Biografie

Roberto Benigni

Der italienische Regisseur, Fernseh- und Filmschauspieler fand als Straßenkomödiant und Stegreifschauspieler Ende der 1970er Jahre zum Film. 1982 gab der Sohn eines Eisenbahners mit "Tu mi turbi" sein Regiedebüt. Seinen internationalen Durchbruch hatte der Komiker 1986 in der amerikanischen Produktion "Down by Law" von Jim Jarmusch. Seither avancierte Roberto Benigni als Drehbuchautor und Mime zu einem der einzigartigsten Komödianten der internationalen Filmkultur, wobei er 1997 mit seinem bisher größten Erfolg - "La vita è bella" - auch ein beeindruckendes Talent als Tragikomiker unter Beweis stellte...
Roberto Benigni wurde am 27. Oktober 1952 im toskanischen Misericordia bei Arezzo in Italien als Sohn eines Eisenbahners geboren.

Benigni wuchs in bescheidenen Verhältnissen auf. Bereits in den frühen 1960er Jahren trat er in einem kleinen Provinzzirkus als Zauberkünstler auf. 1968 verließ der 16-Jährige sein Elternhaus, um als Straßenkomödiant und Stegreifschauspieler durch die Toskana zu ziehen und sich so über Wasser zu halten. 1972 ließ sich Benigni in Rom nieder, wo er mit Freunden ein politisches Untergrund-Theater gründete. 1977 feierte Benigni sein Kino-Debüt mit einer Rolle in dem Film "Berlinguer ti voglio bene" von Giuseppe Bertolucci. Seine erste Regiearbeit kam im Jahr 1982 mit "Tu mi turbi" in die italienischen Kinos. In den folgenden 20 Jahren profilierte sich der Schauspieler, Komödiant, Drehbuchautor und Regisseur auf mehreren Theater-Tourneen durch Italien und in zahlreichen Kinofilmen als einer der einzigartigsten Komiker der internationalen Theater- und Filmkultur.

Benignis italienischer Publikumserfolg gründete sich vor allem auf so erfolgreiche Komödien wie "Il piccolo diavolo" (1988) und "Johnny Stecchino" (1991), für die er als Regisseur und Protagonist verantwortlich zeichnete. Auch die Zusammenarbeit mit dem anerkannten Regisseur Federico Fellini in dem Film "La voce della luna" (1990) trug zu seiner Popularität bei. Einem breiteren europäischen und US-amerikanischen Publikum wurde Benigni durch seine Zusammenarbeit mit dem Regisseur Jim Jarmusch bekannt, für den er im Jahr 1986 die Hauptrolle in "Down by Law" und im Jahr 1991 den legendären römischen Taxifahrer in dem Episodenfilm "Night on Earth" spielte. Die Aufmerksamkeit eines weltweiten Kinopublikums zog Benigni jedoch im Jahr 1997 durch den Film "La vita è bella" auf sich, für den er Regie und Hauptrolle übernahm.

Der Protagonist spielt in "Das Leben ist schön" einen italienischen KZ-Häftling zur Zeit des Nationalsozialismus, der seinem kleinen Sohn durch den kreativen Einsatz von Spiel und Witz die grausame Realität zu verbergen und damit ein Überleben zu ermöglichen sucht. Mit dem Thema des Films verließ der erfolgreiche Komiker erstmals das eigentliche Terrain der Komödie, um sich dennoch mit deren Stilmitteln einem ernsten und dramatischen Stoff anzunähern. Besonders in der Bundesrepublik löste "La vita è bella" jedoch auch eine kontroverse öffentliche Debatte über die ethische Frage aus, ob der Holocaust mit komischen Elementen überhaupt darstellbar und zu inszenieren sei. In künstlerischer Hinsicht hat Benigni jedoch diese Frage zweifellos zu seinen Gunsten beantwortet: Seine filmische Interpretation des Holocaust rief als einzigartige "komische Tragödie" einen tiefen Eindruck auch beim deutschen Kinopublikum hervor.

Darauf war der Schauspieler 2002 in der Komödie "Pinocchio" zu sehen, für die er auch das Drehbuch schrieb und die Regie übernahm. Indes wurde Benigni mit zahlreichen italienischen und internationalen Filmpreisen bedacht. Für "La vita è bella" erhielt er unter anderem im Jahr 1998 fünfmal den "Ciak d’Oro" und im Jahr darauf den "American Comedy Award" in Washington. Ebenfalls im Jahr 1999 verlieh ihm die "Ben Gurion University" im israelischen Beersheva die Ehrendoktorwürde in Philosophie. Die Gorbatschow-Stiftung zeichnete Roberto Benigni im Oktober 2002 zum "Mann des Friedens". Seine Filme seien Botschaften des Friedens, der Brüderlichkeit und der Toleranz in die ganze Welt, hieß es in der Begründung. Im Oktober 2005 brachte Benigni seinen neuen Film "La tigre e la neve" in die italienischen Kinos, für den er die Regie und das Drehbuch sowie auch eine Hauptrolle übernahm.

Der Film behandelt mit der üblichen Kombination von Humor und Tragik das Thema des US-amerikanischen Krieges im Irak. Unter dem Titel "Der Tiger und der Schnee" kam die Produktion im März 2006 in die deutschen Kinos.

Roberto Benigni ist mit Nicoletta Braschi verheiratet und lebt in Rom.
1977:
Berlinguer ti voglio bene (R: Giuseppe Bertolucci)

1979:
Chiedo asilo (S, R: Marco Ferreri)

1980:
Il Pap’occhio (S, R: Renzo Arbore)

1981:
Il minestrone (S, R: Sergio Citti)

1983:
Tu mi turbi (S, R)

1984:
Non ci resta che piangere (S, R, Co-R: Massimo Troisi)

1985:
Tutto Benigni (S, R: Giuseppe Bertolucci)

1986:
Down by Law (S, R: Jim Jarmusch)

1988:
Il piccolo diavolo (S, R)

1990:
La voce della luna (S, R: Federico Fellini)

1991:
Johnny Stecchino (S, R);
Night on Earth (S, R: Jim Jarmusch)

1993:
Son of the pink panther (S, R: Blake Edwards)

1994:
Il mostro (S, R)

1997:
Tutto Benigni 95/96 (S, R)
La vita è bella (S, R)

1999:
Asterix e Obelix (S, R: Claude Zidi)

2002:
Pinocchio (S, R)

2004:
Coffee and Cigarettes (S)

2005:
Der Tiger und der Schnee (S, R, B)

NameRoberto Benigni

Geboren am27.10.1952

SternzeichenSkorpion 24.10 - 22.11

GeburtsortMisericordia, Arezzo (I).