Biografie

Voltaire

Der französische Schriftsteller und Philosoph Voltaire ist die bedeutendste Persönlichkeit der europäischen Aufklärung im 18. Jahrhundert. In seinen philosophischen und literarischen Werken formulierte er die Werte der Vernunft, Toleranz, Menschrechte und Menschenwürde. Zu seinen philosophischen Hauptwerken zählen unter anderem die "Lettres philosophiques ou lettres anglaises" (1734), der "Traité de métaphysique" (1734) oder "Sur l`homme" (1738). In seiner literarischen Tätigkeit zählt Voltaire zur Tradition des französischen Klassizismus. Als Historiker brillierte er durch sein wegweisendes kritisches Quellenstudium...
François Marie Arouet wurde am 21. November 1694 als Sohn eines Notars in Paris geboren.

Im Alter von 10 Jahren wurde Voltaire in ein Jesuitenkolleg, College Louis-le-Grand, eingeschult. Dort wurde er bis zum Jahre 1711 ausgebildet und erzogen. Mit 16 Jahren verließ er die Schule und begab sich auf Vermittlung seines Paten, Marquis de Chateneuf, in die Kreise der freidenkenden Pariser Aristokratie. Aufgrund seiner künstlerischen Begabung und seines geistreichen Humors war er in der Gesellschaft überaus beliebt und ein gern gesehener Gast. Schon in dieser Zeit verfasste Voltaire gelungene Epigramme und Satiren. Als Ludwig XIV. starb, wurde eine über den toten König verfasste und veröffentlichte Satire irrtümlicherweise Voltaire zugeordnet.

Da dieser für seine Satiren bekannt war, konnte er den Vorwurf nicht entkräften, worauf er erstmals in Konflikt mit der Monarchie geriet. Diese Differenzen hatten zur Folge, dass der junge Voltaire beinahe ein Jahr in der Bastille inhaftiert wurde. Das positive an diesem Aufenthalt war, dass in diesen elf Monaten die Tragödie "Ödipus" entstand. Mit diesem Werk gelang es Voltaire, die gegen ihn gerichteten Aversionen von Seiten des Hofes abzumildern. Die Tragödie war ein voller Erfolg. Noch im selben Jahr, 1718, nahm er den Künstlernamen Voltaire an. Die entstandene harmonische Beziehung zwischen Voltaire und dem Hofe änderte sich jedoch 1726, als Voltaire erneut einen Disput mit dem Chevalier de Rohan austrug.

Abermals wurde Voltaire in Gewahrsam genommen. Diese Haftstrafe wurde aber schon bald in einen Exilaufenthalt umgewandelt. Aufgrund dessen lebte er in den Jahren von 1726 bis 1729 in England. All seine Erfahrungen, die er in dieser Zeit mit dem britischen Liberalismus im Bereich der Staatsverfassung, des religiösen Denkens, der Wirtschaft, der Philosophie oder auch der Literatur sammeln konnte, schrieb er in seinen "Lettres philosophiques" nieder. Diese erschienen dann 1733 in London unter dem Titel "Letters concerning the English Nation" und ein Jahr später auch in Ruon auf französisch. In seinen Schriften kritisierte Voltaire die französischen Missstände und zeigte zugleich positive Auswege auf.

Aufgrund dieser Tatsache war er genötigt, die Stadt Paris schnell zu verlassen. Das Pariser Parlament verbannte die aufrührerischen Schriften. Voltaire zog sich fluchtartig in die Champagne zurück. Dort begab er sich auf das Schloss der Marquise du Châtelet in Cirey. Die Marquise, sowohl seine ihn intellektuell inspirierende Partnerin als auch Geliebte, beherbergte ihn auf ihrem Schloss bis zu ihrem Tode im Jahr 1749. In dieser gemeinsamen Zeit beschäftigte sich das Paar mit diversen naturwissenschaftlichen und historischen Studien. Aus dieser Zeit stammt Voltaires Schrift "Eléments de la philosophie de Newton" (1738) sowie die Versdichtungen "Le mondain" (1736) und "Discours sur l`homme" (1738).

Auch seine gesellschaftlichen Kontakte lagen in dieser Zeit nicht brach. So begann Voltaire 1736 eine Korrespondenz mit dem preußischen Kronprinzen und späteren König Friedrich der Große. Bei seiner Rückkehr nach Paris im Jahr 1744 war Voltaire mittlerweile sehr populär geworden. So wurde er 1746 Mitglied der Académie Francaise und bekam das Amt eines königlichen Kammerherren und Historiographen. Nach dem Tod seiner Geliebten kam Voltaire der Einladung Friedrich des Großen nach und begab sich 1750 nach Potsdam. Doch die durch regelmäßige Korrespondenzen entstandene Freundschaft begann allmählich zu bröckeln. Spannungen zwischen Voltaire und Friedrich breiteten sich aus.

Als Voltaire es wagte, eine Satire über den Präsidenten der preußischen Wissenschaften zu verfassen, fiel er beim preußischen König 1753 in Ungnade. Diese Erfahrungen und seine Ansichten und Beziehung zu Friedrich d. Gr. beschrieb Voltaire in der Schrift "Mémoires pour servir à la vie de M. de Voltaire". 1755 reiste Voltaire nach Genf. Aber auch hier konnte er nicht lange verweilen. Er hegte deutliche Differenzen mit Rousseau und den Stadtherren. Diese waren verärgert über verschiedene Beschreibungen der Stadt Genf, die in der Enzyklopädie zu finden waren und von Voltaire angeregt worden waren. Diese Zeit bildete auch den Höhepunkt seines literarischen Schaffens.

Voltaire schrieb und verfasste in dieser Zeit viele bedeutungsvolle Werke: "Le siècle de Louis 14." (1766), "Candide" (1759), "L’ingénu" (1767) oder auch "La Princesse de Babylone" (1768). Gleichzeitig war Voltaire aber auch in unter humanitären Gesichtspunkten aktiv. Er setzte sich vehement für das Verbot der Leibeigenschaft ein. Auch gründete er auf seinen Landsitzen Firmen und Schulen, um zu helfen. Daneben engagierte er sich mehrfach in Justizverfahren, die durch religiösen Fanatismus einseitig beeinflusst wurden. Durch all seine Aktivitäten und Werke wurde Voltaire einer der größten Denker seiner Zeit.

Als er anlässlich der Uraufführung seines Dramas "Irène" nach Paris zurückkehrte, wurde ihm dort ein großartiger triumphaler Einzug beschert. Während seiner Aufführung wurde die Voltairestatue mit Lorbeeren geschmückt. Er genoss so viel Ehre und Lobpreisungen, wie kaum ein anderer Schriftsteller.

Voltaire verstarb zwei Monate später am 30. Mai 1778. Da ihm trotz des Ruhmes in Paris die Beisetzung verweigert wurde, setzte man Voltaire in Sellières bei. Als die Revolution ab 1789 tobte, verlegte man den Verstorbenen ins Pathéon (1791). Auch das Herz des Philosophen wurde konserviert und wird in der Bibliothèque Nationale aufbewahrt.

NameFrançois Marie Arouet

AliasVoltaire

Geboren am21.11.1694

SternzeichenSkorpion 24.10 - 22.11

GeburtsortParis (F).

Verstorben am30.05.1778

TodesortParis (F).