Biografie

Marcel Duchamp

Der französisch gebürtige Künstler zählte zu den führendsten Köpfen der Avantgarde des 20. Jahrhunderts. Seine Werke beeinflussten in maßgeblicher Weise die moderne Kunst. Vom Impressionismus kam Marcel Duchamp auf den Kubismus, den er mit futuristischen Elementen verband. Duchamp propagierte in seinen Überlegungen eine Ideen-Kunst, die er auch umsetzte. Seine Kunstwerke machten in ihrer Komplexität das traditionelle Kunstverständnis fraglich. In seinem Schaffen lässt er sich nicht einer bestimmten Kunstrichtung zuordnen, dennoch wird er in die Nähe von Dadaismus und Surrealismus gerückt. Marcel Duchamps Schaffen galt vielen nachfolgenden Strömungen als Quelle der Inspiration...
Marcel Duchamp wurde am 28. Juli 1887 in Blainville-Crevon bei Rouen geboren.

Duchamp ist der Bruder von den beiden bekannten Künstlern Jacques und Raymond Duchamp-Villon. Duchamp absolvierte zunächst ein Volontariat in einer Druckerei und arbeitete später als Bibliothekar. In den beiden Jahren 1904 und 1905 studierte er an der Académie Julian in Paris. Seine ersten Bilder malte er im Stil der Impressionisten. Zu seinen damaligen Einflüssen zählten gleichfalls die Werke von Paul Cézanne. Künstlerische Anregungen gaben ihm auch seine beiden Brüder, die ihn auf den Kubismus brachten. In dieser Weise entstand im Jahr 1912 sein berühmt gewordenes Bild mit dem Titel "Akt, eine Treppe hinabsteigend", das heute im Philadelphia Museum of Art hängt.

Das Werk dokumentiert Duchamps Versuch, den Kubismus mit der Dynamik des futuristischen Stils zu verbinden. 1913 war das "Akt"-Werk Attraktion auf der Armory Show in Philadelphia. Im gleichen Jahr fertigte Marcel Duchamp sein erstes Ready-made, ein als serienmäßig hergestellter Gegenstand im künstlerischen Sinn verändert, mit dem Titel "Fahrrad-Rad" an. 1914 folgte das Ready-made Flaschentrockner und im Jahr 1917 der Titel "Fontäne". In dieser Zeit gab er die konventionelle Malkunst in Öl auf. Duchamp konzentrierte sich auf seine theoretischen Vorstellungen und konzeptionellen Überlegungen zur Kunst, die im Jahr 1923 in dem sogenannten Großen Glas "Die Neuvermählte, soeben von ihrem Junggesellen entkleidet" mündeten.

Im Jahr 1915 hielt er sich erstmals für drei Jahre in Amerika auf. Es folgte ein zweiter Amerika-Aufenthalt in den beiden Jahren 1920 und 1921. Duchamp propagierte eine Anti-Kunst in der Bedeutung einer Idee-Kunst. Sein Kunstschaffen ließ allmählich nach, er wandte sich immer mehr dem Schachspiel zu. Er schaffte es bis zum offiziellen Vertreter von Frankreich bei Turnierteilnahmen. 1932 veröffentlichte er zusammen mit V. Halberstadt ein Lehrbuch über das Schachspiel. Zu seinen weiteren Tätigkeiten gehörte die Organisation von Kunstausstellungen und die Protektion von Künstlern wie zum Beispiel im Fall des rumänisch-französischen Bildhauers Constantin Brancusi.

Zahlreiche Kunstwerke stellte Marcel Duchamp unter dem als Wortspiel verwendetem Pseudonym "Rose Sélavy" her. So drehte er im Jahr 1926 den Film mit dem Titel "Anémic Cinéma". 1938 schuf er eine Art tragbares Museum mit dem Titel "Gegeben sei 1. Der Wasserfall 2. Das Leuchtgas", das in der Zeit zwischen 1946 und 1966 entstand und fast alle seine Werke in verkleinerter Form enthält. Ab dem Jahr 1942 lebte Marcel Duchamp in New York. Seine Kunstwerke, wie beispielsweise die Ready-mades, waren oftmals derart komplex angelegt und gestaltet, dass sie das bisherige Verständnis von Kunst fraglich machten. Aber auch das Fehlen des eigentlichen kreativen Aktes in der Kunstproduktionen ließ die Frage nach der Bedeutung von Kunst aufkommen.

In seinem Schaffen lässt sich Duchamp nicht einer bestimmten Kunstrichtung zuordnen, dennoch wird er in die Nähe von Dadaismus und Surrealismus gerückt. Duchamps Werke beeinflussten maßgeblich nachfolgende Kunstströmungen wie zum Beispiel den Post-abstrakt-Expressionismus des US-amerikanischen Malers, Bildhauers und Grafikers Jasper Johns oder des US-amerikanischen Malers und Objektkünstlers Robert Rauschenberg. Aber auch die Künstler der Konzeptionellen Kunst orientierten sich an Duchamps theoretischen Überlegungen. Weiterhin machten sich Kunststile wie Pop-Art, Fluxus oder Nouveau Réalisme seine Ideen und Realisationen teilweise zu eigen.

Marcel Duchamp starb am 2. Oktober 1968 in Neuilly-sur-Seine.

NameMarcel Duchamp

Geboren am28.07.1887

SternzeichenLöwe 23.07 - 23.08

GeburtsortBlainville-Crevon (F).

Verstorben am02.10.1968

TodesortSeine (F)..sur.Neuilly

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