Biografie

Michael Degen

Der Theater- und Filmschauspieler, Regisseur und Schriftsteller zählt zu den populärsten Darstellern des deutschen Films. Seine Karriere begann Michael Degen in den 1950er Jahren am Deutschen Theater in Ost Berlin, wo er ab 1954 im Ensemble von Bertolt Brecht spielte. Seit den 1960er Jahren begleitete er zahlreiche Fernsehfilme in tragenden Rollen. Dabei verkörperte er mit feinem mimischem Spiel komplexe Persönlichkeiten. Große Erfolge feierte Degen mit TV-Serien wie "Die Drombuschs" oder "OP ruft Dr. Bruckner". Zu seinen populärsten Filmen zählen "Buddenbrooks", "Der Froschkönig", "Die Kolonie" oder "Mission Eureka"...
Michael Max Degen wurde am 31. Januar 1932 in Chemnitz geboren.

Aufgewachsen als Sohn jüdischer Eltern wurde seine Kindheit ab 1933 geprägt durch die antisemitische Verfolgung durch die Nationalsozialisten. Degen überlebte den Krieg und die NS-Gewaltherrschaft in Berlin. Zusammen mit seiner Mutter und unter falscher Identität, versteckten sie sich von 1943 bis 1945 in einer Laubenkolonie im Ostteil der Stadt im Untergrund. Degens Vater wurde deportiert.

Zwar überlebte der Vater seine Inhaftierung im Konzentrationslager Sachsenhausen, dennoch verstarb er kurz nach seiner Befreiung an den Folgen seiner Folter. Michael Degen kehrte nach Kriegsende nach West Berlin zurück. Nach Abschuss der Schule begann er seine Laufbahn als Schauspieler, zunächst als Statist. Seine Ausbildung erhielt er 1950 durch ein Stipendium an der Schauspielschule des Deutschen Theaters in Ost Berlin. 1951 bereiste er für zwei Jahre den Staat Israel. Hier erlernte Degen Hebräisch und erhielt eine Anstellung bei den Kammerspielen in Tel Aviv.

Wieder in Deutschland erhielt Michael Degen zahlreiche Theaterrollen in Köln, Frankfurt am Main, Berlin, München, Salzburg, Hamburg und Wien sowie 1954 ein Engagement für zwei Jahre im Ensemble von Berthold Brecht. 1968 feierte er sein Filmdebüt mit "Der Richter von Zalamea". Ab den frühen 1970er Jahren entstanden mit Degen zahlreiche TV-Filme wie "Supermarkt", "Filmriss" und 1976 "Die 21 Stunden von München". Im Laufe seiner Karriere arbeitete er mit so renommierten Regisseuren wie Peter Zadek, Ingmar Bergman, Claude Chabrol, Rudolf Noelte und George Tabori zusammen.

Von 1967 bis 1973 war an den Staatlichen Schauspielbühnen Westberlin beschäftigt. Dort, am Schiller-Theater, führte er auch erstmals Regie bei Goethes "Urfaust", bei dem er auch selbst die Hauptrolle spielte. Einem großen Fernsehpublikum wurde Michael Degen 1978 durch seine Rolle in Franz Peter Wirths Mehrteiler nach Thomas Manns "Buddenbrooks" bekannt. 1981 spielte er an der Seite von Helmut Griem und Stephane Audran in "Wahlverwandtschaft" nach der Vorlage von Johann Wolfgang von Goethe.

In den 1980er Jahren folgten weiter Filme wie Dieter Wedels "Mittags auf dem roten Platz" (1983), Peter Beauvais' "Die ewigen Gefühle" (1984) und Michael Kehlmanns "Geheime Reichssache" aus dem Jahr 1987. In dem Film "Die Kolonie" von 1988 über die umstrittene deutsche "Colonia Dignidad" in Chile, stand Degen erstmals mit seiner Tochter, der Schauspielerin Elisabeth Degen, vor der Kamera. Zu einer seiner populärsten Rollen wurde ab 1989 die Serie "Die Drombuschs" an der Seite von Witta Pohl und Günter Strack.

Degen avancierte darauf zu einem der produktivsten und beliebtesten Filmschauspieler des deutschen Fernsehens. 1986 äußerte er öffentlichen Protest an einem Treffen der "Leibstandarte Adolf Hitler". In der Folge wurde seine Wohnung in Hamburg verwüstet und Degen mit Morddrohungen konfrontiert, worauf er keine politische Stellung mehr nahm. 1990 war er in dem Horrorfilm "Dr. M." mit Alan Bates und Jennifer Beals zu sehen. 1991 feierte er einen großen Erfolg an der Seite von Iris Bergen in dem Märchenfilm "Der Froschkönig".

