Biografie

Oswald Mathias Ungers

Der deutsche Planer gehörte zu den weltweit populärsten und bedeutendendsten Architekten. Seine Bauten prägten die Architektur der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts nachhaltig. Er betrachtete das Quadrat als die vollkommenste Form seiner Baukunst. Oswald Mathias Ungers orientierte sich dabei an historischen Größen wie dem italienischen Baumeister Andrea Palladio oder dem preußischen Meisterarchitekten Karl Friedrich Schinkel. Ungers machte sich in seinen Entwürfen frei von Modeerscheinungen und stellte den angemessenen Ausdruck allgemeiner menschlicher Ordnungen in den Vordergrund seines Schaffens. Weiter wurde er Mitglied der Akademie der Künste (Berlin)...

Die einflussreichsten Architekten und Designer des 20. Jhs.
Oswald Mathias Ungers wurde am 12. Juli 1926 in Kaisersesch in der Eifel geboren.

Nach dem Schulabschluss studierte Ungers von 1947 bis 1950 an der Technischen Hochschule Karlsruhe Architektur. Er war unter anderem ein Schüler von Egon Eiermann, bei dem er auch sein Diplom erlangte. Unmittelbar im Anschluss gründete Ungers sein eigenes Architekturbüro in Köln. Bis in die Mitte der 1960er Jahre hinein erstellte er Wohnbauten und Apartmenthäuser, wie zum Beispiel im Märkischen Viertel in Berlin. Neben seiner praktischen Planertätigkeit dozierte Ungers als Professor an der Technischen Universität Berlin, wo er 1965 bis 1967 Dekan an der Fakultät für Architektur war.

Im Jahr 1967 wurde er Professor an der Universität Cornell in Ithaca im US-Bundesstaat New York und deren "Chairman of the Department of Architecture" von 1969 bis 1975 sowie an der Harvard University bei Boston (1973), der University of California in Los Angeles (UCLA) (1974–1975), der Hochschule für angewandte Kunst in Wien (1979–1980) und der Kunstakademie Düsseldorf (1986–1990). Der Architekt beteiligte sich häufig an Wettbewerben, so zum Beispiel an der städtebaulichen Neuordnung des Berliner Tiergarten-Viertels (1973), am Neubau des Wallraf-Richartz-Museums in Köln (1975) oder an dem Projekt der Universität Bremen (1977). Ungers entwarf die neue Messehalle auf dem Frankfurter Messegelände, die von 1980 bis 1984 entstand, das Alfred Wegener Institut für Polarforschung in Bremerhaven, das ebenfalls 1980 bis 1984 erstellt wurde, oder die Badische Landesbibliothek in Karlsruhe, die 1980 bis 1991 gebaut wurde.

Ebenso war er für den Bau des Architekturmuseums in Frankfurt am Main, das 1984 erstellt wurde, gestalterisch verantwortlich. Zu Ungers weiteren realisierten Projekten gehört unter anderem die Neugestaltung der Museumsinsel in Hamburg (1976-1986), die Residenz des deutschen Botschafters in Washington (1988-1994), die Erweiterung des Messegeländes in Berlin (1990-1998), die Friedrichsstadtpassage in Berlin (1996), die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe (1995-1997) oder die Kunsthalle Hamburg (1997). Die ideale Form in seiner Anschauung von Architektur war das Quadrat. Ungers orientierte sich dabei an den Werken des italienischen Baumeisters Andrea Palladio, des französischen Baumeisters Claude-Nicolas Ledoux und des preußischen Baumeisters Karl Friedrich Schinkel.

Besonders in seinem Museumskonzept für das Wallraf-Richartz-Museum in Köln zielte Ungers auf den preußischen "Staatsarchitekten" Schinkel ab. Die Projekte des deutschen Architekten zeichnen sich durch ihre Originalität aus, die auch bei internationalen Kritikern Beifall findet. Seine Planungstätigkeit umfasste Verwaltungs-, Wohnungs-, Industrie- und Museumsbauten und andere Großprojekte, wie Stadtplanungen. 1999 und 2002 wurde Ungers eine Ausstellung in der Josef-Haubrich-Kunsthalle in Köln gewidmet. Dort wurden Einblicke in das Schaffen des international renommierten Architekten ermöglicht. Neben ausgeführten Projekten und Bauten wurden auch Wettbewerbsentwürfe und theoretische Versuchsanordnungen in Form von Modellen, Plänen, Zeichnungen und Fotographien präsentiert.

