Biografie

Otto Dibelius

NameOtto Dibelius

Geboren am15.05.1880

SternzeichenStier 21.04 - 21.05

GeburtsortBerlin (D).

Verstorben am31.01.1967

TodesortBerlin (D).

Otto Dibelius

Der Theologe und Autor zählte zu den profiliertesten christlichen Kirchenvertretern unter dem deutschen Nationalsozialismus. Dabei setzte Otto Dibelius seine seelsorgerische Arbeit innerhalb der Bekennenden Kirche fort. Dibelius war Bischof von Berlin-Brandenburg, Vorsitzender des Rates der Evangelischen Kirche und als erster Deutscher Präsident des Ökumenischen Rates der Kirche. Nach Kriegsende trat Dibelius 1945 der CDU bei. 1958 wurde Dibelius die Berliner Ehrenbürgerschaft verliehen...

Bedeutende Persönlichkeiten aus Religion und Kirche
Otto Franz Wilhelm Dibelius wurde am 15. Mai 1880 als Sohn des Geheimen Regierungsrats Otto Dibelius und dessen Frau Margarethe (geb. Käuffer) in Berlin geboren.

Nach der Schule studierte Dibelius von 1899 bis 1904 Theologie in Berlin bei Adolf von Harnack. 1902 erfolgte seine Promotion zum Dr. phil. in Gießen und zum Lic. theol. in Berlin. Nach dem zweiten theologischen Examen und einem Studienaufenthalt in Schottland erhielt Dibelius 1906 die Priesterweihe. 1908 war Dibelius Archediakon in Crossen/Oder. 1910 wurde Dibelius Pfarrer zunächst in Danzig, später dann in Lauenburg (Pommern). Ab 1915 wirkte er in Schöneberg, das 1920 zu Berlin eingemeindet wurde.

Ab 1921 arbeitete er im Berliner Oberkirchenrat. 1925 erfolgte seine Ernennung zum Generalsuperintendenten der Kurmark. Im selben Jahr nahm er an der ökumenischen Konferenz in Stockholm teil. 1926 veröffentlichte Dibelius sein Buch "Das Jahrhundert der Kirche". Darin kritisiert er die Novemberrevolution von 1918, da sie zum Zusammenbruch des christlich fundierten Staatswesen geführt habe. Dibelius thematisierte auch die Möglichkeit einer Selbsterneuerung der Kirche, der er in einem säkularisierten Staat die Rolle einer Sittenwächterin zuschrieb.

In seiner umstrittenen sozialkritischen Veröffentlichung "Friede auf Erden" (1930) forderte Dibelius aus christlicher Überzeugung heraus die Verhinderung jeglicher Kriege. Nach der Machtergreifung der NSDAP zeigte er sich dem nationalsozialistischen Gedanken zunächst offen. Dennoch wurde Otto Dibelius aller seiner Ämter enthoben. Er reiste nach Italien und ließ sich in San Remo als Kurprediger nieder. Im Juni 1934 kehrte er nach Berlin zurück, wo er Mitarbeiter im Berlin-Brandenburgischen Bruderrat wurde. Nun setzte er sich gegen die nationalsozialistischen Übergriffe auf die Kirche zur Wehr und für deren Freiheit und für die Freiheit des Evangeliums ein.

Im Jahr 1936 erfolgte seine Teilnahme an der Bekenntnissynode der Deutschen Evangelischen Kirche in Bad Oeynhausen. Nach der Verhaftung von Martin Niemöller wurde Dibelius 1937 Mitglied des Kirchenrats der Altpreußischen Union. Im selben Jahr machte man ihm wegen regimekritischer Aussagen den Prozess. Dibelius wurde im August 1937 freigesprochen. 1938 erfolgte Dibelius' Berufung ins Leitungsgremium der Bekennenden Kirche Preußens. Als Mitverfasser der "Freiburger Denkschrift" (1943) wurde er Vordenker des kirchlichen Neubeginns nach dem Zweiten Weltkrieg.

Nach Kriegsende trat Dibelius 1945 der CDU bei. Im selben Jahr war er als Mitglied des vorläufigen Rats der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) an der Formulierung des "Stuttgarter Schuldbekenntnisses" beteiligt. Kurz darauf folgte seine Ernennung zum Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg. Dieses Amt bekleidete er bis 1966. Darüber hinaus diente Dibelius von 1945 bis 1951 als Präsident des Evangelischen Oberkirchenrats in Berlin. 1945 erfolgte seine Wahl zum Zentralausschussmitglied des Ökumenischen Rats der Kirchen in Amsterdam. Dibelius kritisierte 1949 In seiner Schrift "Grenzen des Staates" die modernen Staaten in Ost und West.

Von 1949 bis 1961 fungierte Dibelius als Ratsvorsitzender der EKD, womit er deren höchster Repräsentant in Deutschland wurde. 1954 erfolgte seine Ernennung zum Präsident des Weltkirchenrats. Dieses Amt hatte er bis 1960 inne. Nach der Beschlussfassung zum Aufbau der Bundeswehr unterzeichnet Dibelius 1956 für die EKD den umstrittenen "Militärseelsorgevertrag" mit der Bundesregierung. 1958 wurde Dibelius die Berliner Ehrenbürgerschaft verliehen.

Mit dem Bau der Berliner-Mauer geriet Dibelius 1961 als Berliner Bischof zunehmend in das Spannungsfeld des Kalten Krieges. Er vertrat die These, dass es gegenüber einer totalitären Regierung wie der DDR keine christliche Gehorsamspflicht gäbe. Wegen dieser Kritik wurde ihm der Zugang zum Ostteil Berlins fortan verweigert.

Otto Dibelius starb am 31. Januar 1967 in Berlin im Alter von 87 Jahren.


Bedeutende Persönlichkeiten aus Religion und Kirche

NameOtto Dibelius

Geboren am15.05.1880

SternzeichenStier 21.04 - 21.05

GeburtsortBerlin (D).

Verstorben am31.01.1967

TodesortBerlin (D).

google-site-verification: google44cc944cebb47e16.html