Biografie

Robert Oppenheimer

Der US-amerikanische Physiker deutscher Herkunft leitete ab 1943 in Los Alamos, New Mexiko, das "Manhattan Project" zum Bau der ersten amerikanischen Atombombe. 1945, kurz vor dem Ende des Zweiten Weltkrieges, kam sie in Hiroshima und Nagasaki zum kriegerischen Einsatz, um Japan zur Kapitulation zu zwingen. Julius Robert Oppenheimer weigerte sich darauf aus moralischen Gründen die Wasserstoffbombe zu vollenden. Auf dem Höhepunkt der McCarthy-Denunziationen 1953/54, wurde der "Vater der Atombombe", unter Präsident Dwight D. Eisenhower, wegen angeblicher kommunistischer Gesinnung aus allen staatlichen und wissenschaftlichen Ämtern entlassen, ehe er 1963 unter Präsident John F. Kennedy eine glanzvolle Rehabilitierung erfuhr...
Julius Robert Oppenheimer wurde am 22. April 1904 in New York geboren.

Die Vorfahren seines Vaters waren Juden und kamen ursprünglich aus Hanau. In den USA eröffneten sie ein erfolgreiches Kleidergeschäft. Roberts Vater, Julius S. Oppenheimer, zog 1888 nach und wurde wohlhabender Geschäftsmann. Roberts Mutter, Ella Friedman, war Kunsterzieherin. Sie hatte eine Maler-Ausbildung in Paris absolviert und besaß ein Atelier in New York. 1922 begann Oppenheimer sein Studium an der Harvard-Universität, das er 1925, nach nur drei Jahren, mit "summa cum laude" abschloss. 1926 veröffentlichte Oppenheimer, nach gründlicher Einarbeitung in das Thema, mehrere Arbeiten über die quantenmechanische Behandlung komplexer Fragen der Atomstruktur.

Durch diese Arbeiten wurde Max Born auf Oppenheimer aufmerksam und bot ihm einen Platz als Doktorand in Göttingen an. 1927 promovierte Oppenheimer mit Auszeichnung bei Max Born über theoretische Untersuchungen von Spektren. Anschließend nahm er eine Assistenzprofessor-Stelle in Berkeley, Kalifornien, an. Bereits in jungen Jahren, mit nur 25, wurde Oppenheimer 1929 zum Professor an die Universität von Berkeley berufen. Darüber hinaus lehrte er in den Jahren von 1929 bis 1945 Physik am California Institute of Technology in Pasadena. Robert Oppenheimer arbeitete nun auf dem Gebiet der Atomphysik und der Quantentheorie. Er machte sich einen Namen als glänzender Physiker auf den Gebieten der kosmischen Strahlen, Positronen und Neutronensternen.

In der Zeit von 1943 bis 1945 war er Direktor der Forschungslaboratorien in Los Alamos in New Mexico und leitete das amerikanischen Atomenergieprojekt, das "Manhattan Projekt". In dieser Zeit wurde unter seiner Verantwortung die Atombombe entwickelt. Im Ende des Zweiten Weltkrieges, am 6. August 1945, warfen die Amerikaner die weltweit erste Atombombe auf die japanische Hafenstadt Hiroshima ab. Bei diesem Angriff kamen direkt 80.000 Menschen ums Leben. Es gab über 100.000 Verletzte bei diesem Schlag, und weit über 200.000 Menschen starben an der radioaktiven Verseuchung. Drei Tage später, am 9. August 1945, bombardierte die US-amerikanische Luftwaffe die japanische Hafenstadt Nagasaki mit einer Atombombe und richtete Verwüstungen ähnlichen Ausmaßes an.

In den Jahren von 1947 bis 1966 leitete der Naturwissenschaftler das Institute for Advanced Studies in Princeton in New Jersey. Von 1947 bis 1956 saß er als Präsident dem General Advisory Committee der Atomic Energy Commission (AEC), der amerikanischen Atomenergiebehörde, vor. Danach hatte er eine Beratertätigkeit auf diesem Gebiet inne. Der Physiker war über die Verwüstungen der Atombomben so erschrocken, dass er sich weigerte die Wasserstoffbombe zu entwickeln. Zudem sprach er sich öffentlich für eine Rüstungskontrolle aus. Daraufhin wurde Oppenheimer verdächtigt, den Kommunisten anzugehören. Er musste etliche Verhöre vor dem McCarthy-Ausschuss über sich ergehen lassen. Dort kamen seine früheren Verbindungen zu politisch linksgerichteten Kreisen zur Sprache. Seine konsequente Verweigerungshaltung führte zum Ausschluss Oppenheimers aus weiteren Projekten der Geheimhaltungsstufe.

Im Jahr 1954 erfolgte unter Dwight D. Eisenhower seine Entlassung aus allen Ämtern. 1963 erfuhrt er seine Rehabilitation durch Präsident John F. Kennedy. Im selben Jahr wurde er mit dem Enrico-Fermi-Preis, dem höchsten Preis der Atomenergiebehörde, ausgezeichnet. In seinem letzten Lebensabschnitt befasste sich Robert Oppenheimer mit der Beziehung zwischen Wissenschaft und Gesellschaft. Zu seinen Veröffentlichungen zählen unter anderem "Science and the Common Understanding" (1954, zu deutsch: "Wissenschaft und allgemeines Denken") und das posthum herausgegebene Werk "Lectures on Electrodynamics" (1970).

Julius Robert Oppenheimer starb am 18. Februar 1967 in Princeton, New Jersey.

NameRobert Oppenheimer

Geboren am22.04.1904

SternzeichenStier 21.04 - 21.05

GeburtsortNew York City (USA).

Verstorben am18.02.1967

TodesortPrinceton, New Jersey (USA).