Unter dessen wurde Michael Degen auch schriftstellerisch tätig. 1993 folgte mit Degen der Film um den Grafen Waldeck in der internationalen Koproduktion "Mission Eureka". 1999 veröffentlichte er unter dem Titel "Nicht alle waren Mörder – Eine Kindheit in Berlin" seine Autobiografie. 2000 folgten mit Degen die Produktionen der Leon-Verfilmungen "Donna Leon – Vendetta" und "Donna Leon – Venezianische Scharade". Weiter spielte er 2000 in "Rote Glut" und 2001 in "Nachts im Park" sowie in "Leo und Claire".

Unter der Regie von Jo Baier wurde seine Autobiografie mit dem Titel "Nicht alle waren Mörder" 2006 verfilmt. In der Produktion verkörperten Aaron Altaras als Michael Degen und Nadja Uhl als Degens Mutter die Hauptrollen. Die dramatischen Ereignisse seiner Kindheit in Verbindung mit dem öffentlichen Interesse an seiner Person, lösten ein großes Medieninteresse aus.

Im selben Jahr, 2006, veröffentlichte er das Buch "Blondi". Aus der Sicht von Adolf Hitlers Hündin, einer wiedergeborenen Jüdin, werden darin mit Menschenverstand die Mächtigen der Zeit des Nationalsozialismus betrachtet, vor der Auseinandersetzung des jüdischen Volkes mit Gott.

Michael Degen ist in zweiter Ehe mit der Schauspielerin Dora verheiratet und hat vier Kinder: Gabi, Elisabeth, Adina und Jakob.
1968 - Der Richter von Zalamea
1973 - Supermarkt
1975 - Filmriss
1976 - Die 21 Stunden von München
1977 - Jenseits von Gut und Böse
1978 - Die Buddenbrooks
1980 - Ein Mann von gestern
1981 - Derrick: Prozente
1981 - Derrick: Kein Garten Eden
1981 - Die Wahlverwandtschaften
1982 - Das Traumschiff
1983 - Derrick: Via Genua
1983 - Plötzlich und unerwartet
1983 - Die Geschwister Oppermann
1983 - Diese Drombuschs (TV-Serie)
1984 - Der Alte: Von Mord war nicht die Rede
1984 - Julia
1984 - Die ewigen Gefühle
1985 - Der Alte: Die Tote in der Sauna
1985 - Hautnah
1986 - Das Wahlergebnis
1987 - Derrick: Ein Weg in die Freiheit
1987 - Wer lacht schon über Rosemann
1987 - Die Kolonie
1987 - Die Bombe
1988 - Game, Set, and Match
1989 - Wie du mir ...
1990 - Der Alte: So gut wie tot
1990 - Dr. M, mit Alan Bates und Jennifer Beals
1991 - Der Alte: Grenzenlos
1991 - Struppi & Wolf
1991 - Der Froschkönig
1991 - Die Erbschaft
1992 - Der Alte: Tödliche Beziehungen
1992 - Auto Fritze
1993 - Der Alte: Korruption
1993 - Ein unvergeßliches Wochenende ... in Salzburg
1993 - Tatort - Die Sache Baryschna
1993 - Christinas Seitensprung
1993 - Das Sahara Projekt
1994 - Die letzte Entscheidung
1994 - Anna Maria - Eine Frau geht ihren Weg
1995 - Das wilde Mädchen
1996 - Spiel des Lebens: Nachtasyl
1996 - OP ruft Dr. Bruckner
1996 - Spitzenleistung
1996 - Tanz auf dem Vulkan
1997 - Ein Vater schlägt zurück
1997 - Verschollen in Thailand
1997 - Die letzte Rettung
1997 - Porträt eines Richters
1998 - Das Frankfurter Kreuz
1998 - Eine Ungehorsame Frau
1998 - Tatort - Rosen für Nadja
1998 - Dr. med. Mord
1999 - Siska: Fünf Sekunden, höchstens sechs
2000 - Tatort - Viktualienmarkt
2000 - Manila
2000 - Donna Leon - Vendetta
2000 - Donna Leon - Venzianische Scharade
2000 - Rote Glut
2001 - Klinik unter Palmen, 6.1: Gebrochene Herzen
2001 - Klinik unter Palmen, 6.2: Tränen und Tequila
2001 - Klinik unter Palmen, 6.3: Stunden der Entscheidung
2002 - Nachts im Park
2002 - Leo und Claire
2002 - Liebe unter Verdacht
2002 - Babij Jar - das vergessene Verbrechen
2003 - Donna Leon - Venezianisches Finale
2003 - Der zweite Frühling, mit Nadja Tiller
2004 - Donna Leon - Sanft entschlafen
2004 - Donna Leon - Acqua Alta
2004 - Der Wunschbaum
2005 - Unter weißen Segeln - Abschiedsvorstellung
2006 - Donna Leon - Das Gesetz der Lagune
2006 - Die Sturmflut
2006 - Nicht alle waren Mörder
Ullstein Buchverlag
c/o Michael Degen
Friedrichstrasse 126
DE-10117 Berlin

NameMichael Degen

Geboren am31.01.1932

SternzeichenWassermann 21.01 - 19.02

GeburtsortChemnitz (D).