Biografie

Michael Ende

Der deutsche Schriftsteller zählte zu den erfolgreichsten europäischen Romanautoren des 20. Jahrhunderts. Seine Bekanntheit verdankte Michael Ende vor allem dem großen Erfolg seiner Kinderbücher und ihren Helden, die mit ihrem einnehmenden Charakter zur Identifikation einluden und den Leser in fremde Welten voller visionärer Symbolkraft entführten. Seine Bestseller "Momo" (1973) und "Die unendliche Geschichte" (1979), die beide für das Kino verfilmt wurden, bescherten ihm internationale Popularität. In diesen Werken präsentiere Ende düstere Visionen, in denen Fantasie und Menschlichkeit oder sogar die gesamte Welt selbst im Verschwinden begriffen sind. Sein umfangreiches Schaffen machte ihn auf eine bestimmte Lesergruppe nicht mehr festlegbar...
Michael Ende wurde am 12. November 1929 als Michael Andreas Helmut Ende in Garmisch-Partenkirchen geboren.

Seine Eltern sind Luise Ende (1892-1973) und Edgar Ende (1901-1965). Der Vater Edgar Carl Alfons Ende war surrealistischer Maler, seine Kunst galt während der NS-Zeit als "entartet", weswegen er 1933 von der Reichskulturkammer ein Ausstellungsverbot erhielt. Bereits während der Schulzeit machte Michael Ende durch seine lebhafte Fantasie in zahlreichen Aufsätzen und Kurzgeschichten auf sich aufmerksam. Er wuchs im Zweiten Weltkrieg auf, erlebte die Bombenagriffe und die weitgehende Zerstörung Hamburgs 1943 hautnah mit. Dort sollte er 1945 zur Waffen-SS eingezogen werden, Ende widersetzte sich jedoch dem Befehl und floh zu seiner Mutter nach München.

Der Vater geriet während dieser Zeit in amerikanische Kriegsgefangenschaft. 1946 konnte Michael Ende bereits wieder ein Gymnasium in München besuchen. Er wechselte aber bald darauf in die Waldorfschule Stuttgart. 1947 wurde sein erster Text "Der Gaukler" in einer Zeitung veröffentlicht. Ende hegte indes den Wunsch Schauspieler zu werden, und so besuchte er 1948 die Schauspielschule Otto Falckenberg der Münchner Kammerspiele. Dort studierte er zwei Jahre lang klassische und moderne Schauspieltheorien. Im Anschluss erhielt er ein Engagement an der Landesbühne Schleswig-Holstein. In der Zeit von 1954 bis 1962 war Michael Ende Mitarbeiter sowie Filmkritiker beim Bayerischen Rundfunk, das Honorar jedoch reichte nicht zum überleben.

So begann er Sketche und Kabarett-Stücke zu schreiben wie "Die kleinen Fische", einen Sketch zum 150. Todestag Friedrich von Schillers aus dem Jahr 1955. Zu seinen ersten erfolgreichen und bekanntesten Arbeiten gehört die Kindergeschichte von "Jim Knopf" und "Lukas", dem Lokomotivführer, die mit großem Erfolg im Jahr 1960 erstmals veröffentlicht wurde und prompt mit dem Deutschen Jugendbuchpreis ausgezeichnet wurde. Michael Ende erlangte erstmals Popularität. 1962 wurde der zweite Band "Jim Knopf und die Wilde Dreizehn" veröffentlicht. Das Buch wurde in mehreren Sprachen herausgegeben und Ende erlangte finanzielle Unabhängigkeit.

Michael Ende heiratete am 7. August 1964 die Schauspielerin Ingeborg Hoffmann, die er bereits seit 1952 kannte. Gemeinsam zogen sie nach Genzano in der Nähe von Rom. Ende genoss die Freiheit und Toleranz in Italien, in Deutschland dagegen fühlte er sich eingeschränkt. Im Kontext der Eskapismus-Debatte wurden seine Texte als Flucht-Literatur abgestempelt, da sie nicht allein sozialkritischer oder politischer Natur waren. Der internationale Durchbruch gelang Ende im Jahr 1972 mit dem rührenden Märchenroman der kleinen "Momo", der 1986 u.a. mit Armin Mueller-Stahl verfilmt wurde. Das Buch hatte ihn sechs Jahre Arbeit gekostet und wurde 1974 wiederum mit dem Deutschen Jugendbuchpreis ausgezeichnet.

