Biografie

Erich Fromm

Der deutsch-amerikanische Psychoanalytiker, Kulturphilosoph und Sozialpsychologe beleuchtete kritisch die Psychoanalyse Siegmund Freuds und erweiterte sie. In Frankfurt am Main geboren, studierte er an den Universitäten Heidelberg und München sowie am Institut für Psychoanalyse in Berlin. 1934 emigrierte er in die Vereinigten Staaten und nahm die amerikanische Staatsbürgerschaft an. In seiner Beschäftigung mit soziologischen und kulturphilosophischen Fragen setzte sich Erich Fromm mit der psychologischen Voraussetzung für eine neue gesellschaftliche Struktur auseinander. Seine Beiträge zur Psychoanalyse, zur Religionspsychologie und zur Gesellschaftskritik haben den "Neo-Psychoanalytiker" als einflussreichen Denker des 20. Jahrhunderts etabliert...
Erich Fromm wurde als Sohn des jüdischen Weinhändlers Naphtali Fromm und seiner Frau Rosa, geborene Krause, am 23. März 1900 in Frankfurt am Main geboren.

Fromm stammte aus einer streng religiösen jüdischen Familie, aus der bereits zahlreiche Rabbiner hervorgegangen waren. Auch er wollte ursprünglich diese Laufbahn einschlagen. Bereits mit 13 Jahren befasste sich Erich Fromm mit dem Talmud. Zu seiner Lektüre gehörten auch die Werke von Ernst Bloch. Er besuchte das Gymnasium in Frankfurt und schloss mit Abitur ab. Ab dem Jahr 1918 studierte er an der Universität Frankfurt am Main Jura. Nach zwei Semestern verließ er Frankfurt und zog nach Heidelberg. Dort setzte er sein Studium in den Fächern Psychologie, Philosophie und Soziologie fort. 1920 wurde das Freie Jüdische Lehrhaus gegründet. Unter den Gründern befand sich auch Fromm.

In dieser Zeit entstand eine Zusammenarbeit mit Walter Benjamin. 1922 schloss er sein Studium mit der Promotion ab. Seine Dissertationsarbeit verfasste er über das Thema "Das jüdische Gesetz. Ein Beitrag zur Soziologie des Diaspora-Judentums". 1926 heiratete er die Psychoanalytikerin Frieda Reichmann. In dieser Zeit wandte er sich auch vom orthodoxen Judentum ab. Er begann ein Studium in Psychologie und Psychiatrie in München. Unter anderem war er Schüler von Karl Landauer. 1929 beendete er das Studium am Psychoanalytischen Institut in Berlin. Er gründete mit anderen das Süddeutsche Institut für Psychoanalyse mit Sitz in Frankfurt am Main. Er folgte einem Ruf Max Horkheimers an das Frankfurter Institut für Sozialforschung.

Dort ergab sich eine Zusammenarbeit mit Theodor W. Adorno und Herbert Marcuse. 1941 trennte er sich von seiner Frau, 1942 wurden sie geschieden. Fromm erkrankte an Tuberkulose und begab sich im Jahr 1932 für knapp ein Jahr nach Davos in die Schweiz. Ein Jahr nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten siedelte er nach New York über, wohin auch das Institut für Sozialforschung emigrierte. In New York betrieb Fromm eine Praxis für Psychoanalyse. In der Zeit von 1934 bis 1939 lehrte er an der Columbia Universität in New York. Als Adorno im Jahr 1939 als Vollmitglied dem Institut für Sozialforschung beitreten wollte, erklärte Fromm seinen Austritt. Im Jahr darauf wurde er US-amerikanischer Staatsangehöriger.

Sein Werk mit dem Titel "Die Furcht vor der Freiheit" wurde im Jahr 1941 veröffentlicht. Es zeichnet ihn zum etabliertesten Repräsentanten der Neo-Psychoanalyse aus. Sie steht im Unterschied zu Siegmund Freuds Psychoanalyse und legt ihren Schwerpunkt auf gesellschaftliche Aspekte sowie auf andere Triebe. Ab dem Jahr 1941 hatte Fromm eine Professur für Psychologie in Vermont inne. Nach seiner Scheidung heiratete Fromm im Jahr 1944 Henny Gurland. Drei Jahre später, 1947, erschien seine Abhandlung "Psychoanalyse und Ethik". 1949 verließ er die USA und zog nach Mexiko. Dort gründete er in Mexico City eine Praxis. Zwei Jahre später war er außerordentlicher Professor für Psychoanalyse an der dortigen Universität. 1952 starb seine Frau.

Im Jahr darauf heiratete er Annis Freemann. Sein Werk "Die Kunst des Liebens" erschien im Jahr 1956. Die Arbeit bekam nicht nur von der Fachwelt positive Kritiken, sondern wurde auch von einer breiten Öffentlichkeit wohlwollend rezipiert. Erich Fromm schloss sich im Jahr 1957 der amerikanischen Friedensbewegung an und äußerte sich gegen das politische Atomwaffenengagement der USA. 1963 gründete er das Mexikanische Psychoanalytische Institut. Zwei Jahre später erfolgte seine Emeritierung. Im gleichen Jahr entstand das Gemeinschaftswerk "Humanist Socialism", an dem unter anderem Herbert Marcuse und Ernst Bloch als Autoren auftreten. 1974 verließ er Mexiko und siedelte wieder nach Europa über.

Dort ließ er sich in Muralto im Schweizer Tessin nieder. 1976 wurde sein Werk "Haben und Sein" ediert. Im Jahr darauf erlitt er seinen zweiten Herzinfarkt. 1979 wurde Fromm mit dem Nelly-Sachs-Preis ausgezeichnet.

Erich Fromm starb am 18. März 1980 in Muralto.

Kurz nach seinem Tod erschien die Gesamtausgabe seiner Werke. 1981 wurde ihm posthum die Goethe-Plakette der Stadt Frankfurt verliehen.

NameErich Fromm

Geboren am23.03.1900

SternzeichenWidder 21.03 - 20.04

GeburtsortFrankfurt a.M. (D).

Verstorben am18.03.1980

TodesortMuralto b. Locarno (CH).