Biografie

Robert Cailliau

Der Ingenieurwissenschaftler und Software-Experte ist seit über drei Jahrzehnten für das Europäische Kernforschungszentrum (CERN) bei Genf tätig. Dort entwickelte Robert Cailliau 1990 zusammen mit Tim Berners-Lee eine Software, aus der sich innerhalb weniger Jahre das "World Wide Web" (WWW) entwickelte. Cailliau erhielt 1995 zusammen mit Tim Berners-Lee für die Entwicklung der Software den Software Systeme Award. Die Amerikaner Marc Andreesen und Eric Bina gehörten ebenfalls zu den Preisträgern, da sie mit "Mosaic" einen universal nutzbaren Internet-Browser entwickelt hatten. Der "Vater des WWW" zeigt sich noch heute als Vorsitzender in dessen International Conference Committee um die Weiterentwicklung des faszinierenden Systems bemüht...

Bedeutende Vertreter der Informations- und Kommunikationsrevolution
Robert Maurice Cailliau wurde am 26. Januar 1947 in Tongeren (Belgien) geboren.

Als er 11 Jahre alt war, zog die Familie nach Antwerpen. Nachdem er dort 1964 das Abitur abgelegt hatte, studierte Cailliau von 1964 bis 1969 Ingenieurswesen an der Universität Gent, wo er 1969/70 auch als Assistent von Prof. Somerling tätig war. Daran schloss sich ein Auslandsstudium an der Universität of Michigan im amerikanischen Ann Arbor an, das er 1971 mit dem Master of Science in Computer, Information und Control Engineering abschloss. Nach der Rückkehr aus den USA fand Cailliau zunächst wieder eine Anstellung an der Universität Gent, wo er vom Juni 1972 bis November 1973 als Assistent von Prof. Cauwenberghe im Laboratory of Control and Hybrid Computation tätig war.

Hier war er an der Entwicklung von Software-Programmen und der Betreuung von Studierenden beteiligt. Die Beschäftigung mit der Computer-Problematik führte den jungen Ingenieur zu einem vorübergehenden Fellowship am Europäischen Konforschungszentrum CERN. Während seines anschließenden Wehrdienstes vom Dezember 1973 bis November 1974 in der belgischen Armee beschäftigte sich Cailliau 1973 auch intensiv mit der militärischen Computersimulation, wodurch er seine Software-Kenntnisse vertiefte. Nach dem Militärdienst wurde Cailliau noch im Dezember 1974 in das Rechenzentrum des Europäischen Kernforschungszentrums CERN nach Genf berufen.

Nach einer ersten Beschäftigung in der Abteilung des Protonen Synchroton wurde Cailliau im April 1987 Gruppenleiter in der Data-Handling-Abteilung. Gegen Ende 1989 wechselte er in die Abteilung Electronics & Computing for Physics. Hier entwickelte Cailliau 1990 zusammen mit seinem britischen Kollegen Tim Berners-Lee die hypertextbasierte Software für ein Datenbank- und Kommunikationsnetz, das zum internen Gebrauch des CERN bestimmt sein sollte. Als sich das System in der internen Kommunikation des Kernforschungszentrums immer mehr bewährte, begannen zunehmend auch andere wissenschaftliche Institute, Universitäten und Archive die Software zu nutzen.

Im Verlauf weniger Jahre entwickelte sich aus dem System das "World Wide Web" (WWW). Der Begriff wurde von Cailliau und Berners-Lee bereits 1990 geprägt und bezeichnet seither ein weltweites elektronisches Kommunikationssystem, an das sich zunehmend auch außer-wissenschaftliche Einrichtungen, Behörden, Verbände, Wirtschaftsunternehmen und schließlich Einzelpersonen anschlossen. Ende 1993 war Cailliau zusammen mit der Fraunhofer Gesellschaft Darmstadt am Start von WISE beteiligt, dem ersten Web-Projekt der Europäischen Gemeinschaft. Später initiierte er mit der EU das "Web for Schools"-Projekt, das zur Verbreitung des Internets im europäischen Bildungssystem beitrug.

Im Mai 1994 eröffnete Cailliau mit der ersten Internationalen World Wibe Web Konferenz im CERN die bis heute anhaltende Tagungsserie, die eine Art ständige technische Qualitätssicherung und -entwicklung im WWW garantiert. Sukzessive wurden die Konferenzen vom IW3C2 (International WWW Conference Committee) ausgerichtet, dessen Mitbegründer und Vorsitzender Cailliau ist. Cailliau erhielt 1995 zusammen mit Tim Berners-Lee für die Entwicklung der WWW-Software den Software Systeme Award. Die Amerikaner Marc Andreesen und Eric Bina gehörten ebenfalls zu den Preisträgern, da sie mit "Mosaic" einen universal nutzbaren Internet-Browser entwickelt hatten.

Cailliau ist Ehrendoktor der Universität Gent und der Southern Cross University. 2005 beabsichtigt er, aus der aktiven Tätigkeit bei CERN auszuscheiden, wo er momentan die Abteilung External Comunication leitet. Am 26. März 2010 wurde ihm in Zürich der Ehrenpreis des Best of Swiss Web Awards verliehen.

Cailliau ist geschieden und Vater einer Tochter.


Bedeutende Vertreter der Informations- und Kommunikationsrevolution

NameRobert Cailliau

Geboren am26.01.1947

SternzeichenWassermann 21.01 - 19.02

GeburtsortTongeren (B).