Biografie

Stanislaw Tillich

Der deutsche Politiker stellt seit 2008 den Ministerpräsidenten des Freistaats Sachsen. Davor verdiente er sich ab 2004 als Staatsminister und Chef der Staatskanzlei, ab 2004 als Sächsischer Staatsminister für Umwelt und Landwirtschaft, ab 2007 als Staatsminister der Finanzen. Nach dem Ministerpräsident Georg Milbradt durch Missmanagement bei der landeseigenen Sachsen LB und privater Geschäfte in die Kritik geraten war, wurde Stanislaw Tillich zu dessen Nachfolger gewählt. Seinen politischen Durchbruch markierte 1999 die Berufung von Kurt Biedenkopf in dessen Kabinett, wo er bis 2002 als Staatsminister für Bundes- und Europaangelegenheiten tätig war…

Die Ministerpräsidenten der Bundesrepublik Deutschland
Stanislaw Tillich wurde am 10. April 1959 in Neudörfel, Bautzen geboren.

Aufgewachsen ist er in bürgerlichen Verhältnissen als Sohn einer sorbischen Familie katholischen Glaubens. Der Vater war leitender SED-Funktionär in Panschwitz-Kuckau und engagierte sich im Dachverband der sorbischen Vereine und Vereinigungen. Nach Abschluss der Schule mit Abitur 1977 in Bautzen, leistete er seinen Grundwehrdienst bei den Grenztruppen der DDR. Im Anschluss studierte Tillich an der Technischen Universität Dresden Konstruktion und Getriebetechnik. 1984 schloss er eine Ausbildung als Diplomingenieur ab. Im selben Jahr erhielt er eine Anstellung als Konstrukteur in einem Elektronikunternehmen in Kamenz.

Vom Oktober 1987 bis zum Mai 1989 war er Angestellter des Rates des Kreises Kamenz. Ab Mai 1989 verdiente er sich als Stellvertreter des Vorsitzenden des Rates. Dabei war er zuständig für den Bereich Handel und Versorgung. In Potsdam-Babelsberg hatte er vom 2. Januar bis zum 10. März 1989 an einem Lehrgang der Akademie für Staats- und Rechtswissenschaft der SED teilgenommen. Nach der Einheit Deutschlands 1989 wurde Tillich bis 1995 als Unternehmer tätig. Am 18. März 1990 wurde er Abgeordneter der ersten frei gewählten Volkskammer. Nach deren Auflösung im Zuge der deutschen Wiedervereinigung arbeitete er bis 1994 als Beobachter im Europäischen Parlament.

Im 4. Europäischen Parlament von 1994 bis 1999 war Tillich gewähltes Mitglied für Deutschland und fungierte als stellvertretender Vorsitzender des Haushaltsausschusses und Generalberichterstatter für den Haushalt der Europäischen Union. Von 1992 bis 1999 war er Mitglied des EVP-Vorstandes. 1999 berief ihn der Ministerpräsident von Sachsen, Kurt Biedenkopf, in dessen Kabinett, wo er bis 2002 Staatsminister für Bundes- und Europaangelegenheiten war. Im Kabinett des 2002 zum Ministerpräsidenten gewählten Georg Milbradt arbeitete er bis 2004 als Staatsminister und Chef der Staatskanzlei und ab 2004 als Sächsischer Staatsminister für Umwelt und Landwirtschaft.

Im Sächsischen Landtag vertrat Tillich ab 2004 den Wahlkreis Kamenz 2. Im Jahr 2007 wurde er sächsischer Staatsminister der Finanzen und Nachfolger des wegen der Krise der sächsischen Landesbank zurückgetretenen Horst Metz, und führte die Verhandlungen um die angeschlagene Sachsen LB an der Seite von Milbradt. Nachdem Milbradt durch Missmanagement bei der landeseigenen Sachsen LB und privater Geschäfte in die Kritik geraten war, schlug er Tillich am 14. April 2008 in seiner Rücktrittserklärung als Nachfolger für das Ministerpräsidentenamt und den Landesparteivorsitz vor. Am 24. Mai 2008 wurde er auf einem Parteitag zum Landesvorsitzenden der sächsischen CDU gewählt, am 28. Mai folgte die Wahl zum Ministerpräsidenten des Freistaats Sachsen.

Privat lebt Stanislaw Tillich in Panschwitz-Kuckau. Er ist verheiratet und hat zwei Kinder.


Die Ministerpräsidenten der Bundesrepublik Deutschland

NameStanislaw Tillich

Geboren am10.04.1959

SternzeichenWidder 21.03 - 20.04

GeburtsortNeudörfel, Bautzen (D).