das letzte U-Boot" (1993), "Peanuts" (1997), "Goebbels und Geduldig" (2000), "Im Schatten der Macht" (2002) und "Mein Führer – Die wirklich wahrste Wahrheit über Adolf Hitler" (2006)...
Friedrich Hans Ulrich Mühe wurde am 20. Juni 1953 in Grimma/Sachsen als Sohn eines Kürschnermeisters geboren.

Nach dem Schulabschluss in Grimma durchlief er eine Berufsausbildung mit Abitur als Baufacharbeiter. Seinen anschließenden Wehrdienst leistete er bei den Grenztruppen der DDR an der Berliner Mauer, den er wegen eines Magengeschwürs vorzeitig beenden musste. Von 1975 bis 1979 studierte Mühe an der Leipziger Theaterhochschule "Hans Otto" und spielte während der Ausbildung am Städtischen Theater von Karl-Marx-Stadt. 1979 erhielt er hier sein erstes Engagement. Er debütierte als "Lyngstrand" in "Die Frau am Meer". Der Ost-Berliner Regisseur Heiner Müller verpflichtete ihn darauf für seine "Macbeth"-Inszenierung, in der er ab 1982 an der Ost-Berliner Volksbühne zu sehen war.

Im Jahr 1983 wurde Mühe Mitglied des Ensembles des Deutschen Theaters in Ost-Berlin, wo er in Rollen wie "Das Leben ein Traum" (1985), in der Titelrolle von "Egmont" (1986) und Lessings "Philotas" (1988) sowie als Patriarch in "Nathan der Weise" (1988) zum Star des Ensembles avancierte. Unter dessen startete Ulrich Mühe auch eine Karriere beim Film. Nach der Dramaturgin Annegret Hahn war er in zweiter Ehe von 1984 bis 1990 mit der Schauspielerin Jenny Gröllmann verheiratet. Aus dieser Beziehung ging eine Tochter, die Schauspielerin Anna Maria Mühe hervor. Aus erster Ehe stammten bereits zwei Kinder.

Kurz nach seiner Scheidung heiratete er die Schauspielerin Susanne Lothar. 1995 und 1998 wurden die gemeinsamen Kinder Sophie Marie und Jakob geboren. Seit Beginn der 1980er Jahre arbeitete er auch für DDR-Film und Fernsehen. Bei der DEFA erhielt Mühe in dieser Zeit erste Nebenrollen. Den Durchbruch feierte er in Hermann Zschoches Hölderlin-Film "Hälfte des Lebens" (1984), in dem er die Rolle des Dichters und Hauslehrers innehatte. Internationale Aufmerksamkeit wurde Mühe mit Bernhard Wickis "Das Spinnennetz" (1989) nach Joseph Roths gleichnamigem Roman von 1923 zuteil.

Nach dem Zusammenbruch des SED-Staats 1989, setzte er sich als Schauspieler auch im Westen auf den Bühnen Berlins und Wiens sowie bei Film und Fernsehen durch. Mühe hatte wechselnde Theaterengagements, unter anderem 1990 bei den Salzburger Festspielen als "König Alphons" in "Die Jüdin von Toledo". 1991 entstand mit ihm in der Hauptrolle die DFF-Produktion "Der kleine Herr Friedemann" nach der Erzählung von Thomas Mann, und 1992 spielte Mühe in der WDR-Produktion die Hauptrolle in Fred Breinersdorfers Psychothriller "Das tödliche Auge".

Im Jahr 1996 glänzte Ulrich Mühe an der Seite von Traugott Buhre und Sonja Kirchberger in der Hauptrolle der Komödie "Peanuts - Die Bank zahlt alles". Die Kinoproduktion hatte die Ereignisse der Dr. Jürgen Schneider Immobilien-Pleite zum Gegenstand. Er spielte darauf in dem TV-Thriller "36 Stunden Angst". Als Gerichtspathologe "Dr. Robert Kolmaar" war er in der preisgekrönten ZDF-Serie "Der letzte Zeuge" (1998-2000; 2002) zu sehen. Seit Ende der 1990er Jahre widmete er sich wieder verstärkt der Bühne und spielte z. B. an der Wiener Burg den "Henri" in Yasmina Rezas "Drei Mal Leben". 1998 feierte seine Heiner-Müller-Inszenierung "Im Auftrag" bei den Wiener Festwochen Premiere.

