Biografie

Katharina II. (Russland)

Die in Deutschland geborene Regentin war ab 1762 Zarin des Russischen Reiches und Herzogin von Schleswig-Holstein-Gottorf. Katharina die Große avancierte dabei zur bedeutendsten Kaiserin Russlands. Unter ihrem Einfluss entwickelte sich Russland zur Großmacht und ihr Hof in Sankt Petersburg zum kulturellen Zentrum. In ihrer Regentschaft hatte Katharina II. maßgeblichen Einfluss auf die wirtschaftliche Entwicklung Russlands. Sie gründete Volksschulen und Gymnasien, errichtete Hospitäler und verbesserte die Infrastruktur. Zu ihren herausragendsten Neuerungen in der russischen Innenpolitik gehörten die Reorganisation der Zentralbehörden und der lokalen Verwaltung. Auch die Schönheit St. Petersburgs ist zu großen Teilen ihr zu verdanken. Im Gegenzug verschärfte sie die Leibeigenschaft und stärkte die Privilegien des Adels, was zu massiven Unruhen führte. Der Machtanspruch und die Kriegslust Katharinas II. der Großen wurden ebenso legendär wie ihre Fleischeslust...
Sophie Friederike Auguste Prinzessin von Anhalt-Zerbst wurde am 2. Mai 1729 als älteste Tochter des preußischen Generals, Fürst Christian August von Anhalt-Zerbst, und der Prinzessin Johanna Elisabeth von Holstein-Gottorp in Stettin, Pommern geboren.

Dem Fürstentum ihrer Abstammung wurde keine größere Bedeutung beigemessen. Ihr Vater war in seiner Funktion als General und Militärgouverneur des Königs von Preußen in Stettin. 1744 wurden die Fürstin von Anhalt-Zerbst und ihre Tochter Sophie von Zarin Elisabeth Petrowna (1709-1762) nach Russland eingeladen. Sophie war als Braut für den Neffen der Zarin, Peter Ulrich Herzog von Holstein-Gottorp, vorgesehen. Peter war der Sohn von Herzog Karl Friedrich von Holstein-Gottorp und Anna Petrowna, der Tochter des russischen Zaren Peter I. der Große (1672-1725). Da die Zarin Elisabeth selbst kinderlos war, rief sie im Jahr 1742 ihren damals 14jährigen Neffen Peter als Thronfolger nach Russland. Bei der Ankunft in Russland war Sophie 15jährig, ihr zukünftiger Gemahl 16. Im Gegensatz zu der reif und vernünftig wirkenden Sophie war Peter sehr kindlich und zeigte mehr Interesse an Spielzeug als an seinen künftigen Regierungsaufgaben. Sophie hingegen zeigte großen Fleiß, lernte schnell die russische Sprache und trat zum orthodoxen Glauben über, was Voraussetzung für eine Eheschließung war.

Mit ihrem Glaubensübertritt erhielt sie den Namen Katharina Alexejewna. Am 28. August 1745 erfolgte die Eheschließung der 16jährigen Katharina mit dem 17jährigen Peter. Die folgenden Jahre der Ehe waren von den Launen und der Bösartigkeit des Großfürsten geprägt, beide flüchteten sich in Affären. 1752 beging Katharina eine Liebschaft mit dem Diplomaten Sergej Saltykow, zwei Jahre später wurde der spätere Zar Paul I. (1754-1801) geboren. Es kann davon ausgegangen werden, dass er aus der Beziehung zu Saltykow stammt. 1957 brachte Katharina eine Tochter namens Anna zur Welt, die aus der Beziehung zu dem Polen Stanislaus August Poniatowski stammte. Sie starb bereits im Alter von zwei Jahren. Auch Großfürst Peter machte aus seinen Liebschaften kein Geheimnis, er führte eine Beziehung zu der zehn Jahre jüngeren Elisabeth Romanowna Woronzow. Während des "Siebenjährigen Krieges", der von 1756 bis 1763 andauerte, in dem Russland an der Seite Österreichs gegen preußische Truppen kämpfte, zeigte Peter offen seine Begeisterung und Schwärmerei für den Feind Friedrich II. - ob aus reiner Oppositionslust oder mangelndem politischen Verständnis ist nicht bekannt. Nach dem Tod der Zarin Elisabeth Petrowna am 3. Januar 1762 wurde Peter, nun Zar Peter III., zu ihren Nachfolger ausgerufen. Sein politisches Ziel lag darin, den Kurs der Außenpolitik Russlands scharf abzuändern.

