Biografie

Wolfgang Grupp

Der studierte Ökonom übernahm 1969 vom Vater das schwäbische Textilunternehmen Trigema (Mechanische Trikotwarenfabrik Gebrüder Mayer), das er zum größten deutschen Produzenten für T-Shirts und Tennisbekleidung entwickelte. Seinen Geschäftserfolg verdankt der Trigema-Chef einer ungewöhnlichen Unternehmensphilosophie, die gegen den Trend zur Globalisierung auf den deutschen Wirtschaftsstandort und den heimischen Absatzmarkt setzt. Der dem traditionellen schwäbischen Paternalismus verpflichtete Geschäftsmann Wolfgang Grupp bringt sich somit durch ein leidenschaftliches Plädoyer für die "Lokalisierung" in die öffentliche Debatte um den Wirtschaftsstandort Deutschland ein...

Menschen und Marken
Wolfgang Grupp wurde am 4. April 1942 in Burladingen in Schwaben geboren.

Sein Vater, Konsul Franz Grupp, betrieb das Textilunternehmen Mechanische Trikotwarenfabrik Gebrüder Mayer, das 1919 in dem Ort gegründet worden war. Nach dem Besuch eines Jesuitenkollegs in St. Blasien studierte Grupp Wirtschafswissenschaften an der Universität Köln, wo er auch promovierte. Noch während der Promotion musste er jedoch 1969 das väterliche Unternehmen übernehmen. Grupp sanierte den Familienbetrieb, der in die roten Zahlen geraten war, erfolgreich.

Dabei spezialisierte er das Unternehmen, das nun unter dem Namen "Trigema" firmierte, vor allem auf die T-Shirt-Produktion, für die es zu einem der größten deutschen Produzenten aufstieg. Zur Produktpalette der Firma gehört außerdem Tennisbekleidung. Der erfolgreiche Unternehmer konnte den Umsatz seiner Firma in den Jahren 1969 bis 1998 von 17 auf 160 Millionen DM steigern. Die Mitarbeiterzahl stieg auf 1.200 Beschäftigte. Das Geschäftskonzept Grupps beruhte indes auf dem Grundsatz, trotz des wachsenden Globalisierungsdrucks, die Trigema-Bekleidung ausschließlich in Deutschland herzustellen.

Dies schließt auch die Stoffe mit ein, die ebenfalls aus deutscher Produktion stammen. Dabei wurde ein hoher Anspruch an die Qualität vertreten, durch den billigere Zulieferer meist nicht zum Zuge kamen. Grupp konnte durch dieses Konzept auf einen ungewöhnlichen Erfolg verweisen. Trigema musste im Gegensatz zu Konkurrenzunternehmen in der hart umkämpften Textilbranche keine betriebsbedingten Kündigungen aussprechen. Auch Kurzarbeit wurde nicht verhängt. Den Beschäftigten von Trigema wurde weiterhin die Option eingeräumt, ihre Kinder in dem Unternehmen ausbilden und später auch arbeiten zu lassen.

Der erfolgreiche Geschäftsmann bezog in der so genannten Standortdebatte, die angesichts des wirtschaftlichen Niedergangs in Deutschland nach der Jahrtausendwende verstärkt geführt wurde, eindeutig Stellung gegen die Globalisierung und die Verlagerung von Arbeitsplätzen in Billiglohnländer. 1988 heiratete er Elisabeth von Holleuffer. Gemeinsam wurden sie Eltern einer Tochter und eines Sohnes. Mit der "Wolfgang und Elisabeth Grupp Stiftung" unterstützte er in Not geratene Trigema-Mitarbeiter und Burladinger Bürger.

Als Traditionalist sprach sich Grupp vehement für die Förderung der deutschen Wirtschaftsstandorte und gegen eine Unternehmensstrategie des "schnellen Gewinns" aus. 2005 erhielt Grupp den Cicero-Rednerpreis in der Kategorie Wirtschaft für sein rhetorisches Engagement für Deutschland. Im selben Jahr machte Trigema einen Umsatz von 81,2 Mio. Euro.


Menschen und Marken

NameWolfgang Grupp

Geboren am04.04.1942

SternzeichenWidder 21.03 - 20.04

GeburtsortBurladingen (D).