Biografie

Max Grundig

Der Unternehmer zählt zu den großen deutschen Wirtschaftspionieren nach dem Zweiten Weltkrieg. Durch sein gleichnamiges Elektronik-Unternehmen, das sich im Zuge des Wirtschaftswunders zum größten europäischen Radio-Hersteller entwickelte, schrieb Max Grundig maßgeblich an der bundesrepublikanischen Radio- und Fernsehgeschichte mit. Er produzierte bereits 1948 das legendäre Modell "Weltklang", das zum ersten Verkaufsschlager des Hauses Grundig avancierte. Ab 1951 folgten Tonband und Fernsehgeräte. 1984 übernahm Philips die unternehmerische Konzern-Leitung, während Max Grundig bis zu seinem Tod der Max-Grundig-Stiftung als Mehrheitsaktionär vorstand...
Max Grundig wurde am 7. Mai 1908 als Sohn des Lagerverwalters Max Emil Grundig, der aus Frauenstein/Sachsen stammte, und dessen Frau Marie in Nürnberg geboren.

Grundig wuchs dort zusammen mit seinen drei Schwestern in sehr einfachen Verhältnissen auf. Seine Mutter musste infolge des frühen Todes des Vaters die Familie als Fabrikarbeiterin alleine ernähren. Nach dem Schulbesuch und Abitur begann Grundig 1922 in seiner Heimatstadt eine Ausbildung zum Elektroniker. Im Anschluss daran arbeitete er für seinen Lehrbetrieb, die Installationsfirma "A. & J. Hilpert", in Nürnberg. Ab 1927 wurde Grundig zum Filialleiter von "Hilpert" in Fürth erhoben. Nach Feierabend und in seiner Freizeit begann er bereits, Radios und Funkgeräte zusammenzubasteln.

Im Jahr 1930 verließ Grundig "Hilpert", um sich mit einem Freund selbständig zu machen: Beide riefen in Fürth den "Radio-Vertrieb Fürth, Grundig & Wurzer, Handel mit Radiogeräten" ins Leben. Das Einzelhandelsgeschäft spezialisierte sich auf die Produktion und den Verkauf von Transformatoren. Der Betrieb hatte großen Erfolg und erreichte 1938 eine Million Reichs-Mark Umsatz. Infolge des Ausbruchs des Zweiten Weltkrieges 1939 verlagerte Grundig die Produktion aufs Land. Nach Kriegsende kehrte die Produktion nach Fürth zurück, wo Grundig nun Mess- und Prüfinstrumentarien für Radios herstellte. Aufgrund der Restriktionen der alliierten Besatzungsmächte waren in der unmittelbaren Nachkriegszeit die Produktion und der Verkauf von Radiogeräten erschwerten Bedingungen unterstellt.

Max Grundig gelang dennoch bereits 1946 ein großer Geschäftserfolg, indem er mit dem von ihm entwickelten "Heinzelmann"-Baukasten geschickt das Verkaufsverbot umging und den Erwerb von Radioteilen ohne Bezugsschein ermöglichte. 1947 ließ Grundig die ersten Gebäude einer eigenen Produktionsanlage in Fürth errichten, die den Grundstein für sein späteres Stammwerk abgaben. Die Auswirkungen der Währungsreform bescherten Grundig dann den Durchbruch zum größten Radio-Hersteller in Europa. Entscheidenden Anteil an dieser Erfolgsgeschichte des Hauses hatten Geräte wie "Weltklang", die schon seit 1948 in Serie produziert wurden. Ab 1951 erweiterte Grundig nach dem Ankauf der Nürnberger Lumophonwerke seine Produktpalette um Tonbandgeräte, für die gegen Ende des Jahrzehnts eigene Produktionswerke in Bayreuth und Nürnberg entstanden.

Ein Jahr später setzte die Herstellung von Fernsehern ein, welche sich durch höchste Qualität und Zuverlässigkeit einen Namen machten. Bereits 1954 konnte Grundig das erste TV-Gerät zu einem Preis von unter 1.000 DM anbieten. 1957 übernahm Grundig die Anteilsmehrheit an den Unternehmen "Triumph" und "Adler". Fortan produzierte die Firma neben Radio- und TV-Geräten auch Schreib- und Büromaschinen. 1959 setzte, durch die Gründung von Tochtergesellschaften in den USA, die internationale Expansion von Grundig ein. 1964 kaufte Grundig die "Tonfunk-Werke GmbH" in Karlsruhe auf. Bis zum Beginn der 1980er Jahren folgten Tochterunternehmen, Produktionswerke und Vertriebsgesellschaften in Schweden, Portugal, Italien, Spanien, Frankreich, Österreich und Taiwan.

Die Anteilsmehrheit über das 1972 in die "Grundig Werke AG" umgewandelte Unternehmen übertrug Grundig auf die eigens dafür gegründete "Max-Grundig-Stiftung". Der Firmengründer behielt sich als Aufsichtsratsvorsitzender der AG und als Präsident der Stiftung auch weiterhin die entscheidende Mitsprache in der Unternehmensführung vor. Als das Unternehmen Grundig in Folge der fernöstlichen Konkurrenz im Jahre 1980 erstmals einen Umsatzrückgang verbuchte, reagierte Grundig 1982 mit einem Sanierungskonzept, das einen strategischen Zusammenschluss der europäischen Hersteller von Unterhaltungselektronik anstrebte. Dieses Konzept fand jedoch nur beim niederländischen "Philips"-Unternehmen Zustimmung, mit dem Grundig nun eine gesellschaftliche Verbindung zur "Grundig E.M.V." einging.

Weiter erwarb Phillips 1984 einen Großanteil an der Grundig AG. Während die unternehmerische Führung 1984 auf die niederländische Seite überging, blieb Grundig als Vorsitzender des Vorstandes der Stiftung weiterhin seinem Unternehmen verbunden. In den folgenden Jahren schuf Grundig in einer seiner letzten unternehmerischen Initiativen eine Hotelkette gehobenen Niveaus, die das Forsthaus Dambach, das Vista Palace in Monaco und Häuser in Salzburg und Fürth umfasste. Das Schlosshotel Bühlerhöhe bei Baden-Baden wurde auf der Anlage um das renommierte Privatkrankenhaus Max Grundig Klinik erweitert. 1987 erhielt er die Ehrensenator der Universität Karlsruhe. 1988 wurde er mit der Verdienstmedaille des Landes Baden-Württemberg ausgezeichnet.

Max Grundig starb am 8. Dezember 1989 in Baden-Baden. Er hinterließ zwei geschiedene Ehefrauen und seine dritte und letzte Frau Chantal Rubert sowie zwei Töchter.


Bedeutende Vertreter der Informations- und Kommunikationsrevolution
Menschen und Marken

NameMax Grundig

Geboren am07.05.1908

SternzeichenStier 21.04 - 21.05

GeburtsortNürnberg (D).

Verstorben am08.12.1989

TodesortBaden-Baden (D).