Im Jahr 2000 verkörperte er in der TV-Verwechslungskomödie "Goebbels und Geduldig" den Propagandaministers Josef Goebbels. Auf dem Höhepunkt seiner Karriere spielte Ulrich Mühe 2004 den Stasihauptmann "Gerd Wiesler" in Florian Henckel von Donnersmarcks Film "Das Leben der Anderen", der 2007 den "Oscar" als bester fremdsprachiger Film erhielt. Mühe wurde für diese Rolle weiter mit dem Deutschen Filmpreis 2006 als bester Hauptdarsteller und dem Europäischen Filmpreis 2006 als bester Darsteller sowie mit der Goldenen Henne ausgezeichnet. Für die Kinoproduktion "Mein Führer - Die wirklich wahrste Wahrheit über Adolf Hitler" (2006) stand er zum letzten Mal vor der Kamera.

Ulrich Mühe starb am 22. Juli 2007 in Walbeck, Landkreis Börde, an den Folgen seines Krebsleidens.
1984 - Die Poggenpuhls

1984 - Hälfte des Lebens

1986 - Das Buschgespenst

1987 - Sansibar oder der letzte Grund

1988 - Späte Ankunft

1988 - Polizeiruf 110, Folge 124: Flüssige Waffe (TV-Serie)

1989 - Das Spinnennetz

1989 - Die gläserne Fackel

1989 - Hard Days – Hard Nights

1989 - Sehnsucht

1990 - Der kleine Herr Friedemann

1991 - Schtonk!

1991 - Ende der Unschuld

1991 - Heiße Diamanten aus der Serie Zwei Supertypen in Miami

1992 - Das tödliche Auge

1992 - Benny's Video

1992 - Wehner – die unerzählte Geschichte

1993 - Das letzte U-Boot

1995 - Nikolaikirche

1995 - Tödliches Schweigen

1996 - Rennschwein Rudi Rüssel

1996 - Das Schloss

1997 - Peanuts – die Bank zahlt alles

1997 - Sieben Monde

1997 - Funny Games

1997 - Der Blaue

1997 - Todesengel

1998 - Straight Shooter

1998 - Feuerreiter

1998 - Der letzte Zeuge (ZDF)

1999 - Einfach raus

2000 - Goebbels und Geduldig

2002 - Im Schatten der Macht

2002 - Der Stellvertreter

2002 - Hunger auf Leben

2003 - Alles Samba

2003 - Spy Sorge (Japan)

2004 - Hamlet X

2005 - Schneeland

2006 - Das Leben der Anderen

2006 - Peer Gynt

2007 - Mein Führer – Die wirklich wahrste Wahrheit über Adolf Hitler
"Der kleine Prinz" von Antoine de Saint-Exupéry

"Wind Sand und Sterne" von Antoine de Saint-Exupéry

"Der Südkurier" von Antoine de Saint-Exupéry"

"Helden wie wir" von Thomas Brussig

"Das kalte Herz" von Wilhelm Hauff

"Adler und Engel" von Juli Zeh

"Einen Dichter denken – Laut"

"Ich bin eine Welt" , Georg Trakl

"Ein Monat in Dachau"

"Die Weise von Liebe und Tod des Cornets Christoph Rilke"

"Von allem Anfang an", Christoph Hein

"Reise gegen den Wind"

"Liebesbriefe"

"Die Katze, die immer nur ihre eigenen Wege ging"
1989
Bayerischer Filmpreis

1990
Deutscher Darstellerpreis – Chaplin-Schuh des Bundesverbandes der Fernseh- und Filmregisseure in Deutschland e.V.

1991
Gertrud-Eysoldt-Ring

1992
Bambi

1994
Kainz-Medaille

1998
Deutscher Fernsehpreis
2005
Bayerischer Filmpreis

2005
Deutscher Fernsehpreis

2006
Deutscher Filmpreis

2006
Bernhard-Wicki-Filmpreis

2006
Goldene Henne

2006
Europäischer Filmpreis

2007
Ehrenbürgerschaft der Stadt Grimma

NameUlrich Mühe

Geboren am20.06.1953

SternzeichenZwillinge 22.05. - 21.06

GeburtsortGrimma, Sachsen (D).

Verstorben am22.07.2007

Todesort Walbeck, Börde (D).