Biografie

Mario Adorf

Der in der Schweiz geborene Schauspieler zählt zur Spitze der deutschen Charakterdarsteller. Mit der Verkörperung des Massenmörders "Lüdke" im Siodmarks-Film "Nachts, wenn der Teufel kam" feierte er 1957 seinen internationalen Durchbruch. Seit den 1960er Jahren lebt und arbeitet er vorwiegend in Italien. Mit Filmen wie "Die Blechtrommel", "Der Schattenmann", "Momo", "Der große Bellheim" oder "Rossini" feierte er seine größten Erfolge. Während seiner langen Schauspielerkarriere, in der er in über 70 Kinoproduktionen in tragenden Rollen zu sehen war, wurde Mario Adorf mit den renommiertesten Filmpreisen bedacht...
Mario Adorf wurde als Sohn eines römischen Arztes und der Elsässer Röntgenassistentin Alice am 8. September 1930 in Zürich, Schweiz, geboren.

Adorf hatte seinen Vater nur ein einziges Mal in seinem Leben gesehen. Er wurde von seiner Mutter in der Eifel aufgezogen und wuchs zum Teil auch in einem katholischen Waisenhaus auf. Aus den Erfahrungen des Waisenhauses heraus entstand sein Bekenntnis: "Ich bin antireligiös und antipolitisch, ich glaube nicht an Machtspiele und nicht an einen persönlichen Gott." Er wollte Lehrer werden und studierte ab 1950 Germanistik und Philosophie. Bald brach er sein Studium ab, denn über die Studentenbühne war Adorf inzwischen zum Schauspielhaus nach Zürich gekommen. Dort hatte er erste Statistenrollen und Regieassistenzen. In der Zeit von 1953 bis 1955 besuchte Adorf die Otto-Falckenberg-Schule in München. Danach war er für sieben Jahre, bis 1962, Ensemblemitglied der Münchner Kammerspiele.

Dort wurde er geprägt von dem Schauspieler Friedrich Domin und dem Regisseur Fritz Kortner. 1954 hatte Adorf seinen ersten großen Auftritt in dem Film "08/15". 1957 erhielt er den Bundesfilmpreis für seine Rolle in "Nachts, wenn der Teufel kam". 1958 erhielt er den Preis der deutschen Filmkritik und erneut den Bundesfilmpreis für "Der Arzt von Stalingrad". Adorf hatte damit zwar den Durchbruch geschafft, allerdings geriet das Kino gegen Ende der 1950er Jahre in eine tiefe Krise, die Produktionen wurden stark eingeschränkt. In dieser Situation ging der Schauspieler nach Hollywood, wo er in dem Western "Major Dundee" seine erste Filmrolle hatte. Damit war Adorf auf den Typ des Mexikaners festgelegt. Anfang der 1960er Jahre siedelte Adorf nach Italien um. Hier spielte er immer wieder die Rolle des Schurken, wie zum Beispiel in "Winnetou I" und in "Das Totenschiff".

In den 1970er Jahren übernahm Adorf unter anderem eine Charakterrolle in "Die Ermordung Matteottis", einem Klassiker von Volker Schlöndorff. Danach folgten bedeutende Rollen in "Die verlorene Ehre der Katharina Blum" und in der Verfilmung des Günter Grass' Romans "Die Blechtrommel". In seinen späteren Rollen wurde aus dem Schurken die Vaterfigur und der smarte Geschäftsmann: Adorf spielte den Kaufhauskönig in "Der große Bellheim". Für diese Rolle erhielt er den Adolf Grimme-Preis in Gold. 1996 lief im Fernsehen, mit großem Erfolg, der Titel "Der Schattenmann", an dem Adorf mitwirkte. Im selben Jahr kamen die drei Filme "Alles nur Tarnung", "Fräulein Smillas Gespür für Schnee" und "Rossini" mit Adorf in den Hauptrollen ins Kino. 2001 spielte er unter der Regie des deutschen Star-Regisseurs Dieter Wedel in dem Film "Die Affäre Semmeling".

Im selben Jahr war er außerdem in der Rolle eines KZ-Überlebenden in "Epsteins Nacht" zu sehen. Im September 2004 wurde Adorf während einer Gala im Berliner Friedrichsstadtpalast die "Goldene Henne" verliehen, ein Preis, mit dem jährlich Prominente aus den Bereichen Politik, Kultur & Medien geehrt werden. Mario Adorf, der in den folgenden Jahren vornehmlich in Italien wohnte, zeigt immer mehr, dass er im Alter den Höhepunkt seiner Karriere erreicht hat. Zu seinem 75. Geburtstag feierte der Schauspieler im September 2005 im Rahmen des Theaterabends "Da Capo, Mario!" mit seinem Publikum in Berlin, Hamburg, Frankfurt/Main und Köln. Bei der Verleihung des Medienpreises "Bambi" im Dezember 2006 wurde Mario Adorf in der Kategorie "Kultur" ausgezeichnet. Am 7. Februar 2009 erhielt er den Orden wider den tierischen Ernst des Aachener Karnevalsvereins.

