Biografie

Max Frisch

NameMax Frisch

Geboren am15.05.1911

SternzeichenStier 21.04 - 21.05

GeburtsortZürich (CH).

Verstorben am04.04.1991

TodesortZürich (CH).

Max Frisch

Der Architekt stieg in den 1950er Jahren mit Friedrich Dürrenmatt zu einem der anerkanntesten Schriftsteller der deutschsprachigen Nachkriegsliteratur auf. Als Romancier und Dramatiker machte sich Max Frisch mit Werken wie "Stiller" (1954), "Homo Faber" (1957) und "Mein Name sei Gantenbein" (1965) einen internationalen Namen. Seine Romane thematisierten in beeindruckender Schärfe die existenziellen Probleme des Individuums in der postmodernen Gesellschaft. Sein thematisch wie formaler Umgang mit der Realität, der sein rastloses, von Berufs- und Ortswechsel gekennzeichnetes Leben zeichnete, wurde für die Literatur des 20ten Jahrhunderts charakteristisch. 1958 wurde Frisch mit dem Georg-Büchner-Preis ausgezeichnet...
Max Frisch wurde am 15. Mai 1911 in Zürich geboren. Sein Vater war als Architekt tätig.

Nach der Schule studierte Frisch von 1931 bis 1933 Germanistik. Als sein Vater starb, brach er die Studien ab, um eine Auslandsreise zu unternehmen und als freier Journalist zu arbeiten. 1934 erschien Frischs erster Roman "Jürg Reinhart", der sein literarisches Talent bereits sichtbar werden ließ. 1936 schrieb er sich für Architektur an der Technischen Universität Zürich ein. 1937 veröffentlichte er den Roman "Antwort aus der Stille". 1939 nahm Frisch im Tessin bis 1945 unregelmäßig den Militärdienst auf. 1941 erlangte er den Universitätsabschluss, worauf er in einem Architekturbüro in Zürich eine Anstellung erhielt. Am 30. Juli 1942 heiratete Frisch Constanze Meyerburg.

Im selben Jahr eröffnete er sein eigenes Architekturbüro, das er bis 1955 betrieb. Zugleich setzte Frisch auch seine literarische Tätigkeit fort, die er mit ausgedehnten Auslandsreisen in den unmittelbaren Nachkriegsjahren kombinierte. Sein "Tagebuch 1946-1949" dokumentierte 1950 die Eindrücke vom kriegszerstörten Europa. Frisch verfasste auch erfolgreiche Theaterstücke, wobei er von seinem persönlichen Kontakt und fruchtbaren Austausch mit Berthold Brecht profitierte. Erfolgreich war er in diesem Bereich vor allem mit "Die chinesische Mauer" (1946) und "Andorra" (1961). Den Durchbruch in der internationalen Literatur vollzog Frisch dann 1954 mit seinem Roman "Stiller", der das Problem gesellschaftlicher Identitätszwänge thematisiert:

Der Protagonist Stiller scheitert in seinem Versuch, sich eine neue Identität zu konstruieren, an der Beharrungskraft familiärer und sozialer Verhaltensstrukturen. Auf diesen ersten Erfolg folgten "Don Juan: Oder, Die Liebe zur Geometrie" (1953) und "Biedermann und die Brandstifter: Ein Lehrstück ohne Lehre, mit einem Nachspiel" (1958). Sein zweites Meisterwerk legte Frisch 1957 mit "Homo Faber: Ein Bericht" vor. Der Roman thematisiert die tragischen Implikationen, die das blinde Vertrauen in Technologie und Rationalität für zwischenmenschliche Beziehungen mit sich bringen kann. 1958 wurde Max Frisch mit dem Georg-Büchner-Preis ausgezeichnet. Nach der Scheidung von seiner ersten Frau im Jahr 1959 lebte Frisch von 1960 bis 1965 mit der österreichischen Schriftstellerin Ingeborg Bachmann in Rom.

Danach heiratete er 1968 Marianne Oellers, doch auch diese Ehe endete mit der Scheidung. Einen weiteren Bestseller legte Frisch 1965 mit "Mein Name sei Gantenbein" vor. 1972 folgte sein zweites "Tagebuch 1966-1971". Entgegen erster Kritikerreaktionen veröffentlichte er mit den Romanen "Montauk" (1975) und "Der Mensch erscheint im Holozän" (1979) zwei weitere Erfolgsbücher. 1976 erhielt Frisch den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. Ab 1980 lebte er mit Alice Locke-Carey in New York. 1982 publizierte der 71-jährige Schriftsteller seinen Roman "Blaubart". Im Vorfeld des 50. Jahrestages der Mobilmachung und der Volksbefragung zur Abschaffung der Armee in der Schweiz, engagierte sich Frisch 1989 durch eine Streitschrift und Vorträge in der Öffentlichkeit.

