Biografie

Peter Sloterdijk

Der deutsche Philosoph, TV-Moderator, Kulturwissenschaftler und Essayist wurde Bekannt mit seiner zweibändigen "Kritik der zynischen Vernunft" (1983). Seinen Ruf als bedeutenden Denker der Moderne unterstrich Peter Sloterdijk schließlich mit seinem zweiten Werk "Der Zauberbaum" (1985), einem "epischen Versuch zur Philosophie der Psychoanalyse". Er entwickelte 1989 den Begriff Eurotaoismus und erarbeitete eine Kritik der politischen Kinetik. Eine Tiefenexpedition in die pränatale Erlebnistheorie der Menschheit unternahm Sloterdijk in seiner als Trilogie angelegten Schrift "Sphären", deren erster Band 1998 publiziert wurde. Ab 2002 moderierte er, zusammen mit Rüdiger Safranski, die Gesprächsrunde "Im Glashaus: Das Philosophische Quartett" im ZDF...
Peter Sloterdijk wurde 26. Juni 1947 in Karlsruhe geboren.

Aufgewachsen ist er als Sohn eines niederländischen Vaters und einer deutschen Mutter. Die Ehe wurde früh geschieden, worauf er bei seiner Mutter aufwuchs. Von 1968 bis 1974 studierte er Philosophie, Geschichte und Germanistik in München und Hamburg. In seiner 1971 abgeschlossenen Magisterarbeit setzte er sich mit dem Thema "Strukturalismus als poetische Hermeneutik" auseinander. In den Jahren 1972/73 folgten ein Essay über "Michel Foucaults strukturale Theorie der Geschichte" sowie eine Studie mit dem Titel "Die Ökonomie der Sprachspiele. Zur Kritik der linguistischen Gegenstandskonstitution".

Im Jahr 1976 promovierte Sloterdijk in Hamburg. Thema seiner Dissertation: "Literatur und Organisation von Lebenserfahrung. Gattungstheorie und Gattungsgeschichte der Autobiographie der Weimarer Republik 1918-1933". Zwischen 1978 und 1980 hielt sich Sloterdijk im Ashram von Bhagwan Shree Rajneesh (später Osho) im indischen Pune auf. Seit 1980 arbeitet Sloterdijk als freier Schriftsteller. Er veröffentlichte zahlreiche Schriften zu Kultur- und Religionsphilosophie, Kunsttheorie und Psychologie. 1983 erschien "Kritik der zynischen Vernunft". Der Titel wurde ein Bestseller und das in Europa meistverkaufte philosophische Buch.

In der Folgezeit erschienen "Der Zauberbaum" (1985), "Der Denker auf der Bühne" (1986) sowie "Kopernikanische Mobilmachung und ptolemäische Abrüstung" (1987). 1988 wurde Sloterdijk Gastdozent am Lehrstuhl für Poetik der Johann Wolfgang von Goethe-Universität in Frankfurt am Main. Er entwickelte 1989 den Begriff Eurotaoismus und erarbeitete eine Kritik der politischen Kinetik. Von 1992 bis 1993 hatte er den Lehrstuhl für Philosophie und Ästhetik an der Staatlichen Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe inne. 1993 erhielt Sloterdijk den Ernst-Robert-Curtius Preis für Essayistik.

Zudem wurde er 1993 Leiter des Institutes für Kulturphilosophie an der Akademie der bildenden Künste in Wien, bis Sloterdijk schließlich 2001 innerhalb der neugeschaffenen Abteilung für Kunst- und Kulturstudien er an der Universität Wien eine Vertragsprofessur für Kulturphilosophie und Medientheorie übernahm. Daneben war er Gastdozent am Bard College, Annandale-on-Hudson, New York, am Collège International de Philosophie, Paris und an der Eidgenössischen Technischen Hochschule, Zürich. 1999 erlangte Sloterdijk auch abseits intellektueller Kreise Berühmtheit: Im Juli hielt er im Rahmen einer Internationalen Tagung über Philosophie und Theologie an der Jahrhundertwende eine Rede, die eine Debatte über Eugenik und Menschenzüchtung auslöste.

In dem Vortrag mit dem Titel "Regeln für den Menschenpark. Eine Antwort auf den Humanismusbrief" hatte Sloterdijk mit teils "faschistischer Rhetorik" – so der Vorwurf – über Gentechnik und pränatale Diagnostik gesprochen. Sloterdijk habe dafür plädiert, dass führende Philosophen eine gentechnologisch vorangetriebene Menschenzüchtung kontrollierten, hieß es in Interpretationen der Rede. In den Medien folgte darauf ein heftiger Schlagabtausch. Im Jahr 2001, in Nachfolge von Heinrich Klotz, wurde er Rektor der Staatlichen Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe sowie dort Professor für Philosophie und Ästhetik. Ab 2002 moderierte Sloterdijk zusammen mit Rüdiger Safranski das "Philosophische Quartett" des Zweiten Deutschen Fernsehens.

Im selben Jahr erschien im Suhrkamp-Verlag "Luftbeben. An den Wurzeln des Terrors". 2005 wurde er mit dem "Wirtschaftsbuchpreis" der Financial Times Deutschland sowie mit dem "Sigmund-Freud-Preis" für wissenschaftliche Prosa ausgezeichnet. 2008 erhielt er den Lessing-Preis für Kritik, den Cicero Rednerpreis und den Leipziger Mendelssohn-Preis der Felix-Mendelssohn-Bartholdy-Stiftung. 2009 wurde er mit dem BDA-Preis für Architekturkritik geehrt.

NamePeter Sloterdijk

Geboren am26.06.1947

SternzeichenKrebs 22.06 - 22.07

GeburtsortKarlsruhe (D).