In den Jahren 2009 und 2010 stand er für "Same Same But Different" und die TV-Serie "Der letzte Patriarch" vor der Kamera. Am 7. Februar 2009 erhielt Adorf den "Orden wider den tierischen Ernst" des Aachener Karnevalsvereins und am 19. November 2010 die Ehrendoktorwürde der Universität Mainz für sein Lebenswerk. 2011 und 2012 spielte er u.a. in "Die lange Welle hinterm Kiel" (TV) und "Die Libelle und das Nashorn".
1954: 08/15
1955: Kirschen in Nachbars Garten
1955: 08/15 – Im Krieg – Regie: Paul May
1955: 08/15 – In der Heimat – Regie: Paul May
1956: Robinson soll nicht sterben
1956: Termin Julia wird gehalten (TV)
1956: Mädchen und Männer (La ragazza della salina)
1957: Der Arzt von Stalingrad
1957: Nachts, wenn der Teufel kam
1958: Schwester Bonaventura
1958: Das Mädchen Rosemarie
1959: Bumerang – Regie: Alfred Weidenmann
1959: Das Totenschiff
1959: Am Tag als der Regen kam
1960: Haut für Haut (Le gout de la violence)
1960: Wer sind Sie, Dr. Sorge? (Qui êtes-vous, Dr. Sorge?)
1960: Schachnovelle
1960: Mein Schulfreund
1961: Vergewaltigt in Ketten (A cavallo della tigre)
1962: Straße der Verheißung
1962: Lulu
1963: Winnetou 1. Teil
1963: Es war mir ein Vergnügen
1963: Moral 63
1963: Vorsicht, Mister Dodd
1963: Der letzte Ritt nach Santa Cruz
1964: Die Goldsucher vom Arkansas]
1964: Der Ehekandidat (La visita)
1964: Unser Mann aus Istanbul (Operacion Estambul)
1964: Sierra Charriba (Major Dundee)
1965: Le soldatesse
1965: Vergeltung in Catano (Tierra de fuego)
1965: Spione unter sich (Guerre secrète)
1965: Ich habe sie gut gekannt (Io lo conoscevo bene)
1965: Geheimnis im blauen Schloß (Ten little indians)
1965: Eine Rose für alle (Una rosa per tutti)
1965: Die Herren
1965: Ganovenehre
1966: Unser Boß ist eine Dame (Operazione San Gennaro)
1966: Zärtliche Haie
1967: Die Über-Sinnliche (Questo fantasmi)
1967: Ladies, Ladies (Le dolci signore)
1968: Engelchen macht weiter – hoppe, hoppe Reiter
1968: Amigos (E per un tetto un ciele di stelle)
1969: Maßnahmen gegen Fanatiker
1969: Die Herren mit der weißen Weste
1969: Das rote Zelt (La tenda rossa)
1969: Fahrt zur Hölle, ihr Halunken (Gli specialisti)
1970: Das Geheimnis der schwarzen Handschuhe
1970: Ein Fischzug für 300 Millionen
1970: Der feurige Pfeil der Rache (L’arciere di Sherwood)
1970: Deadlock
1971: Milano Kaliber 9 (Milano calibro 9)
1971: Malastrana
1971: Herzbube (King, queen, knave)
1971: Das Syndikat (La polizia ringrazia)
1972: Pinocchio (L’avventure di Pinocchio)
1972: Gewalt – die fünfte Macht im Staat
1972: Der Mafia-Boß – Sie töten wie Schakale
1972: Toll trieben es die alten Germanen
1973: Die Ermordung Matteottis (Il delitto Matteotti)
1973: Die Reise nach Wien
1973: Ohne Warnung (Sans sommation)
1974: Der Tod trägt schwarzes Leder (La polizia chiede aiuto)
1974: Das Urteil – Prozeß im Schnellverfahren
1974: Der dritte Grad (La faille)
1975: Warum bellt Herr Bobikow?
1975: MitGift
1975: Die verlorene Ehre der Katharina Blum
1976: Bomber und Paganini
1977: Gefundenes Fressen
1977: Der Hauptdarsteller
1977: Tod oder Freiheit
1977: Ich habe Angst (Io ho paura)
1978: Deutschland im Herbst
1978: Fedora
1978: Die Blechtrommel
1979: Giganten der Landstraße (L’empreinte des géants)
1979: Milo Milo
1981: Lola
1981: Der Ungehorsam (La disubbidienza)
1982: Marco Polo
1982: Die Linden von Lautenbach (Les tilleuls de Lautenbach)
1982: Küste der Liebe (La côte d’amour)
1982: Nina (Invitation au voyage)
1983/84: Via Mala
1983: Himmel und Hölle (State buoni se potete)
1983: Klassenverhältnisse (Rapports de classe)
1984: Coconuts
1985: Marie Ward – Zwischen Galgen und Glorie
1985: Der 4 1/2 Billionen Dollar Vertrag (The Holcroft convenant)
1986: Kir Royal
1986: Momo
1986: Second Victory (The second victory)
1986: Des Teufels Paradies
1986: Das blonde Mysterium (La ragazza del lilla)
1986: Mino (ZDF-Weihnachtsserie)
1987: Rausch der Verwandlung
1987: Die Nacht kennt keine Zeugen (Notte italiana)
1987: Des Teufels Paradies
1988: Heimatmuseum
1988: Trau keinem Schurken (Try this one for size)
1989: Franziskus (Francesco)
1989: Maxantino
1989: La Luna negra
1989: Allein gegen die Mafia, Teil 4, Fernsehfilm (La Piovra 4)
1990: Rosamunde
1990: Gesellschaftsspiele (Giocco di societa)
1990: Der Badearzt (Mio caro Dottor Gräsler)
1990: Café Europa
1990: Die Kaltenbach-Papiere (Teil 1 Sharon, Teil 2 Eva)
1990: Stille Tage in Clichy (Quiet days in Clichy)
1991–1997: Prinzessin Fantaghiro
1991: Pizza Colonia
1991–1992: Die Abenteurer vom Rio Verde (Rio Verde)
1993: Der große Bellheim
1993: Bauernschach
1993: Spion in Schwarz
1993: Maus und Katz
1993: Felidae
1993: König der letzten Tage
1994: Amigomio
1994: Der kleine Lord (Il piccolo Lord)
1996: Der Schattenmann
1996: Alles nur Tarnung
1996: Dragonheart (Synchronisation von Draco)
1997: Rossini – oder die mörderische Frage, wer mit wem schlief
1997: Alle für die Mafia
1997: Fräulein Smillas Gespür für Schnee
1998: Die Piraten der Karibik (Caraibi)
1998: Mord im Kloster (La quindicesima epistola)
1999: Comeback für Freddy Baker
1999: Liebe deinen Feind (Ama il tuo nemico)
2000: Der kleine Lord – Retter in der Not
2002: Die Affäre Semmeling
2002: Epsteins Nacht
2003: Die Jungen von der Paul-Straße (Il ragazzi de la via Pal)
2004: Vera – Die Frau des Sizilianers
2005: Enigma
2005: Es ist ein Elch entsprungen
2006: Karol Wojty?a – Geheimnisse eines Papstes
2007: Rosa Roth – Der Tag wird kommen
2007: Die Rote Zora
2008: Das Geheimnis der Wale (TV)
2009: Same Same But Different
2010: Der letzte Patriarch (TV-Serie)
2011: Gegengerade
2011: Die lange Welle hinterm Kiel (TV)
2012: Die Libelle und das Nashorn
2013: Krokodil (TV)
2013: Pinocchio (TV)
2014: Der letzte Mensch
Mario Adorf
c/o Agentur Lenz&Reinholz
Barerstraße 48
80799 München, Deutschland
1958:
Bundesfilmpreis: Filmband in Gold (Bester Nachwuchsdarsteller) Nachts, wenn der Teufel kam

