Biografie

Roland Freisler

Der Politiker und Jurist zählte schon frühzeitig zu den Anhängern und Unterstützern der nationalsozialistischen Bewegung um Adolf Hitler. In führenden Positionen der preußischen und deutschen Justizverwaltung ebnete Roland Freisler durch personelle Säuberungen und ideologische Einschwörungen der nationalsozialistischen Gleichschaltung der Justiz den Weg. Als gefürchteter Präsident des Volksgerichtshofes hatte der Fanatiker maßgeblichen Anteil an der Errichtung und Ausübung der nationalsozialistischen Schreckensherrschaft in Deutschland...
Roland Freisler wurde am 30. Oktober 1893 als Sohn eines Studienrats in Celle geboren.

Ab 1903 besuchte er Gymnasien zunächst in Aachen, dann in Kassel, wo er 1912 das Abitur absolvierte. Im Anschluss daran studierte Freisler Jura in Jena. Bei Ausbruch des Ersten Weltkriegs wurde das Studium 1914 unterbrochen. Freisler wurde an die Front eingezogen und verbrachte die Jahre von 1915 bis 1920 in russischer Kriegsgefangenschaft. Nach seiner Entlassung nahm er 1920 die Studien in Jena wieder auf, um sie zwei Jahre später mit der Promotion abzuschließen. Nach dem Assessorexamen von 1923 arbeitete Freisler ab 1924 als Rechtsanwalt in Kassel. Dort war er auch als Stadtverordneter des "Völkisch-Sozialen Blocks" engagiert.

Wenig später saß er außerdem in hessischen Landtagen. In jenen Jahren verteidigte Freisler als Rechtsanwalt zahlreiche Anhänger der "völkischen" und nationalsozialistischen Bewegung. Im Sommer 1925 trat Freisler der NSDAP bei, für die er den stellvertretenden Gauleiter von Hessen-Nassau Nord stellte. 1932 wurde er für die Nationalsozialisten in den preußischen Landtag gewählt. Nach der nationalsozialistischen Machtübernahme durch Adolf Hitler im Januar 1933 zog Freisler zwei Monate später als Ministerialdirektor in das preußische Justizministerium ein. Kurz darauf rückte er zum Staatssekretär auf und wurde Mitglied des preußischen Staatsrats.

In diesen Funktionen war er für eine skrupellose Säuberung der Justiz und Anwaltschaft verantwortlich. Im Herbst 1933 trat Freisler der "Akademie für Deutsches Recht" bei, deren Strafrechtsabteilung er nun leitete. 1935 berief man ihn auch an die Spitze von deren wissenschaftlichen Abteilung. In den Jahren 1933 bis 1936 saß Freisler weiterhin auch in der Strafrechtskommission des Reichsjustizministeriums, wo er bereits unter Vorwegnahme der späteren Nürnberger Rassegesetze eine entsprechende Strafrechtsänderung nach rassistischen Gesichtspunkten forderte. 1935 wurde er zum Staatssekretär in diesem Ministerium ernannt.

Als solcher setzte er die nationalsozialistische Gesinnung durch und schwor die Richter auf den Willen des Führers und der Partei ein. Von 1942 bis 1945 fungierte der nationalsozialistische Jurist als Präsident des Volksgerichtshofs. In seiner Auffassung nach "politischen Prozessen" führte er dort die Verfahren gegen Widerstandskämpfer und andere den Nationalsozialisten unliebsame Personen. Die Auftritte des Volksgerichtshofspräsidenten, der die Angeklagten während der Verhandlungen anschrie, demütigte und ihnen ihr Verteidigungsrecht beschnitt, machten das Gericht zu einem berüchtigten Ort von Schauprozessen und persönlichem Terror.

Die Urteile, die Freisler im Volksgerichtshof fällte, entbehrten oft sogar einer nationalsozialistischen Gesetzesgrundlage. Unter seinem Vorsitz stieg die Zahl der Todesurteile von 102 (1941) auf 2.097 (1944) an.

Roland Freisler starb am 3. Februar 1945 durch einen Luftangriff in Berlin.

NameRoland Freisler

Geboren am30.10.1893

SternzeichenSkorpion 24.10 - 22.11

GeburtsortCelle (D).

Verstorben am03.02.1945

TodesortBerlin (D).