Ein besonderes Augenmerk wurde dabei auf die Entwürfe und die Realisation des Neubaus des Kölner Wallraf-Richartz-Museums gelegt. Außerdem war Ungers ein leidenschaftlicher Sammler alter und neuer Kunst. Er konnte eine umfangreiche und bedeutende Kunstsammlung anlegen, deren Spektrum ebenfalls auf der Ausstellung in Köln präsent war. Sie machte die mittelbaren und unmittelbaren Verbindungen zwischen der Baukunst von der Antike bis in die Gegenwart deutlich, von der sich auch Ungers inspirieren ließ. Das von Ungers entworfene Wallraf-Richartz-Museum wurde 2001 eröffnet. Es beherbergt Kunstwerke vom Mittelalter über Barock bis zum 19. Jahrhundert.

Der Neubau galt nicht nur als einer der schönsten und gelungensten Museumsbauten in Deutschland, sondern auch als einer der perfektesten, der eine städtebauliche Achse historischer und musealer Gebäude in Köln komplettiert. Weiter wurde er Mitglied der Akademie der Künste (Berlin).

Oswald Mathias Ungers starb am 30. September 2007 an den Folgen einer Lungenentzündung.


Die einflussreichsten Architekten und Designer des 20. Jhs.
1951
Mehrfamilienhaus, Köln

1951
Kleiderfabrik und Wohnhaus, Köln

1952/53
Mehrfamilienhaus an der Riehler Straße 29–31, Köln-Neustadt, zusammen mit Helmut Goldschmidt

1953/58
Institut zur Erlangung der Hochschulreife, Oberhausen

1955
Mehrfamilienhaus, Köln

1957
Zweifamilienhaus, Köln

1956
Studentenwohnheim an der Goldenfelsstraße 19 (heute Hygieneinstitut der Universität zu Köln), Köln-Lindenthal

1958
Eigenes Wohn- und Bürohaus an der Belvederestraße 60/Quadratherstraße 2, Köln-Müngersdorf (1989/90 erweitert)

1962/67
Wohnhochhaus im Märkischen Viertel, Berlin

1965/66
Wohnanlage am Asternweg in Köln-Seeberg

1967
Mehrfamilienhaus am Hansaring 25 (Haus Reimbold), Köln-Neustadt

1979/83
Wohnanlage am Lützowplatz, Berlin (im Rahmen der IBA)

1979/84
Deutsches Architekturmuseum, Frankfurt am Main

1980/83
Galeria, 9 und Messe-Torhaus auf dem Messegelände, Frankfurt am Main

1983/91
Badische Landesbibliothek, Karlsruhe

1986
Damaliges Hauptgebäude des Alfred-Wegener-Instituts in Bremerhaven

1989/96
Thermen am Viehmarkt in Trier.

1990/91
Hofflügel des Haus Bitz, Frechen-Bachem

1990/94
Bundesanwaltschaft, Karlsruhe

1993/95
Familiengericht, Berlin-Kreuzberg

1993/96
Friedrichstadt-Passagen (Quartier 205), Berlin

1993/99
Erweiterung der Messe Berlin

1994
Haus des deutschen Botschafters zu USA Botschaft in Washington, D.C.

1994/95
Haus ohne Eigenschaften, Köln-Müngersdorf

1997
Erweiterungsbau Galerie der Gegenwart für die Hamburger Kunsthalle

1999
Neubau der Forschungsstelle Potsdam des Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung

1999/2000
Umbau des Kunstpalastes der Ehrenhof-Anlage, Düsseldorf

1998/2001
Dorotheenhöfe, Berlin

2001
Wallraf-Richartz-Museum, Köln

2006
Entrée zu den Kaiserthermen in Trier
1971
Mitglied des American Institute of Architects (AIA)

1987
Großer BDA-Preise

1987
Mitglied der Akademie der Wissenschaften in Berlin

1988
Ehrenmitgliedschaft des Bundes Deutscher Architekten (BDA)

1989
Prix Rhenan/Strasbourg

1992
Member of the Moscow Branch of the International Academy of Architecture (IAA)

1997
Großes Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland

1999
Ehrendoktorwürde der TU Berlin

2000
Großer DAI Preis für Baukultur

2001
Goetheplakette der Stadt Frankfurt am Main

2003
Ehrenmitglied der Hochschule für bildende Künste Hamburg

2006
Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen

NameOswald Mathias Ungers

Geboren am12.07.1926

SternzeichenKrebs 22.06 - 22.07

GeburtsortKaisersechs, Eifel (D).

Verstorben am30.09.2007

TodesortKöln (D).

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