1958
Preis der Deutschen Filmkritik (Bester Darsteller) Nachts, wenn der Teufel kam

1974
Ernst-Lubitsch-Preis

1978
Bambi (Beliebtester Schauspieler des Jahres)

1979:
Großer Hersfeld-Preis

1982
Bundesfilmpreis: Filmband in Silber

1986
Deutscher Darstellerpreis (Bester Darsteller) Via Mala

1992
Goldene Kamera für künstlerische Gesamtleistung

1992
Bundesfilmpreis: Filmband in Gold

1993
Bundesverdienstkreuz

1993
Telestar, Der große Bellheim

1994
Goldene Kamera, Der große Bellheim

1994
Adolf-Grimme-Preis in Gold, Der große Bellheim

1995
Romy Platin-Romy

1996
Goldenes Schlitzohr

1996
Bayerischer Fernsehpreis mit Günter Strack und Heinz Hoenig, Der Schattenmann

1996
Carl-Zuckmayer-Medaille

1997
Karl-Valentin-Orden

1997
DIVA-Award

2000
Bayerischer Filmpreis: Ehrenpreis für sein Lebenswerk

2001
Großes Bundesverdienstkreuz

2001
Ehrenbürgerschaft der Stadt Mayen/(Eifel)

2003
Bayerischer Verdienstorden

2003
Siegfried-Lowitz-Preis

2003
Goldener Ochse - Ehrenpreis des Filmkunstfestes Mecklenburg-Vorpommern

2004
Deutscher Filmpreis: Filmpreis in Gold als Ehrenpreis für herausragende Verdienste um den deutschen Film

2005
Verdienstorden des Landes Rheinland-Pfalz

2005
Filmfest München: CineMerit Award

2006
Bambi (Kategorie Kultur)

2009
Orden wider den tierischen Ernst

2010
Stern auf dem Boulevard der Stars in Berlin

2010
Ehrendoktorwürde der Johannes Gutenberg-Universität Mainz

2012
Goldene Kamera für sein Lebenswerk

2012
Berlin & Beyond Film Festival: Auszeichnung für sein Lebenswerk

NameMario Adorf

Geboren am08.09.1930

SternzeichenJungfrau 24.08 -23.09

GeburtsortZürich (CH).