Noch im selben Jahr begannen die Dreharbeiten zu einer Verfilmung des "Homo Faber" unter Volker Schlöndorff. Der Film kam 1991 in die Kinos. 1990 wurde "Schweiz als Heimat? Versuche über 50 Jahre" unter der Herausgeberschaft von Walter Obschlager veröffentlicht.

Max Frisch verstarb am 4. April 1991 an einer Krebserkrankung in Zürich.
Prosawerke, Romane

1934 - Jürg Reinhart. Eine sommerliche Schicksalsfahrt. Roman

1937 - Antwort aus der Stille. Erzählung

1940 - Blätter aus dem Brotsack. Geschrieben im Grenzdienst

1943 - J'adore ce qui me brûle oder Die Schwierigen. Roman

1957 - Neufassung: Die Schwierigen oder j'adore ce qui me brûle

1945 - Bin oder die Reise nach Peking

1947 - Tagebuch mit Marion

1950 - Tagebuch 1946/1949

1954 - Stiller. Roman

1955 - Achtung: die Schweiz

1957 - Homo faber. Ein Bericht

1964 - Mein Name sei Gantenbein. Roman

1967 - Öffentlichkeit als Partner (Reden und Essays)

1968 - Erinnerungen an Brecht (Erste Einzelausgabe)

1971 - Wilhelm Tell für die Schule. Mit alten Illustrationen

1972 - Tagebuch 1966/1971

1974 - Dienstbüchlein

1975 - Montauk. Eine Erzählung

1976 - Wir hoffen. Rede zum Friedenspreis des Deutschen Buchhandels

1979 - Der Mensch erscheint im Holozän. Eine Erzählung

1982 - Blaubart. Eine Erzählung

1983 - Forderungen des Tages. Portraits, Skizzen, Reden 1943/1982

1989 - Schweiz ohne Armee? Ein Palaver

1990 - Schweiz als Heimat? Versuche über 50 Jahre


Theaterstücke

1944 - Santa Cruz. Eine Romanze

1946 - Nun singen sie wieder. Versuch eines Requiems

1946 - Die Chinesische Mauer. Eine Farce

1949 - Als der Krieg zu Ende war

1951 - Graf Öderland. Ein Spiel in zehn Bildern

1953 - Don Juan oder Die Liebe zur Geometrie

1953 - Rip van Winkle. Hörspiel

1953 - Herr Biedermann und die Brandstifter

1954- Herr Biedermann und die Brandstifter

1958 - Biedermann und die Brandstifter

1958 - Die große Wut des Philipp Hotz

1961 - Zürich – Transit. Skizze eines Films
1935
Einzelwerkpreis für Jürg Reinhart der Schweizerischen Schillerstiftung

1938
Conrad-Ferdinand-Meyer-Preis der Stadt Zürich

1940
Einzelwerkpreis für Blätter aus dem Brotsack der Schweizerischen Schillerstiftung

1945
Preis der Welti-Stiftung für das Drama für Santa Cruz

1954
Wilhelm-Raabe-Preis der Stadt Braunschweig

1955 Gesamtwerkspreis der Schweizerischen Schillerstiftung

1955
Schleußner-Schueller-Preis des Hessischen Rundfunks

1958
Georg-Büchner-Preis

1958
Literaturpreis der Stadt Zürich

1962
Ehrendoktorwürde der Philipps-Universität Marburg

1962
Großer Kunstpreis der Stadt Düsseldorf

1965
Jerusalempreis für die Freiheit des Individuums in der Gesellschaft

1965
Schiller-Gedächtnispreis des Landes Baden-Württemberg

1973
Grosser Schillerpreis der Schweizerischen Schillerstiftung

1976
Friedenspreis des Deutschen Buchhandels

1979
Ehrengabe aus dem Literaturkredit des Kantons Zürich (abgelehnt)

1980
Ehrendoktorwürde des Bard College (Staat New York)

1982
Ehrendoktorwürde der City University of New York

1984
Ehrendoktorwürde der Universität Birmingham

1984
Ernennung zum „Commandeur dans l’ordre des arts et des lettres“ (Frankreich)

1985
Commonwealth-Preis (Chicago)

1986
Neustadt International Prize for Literature der University of Oklahoma

1987
Ehrendoktorwürde der Technischen Universität Berlin

1989
Heinrich-Heine-Preis der Stadt Düsseldorf

NameMax Frisch

Geboren am15.05.1911

SternzeichenStier 21.04 - 21.05

GeburtsortZürich (CH).

Verstorben am04.04.1991

TodesortZürich (CH).

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