Biografie

Simone de Beauvoir

Die Pariser Adelstochter und Lehrerin entwickelte sich unter dem Einfluss ihres Lebensgefährten Jean-Paul Sartre zu der bedeutendsten existenzialistischen Schriftstellerin Frankreichs. Mit ihren existentialistischen Romanen "L'Invitée" (1943) und "Le Sang des autres" (1945), 1984 von Claude Chabrol als "Das Blut der Anderen" verfilmt, erlangte sie erste Anerkennung als Schriftstellerin. Simone de Beauvoir legte 1949 mit ihrem feministischen Traktat "Das andere Geschlecht" eine Theorie der kulturellen und gesellschaftlichen Geschlechterkonstruktion vor, die bis in die 1980er Jahre hinein einen wegweisenden Einfluss auf die Entwicklung der internationalen Frauenbewegung behielt...
Simone de Beauvoir wurde am 9. Januar 1908 als Tochter eines Adelsgeschlechts in Paris geboren.

Nach dem Ersten Weltkrieg erlitt die Familie finanzielle Einbußen. Beauvoir studierte nach dem Abitur Philosophie an der Pariser Sorbonne, mit dem Ziel, Lehrerin zu werden und zum Unterhalt der verarmten Familie beizutragen. Während ihrer Studienzeit begegnete Beauvoir 1929 dem Philosophie-Studenten Jean-Paul Sartre, mit dem sie künftig eine intensive intellektuelle und emotionale Beziehung verbinden sollte. Der junge Existenzialist beeinflusste das geistige und literarische Schaffen der Schriftstellerin nachhaltig.

Das Paar führte in Einklang mit der Philosophie des Existenzialismus eine freie Beziehung, die durch keine Heirat abgesichert sein sollte und durch einen Partnerschaftsvertrag geregelt war, der alle zwei Jahre hinterfragt und erneuert werden musste. Nach einer anfänglichen beruflichen Trennung, die durch die philosophische Unterrichtstätigkeit Sartres in Le Havre und eine ebensolche Anstellung Beauvoirs in Marseille hervorgerufen worden war, lebten beide in Paris, wo sie Philosophie unterrichteten. Das literarische Schaffen Beauvoirs, das in Novellen und Kurzgeschichten zum Ausdruck kam, blieb zunächst ohne Erfolg.

Erst nach Ausbruch des Zweiten Weltkriegs 1939, der die Beziehung zu Sartre durch dessen Kriegsgefangenschaft unterbrach, schrieb Beauvoir ihre erste bedeutende Novelle "L’invitée", die 1943 publiziert wurde. Seit demselben Jahr arbeitete Simone als freie Schriftstellerin. In den folgenden vier Jahren veröffentlichte sie vier weitere Erzählungen. 1947 unternahm Beauvoir eine USA-Reise, die sich ein Jahr später in ihrem Bericht über "L’Amérique au jour le jour" niederschlug. 1949 profilierte sich Beauvoir mit ihrem feministischen Traktat "Le deuxième sexe" (dt. "Das andere Geschlecht") als Wortführerin gesellschaftspolitischer Reformen.

In dem zweibändigen Werk entlarvte die Schriftstellerin die traditionell passive Rolle der Frau als gesellschaftliche Konstruktion des männlichen Patriarchismus, aus der es nur den Ausweg der Selbstverwirklichung der Frau gäbe. Beauvoir begriff ihr eigenes Leben als einen möglichen Weg zu einer solchen Selbstverwirklichung, den sie ihrer weiblichen Leserschaft in ihren mehrfach vorgelegten autobiographischen Texten, zuletzt 1981 in "La cérémonie des adieux", aufzeigte. Die französische Schriftstellerin war inzwischen im Zuge der ab den späten 1960er Jahren eingeleiteten Kultur- und Gesellschaftsrevolution zu einer der frühesten Theoretikerinnen der internationalen Frauenbewegung erhoben worden. Ihr Freund und Lebensgefährte Sartre starb 1980 in Paris.

Simone de Beauvoir starb dort am 14. April 1986.
1943 - L’invitée (Roman, dt.: Sie kam und blieb)

1945 - Le sang des autres (Roman, dt.: Das Blut der anderen)

1946 - Tous les hommes sont mortels (Roman, dt.: Alle Menschen sind sterblich)

1947 - Pour une morale de l’ambiguité (Essay)

1948 - L’existentialisme et la sagesse des nations (Essay)

1948 - L’Amérique au jour le jour (Reisebericht, dt.: Amerika Tag und Nacht)

1954 - Les mandarins (Roman, dt.: Die Mandarins von Paris)

1957 - La longue marche (Reisebericht, dt.: China. Das weitgesteckte Ziel)

1958 - Mémoires d’une jeune fille rangée (Autobiographie, dt.: Memoiren einer Tochter aus gutem Hause)

1960 - La force de l’âge (Autobiographie, dt.: In den besten Jahren)

1963 - La force des choses (Autobiographie, dt.: Der Lauf der Dinge)

1964 - Une mort très douce (Autobiographie, dt.: Ein sanfter Tod)

1967 - La femme rompue (Erzählung, dt.: Eine gebrochene Frau)

1970 - La vieillesse (Essay, dt.: Das Alter)

1972 - Tout compte fait (Autobiographie, dt.: Alles in allem)

1981 - La cérémonie des adieux (Autobiographie, dt.: Die Zeremonie des Abschieds)

NameSimone de Beauvoir

Geboren am09.01.1908

SternzeichenSteinbock 22.12 - 20.01

GeburtsortParis (F).

Verstorben am14.04.1986

TodesortParis (F).


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