Er befehligte den Sonderfrieden mit Preußen und leitete ein umfangreiches Reformprogramm ein, welches den Zorn der Konservativen des Landes auf sich zog. Gemeinsam mit seiner Geliebten Elisabeth Woronzow strebte er eine Expedition in seine holsteinische Heimat an, um einen Krieg gegen Dänemark anzuzetteln. Nur wenige Monate nach der Machtübernahme durch Peter III. wurde er durch eine von seiner Gemahlin initiierte Palastrevolution gestürzt. Mit der Unterstützung einiger Garderegimenter, in denen auch die Gebrüder Orlow dienten, gelang der Putsch und Katharina II. wurde am 28. Juni 1762 zur regierenden Kaiserin berufen. Am 6. Juli 1762 wurde der gefangengehaltene Peter III. durch den Offizier Alexeij Orlow erdrosselt. Obwohl der Verdacht der Auftragserteilung auf Katharina II. lag, konnte dies nie belegt werden. Die offizielle Krönung Katharinas zur Zarin Katharina II. erfolgte am 23. September 1762 in der Himmelfahrtskathedrale in Moskau. Bereits wenige Monate nach ihrer Machtübernahme ermöglichte sie einigen tausend deutschen Bauern die Ansiedlung an der Wolga und versprach ihnen Steuer- und Religionsfreiheit sowie die freie Verfügung über ihr Land. Mittels ihrer Macht erzwang sie 1764 die Ernennung Stanislaus Poniatowskis, dem Vater ihrer Tochter, zum König von Polen.

Die Zarin räumte ihren jeweiligen Günstlingen einigen Einfluss auf ihre Politik ein, so auch Grigorij Alexandrowitsch Potemkin Fürst von Taurien, den sie durch eine geheime kirchliche Trauung ehelichte. Potemkin blieb auch nach der Trennung von Katharina II. ihr engster Vertrauter, er sorgte sogar selbst für ständig neue Liebhaber und achtete darauf, dass keinem von ihnen zuviel Mitspracherecht zuteil wurde. In ihrer Regentschaft hatte Katharina II. maßgeblichen Einfluss auf die wirtschaftliche Entwicklung Russlands. Sie gründete Volksschulen und Gymnasien, errichtete Hospitäler und verbesserte die Infrastruktur. Zu ihren herausragendsten Neuerungen in der russischen Innenpolitik gehörten die Reorganisation der Zentralbehörden und der lokalen Verwaltung. Im Gegenzug verschärfte sie aber die Leibeigenschaft und stärkte die Privilegien des Adels, was zu massiven Unruhen führte und 1773 im Aufstand der Kosaken, Baschkiren und Raskolniki unter der Führung des Donkosaken Pugatschow gipfelte. Katharina II. konnte den Aufstand zerschlagen und Pugatschow wurde hingerichtet. In der Folge ließ sie keine Reformvorschläge mehr aufkommen. Durch ihre außenpolitische Tätigkeit konnte Katharina II. mit den Teilungen Polens enorme Landgewinne für Russland verzeichnen. In den zwei Türkenkriegen, 1768 bis 1774 und 1778 bis 1792, verschaffte sie ihrem Land den Zugang zum Schwarzen Meer und weite Küstenregionen.

Auch die Schönheit St. Petersburgs ist zu großen Teilen Katharina der Großen zu verdanken, die die Bautätigkeit enorm förderte. Sie war eine kultivierte und gebildete Regentin, die sich sehr mit den Philosophen Montesquieu und Voltaire auseinander setzte. Besonderst mit Voltaire verband sie eine enge Beziehung und Freundschaft, sie unterstütze ihn finanziell und ließ seine Gedanken in ihre Politik einfließen. Nach Voltaires Tod kaufte Katharina II. seine vollständige Bibliothek auf, die heute in der Russischen Nationalbibliothek in St. Petersburg zu sehen ist. Sie schrieb aber auch selbst Märchen, Dramen, Komödien und auch ihre Memoiren. Sie gab die Zeitschrift "Von Allem Etwas" heraus und gründete eine Gesellschaft zur Übersetzung fremdsprachiger Bücher. Mit ihrer Gemäldesammlung legte sie außerdem den Grundstein der Eremitage in St. Petersburg. 1793 verheiratete die Zarin Katharina II. ihren Enkel, den Großfürsten und späteren Zaren Alexander I. Pawlowitsch, mit der 14jährigen Prinzessin Luise von Baden. In der folge avancierte Baden-Baden zur "Sommersstadt Europas" und zum Sehnsuchtsziel der Russen.

Katharina die Große verstarb am 17. November 1796, im Alter von 67 Jahren, an den Folgen eines Schlaganfalls.

NameSophie Friederike Auguste Prinzessin von Anhalt-Zerbst

AliasKatharina II. (Russland)

Geboren am02.05.1729

SternzeichenStier 21.04 - 21.05

GeburtsortStettin, Pommern (D).

Verstorben am17.11.1796

TodesortZarskoje Selo, Puschkin (Russland)