Zu seinen bekanntesten Arbeiten zählt "Die unendliche Geschichte" aus dem Jahr 1979, für die Michael Ende 1981 mit dem Europäischen Jugendbuchpreis ausgezeichnet wurde. In der "Unendlichen Geschichte" beschreibt Ende das Land "Phantasia", das nur in unserer Vorstellung existiert. Da aber die Menschen ihre Fantasie verlieren, wird "Phantasia" vom "Nichts" zerstört, und nur der Junge Sebastian kann die "Kindliche Kaiserin" und somit das Reich der Fantasie retten. Während der Verfilmung von "Die unendlichen Geschichte" kam es zu inhaltlichen Streitigkeiten mit den Produzenten. Daraufhin zog Ende seinen Namen zurück und prozessierte lange und erfolglos um die Streichung einiger Szenen - der Film lief dennoch 1984 in den Kinos an.

Im selben Jahr, 1984, erschien das bekannte Werk "Der Spiegel im Spiegel". Die einzelnen Erzählungen des Buches sind miteinander verknüpft und verweisen aufeinander. Im März 1985 starb seine Frau Ingeborg. Ende gab daraufhin den Wohnsitz in Italien auf und zog zurück nach München. 1988 veröffentlichte er das Sachbuch "Kunst und Politik - ein Gespräch von Joseph Beuys/Michael Ende". 1989 heiratete Michel Ende in zweiter Ehe Mariko Sato. Zu seinem 60. Geburtstag wurde er mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. In den 1990er Jahren folgten mit viel Beachtung Romane wie "Der lange Weg nach Santa Cruz", "Die Vollmondlegende" oder "Lirum Larum Willi Warum".

Zu seinen letzen Arbeiten gehört "Die Geschichte von der Schüssel und dem Löffel", die posthum im Jahr 1996 erschien. Für sein literarisches Werk wurde Michael Ende vielfach ausgezeichnet.

Michael Ende starb am 28. August 1995 in Filderstadt-Bonlanden bei Stuttgart an Magenkrebs.
Kinder- und Jugendbücher

1960 - Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer
1962 - Jim Knopf und die Wilde 13
1969 - Das Schnurpsenbuch
1972 - Tranquilla Trampeltreu die beharrliche Schildkröte
1973 - Momo
1978 - Das kleine Lumpenkasperle
1978 - Das Traumfresserchen
1978 - Lirum Larum Willi Warum
1979 - Die unendliche Geschichte
1981 - Der Lindwurm und der Schmetterling oder Der seltsame Tausch
1982Die Schattennähmaschine
1984 - Filemon Faltenreich
1984 - Norbert Nackendick
1988 - Ophelias Schattentheater
1989 - Der satanarchäolügenialkohöllische Wunschpunsch
1990 - Die Geschichte von der Schüssel und vom Löffel
1991 - Lenchens Geheimnis
1992 - Der lange Weg nach Santa Cruz
1993 - Der Teddy und die Tiere
1999 - Die Zauberschule im Wünschelreich
1999 - Vom Wunsch aller Wünsche und andere Geschichten
2002 - Die Rüpelschule

Prosa

1971 - Edgar Ende
1983 - Mein Lesebuch (Anthologie)
1984 - Der Spiegel im Spiegel. Ein Labyrinth (Surrealistische Texte)
1985 - Die Archäologie der Dunkelheit
1988 - Kunst und Politik - ein Gespräch von Joseph Beuys/Michael Ende
1992 - Das Gefängnis der Freiheit (Erzählungen)
1993 - Die Vollmondlegende (Bilderbuch für Erwachsene)
1994 - Michael Endes Zettelkasten. Skizzen und Notizen)
1998 - Der Niemandsgarten (Aus dem Nachlass)

Theaterstücke – Opernlibretti

1967 - Die Spielverderber (Theaterstück)
1982 - Das Gauklermärchen (Theaterstück)
1984 - Der Goggolori (Eine bairische Mär, Stück in acht Bildern)
1987 - Die Jagd nach dem Schlarg. Variationen in Lewis Carrolls gleichnamigem Nonsensgedicht. (Libretto)
1993 - Der Rattenfänger (Libretto)
1961
Deutscher Jugendliteraturpreis / Jim Knopf und Lukas, der Lokomotivführer

1967
Hugo-Jacobi-Preis

1974
Deutscher Jugendliteraturpreis / Momo

1979
Buxtehuder Bulle / Die unendliche Geschichte

1980
Großer Preis der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendliteratur e.V. Volkach

1980
Silberner Griffel für Die unendliche
Geschichte

1980
Wilhelm-Hauff-Preis / Die unendliche Geschichte

1981
Janusz-Korczak-Preis / Gesamtwerk

1982
Lorenzo il Magnifico

1983
Silberner Griffel

1989
Bundesverdienstkreuz

1990
La vache qui lit / Der satanarchäolügenialkohöllische Wunschpunsch

1996 Kurd-Laßwitz-Preis / Der lange Weg nach Santa Cruz

NameMichael Ende

Geboren am12.11.1929

SternzeichenSkorpion 24.10 - 22.11

GeburtsortGarmisch-Partenkirchen (D).

Verstorben am28.08.1995

TodesortStuttgart (D).

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