Biografie

Jasper Johns

Der US-amerikanische Bildhauer, Maler und Grafiker ist ein Vertreter der Pop-Art und der Minimal Art. Jasper Johns realisierte in den 1950er Jahren banale Kunstgegenstände, wie Zielscheiben oder Zahlen. Mit seinen Arbeiten in Enkaustik oder Öl, seinen Assemblagen und seinen "Sculpmetals" beeindruckte er maßgeblich die Pop-Art-Strömung. Seine Flaggenbilder kurbelten nicht nur die Diskussion um die Deckung von Bildgegenstand und Bildformat an, sondern brachten sie selbst erstmals zur Deckung. Seine graphischen Arbeiten aus Lithographien, Siebdrucken, Radierungen und Zeichnungen ergänzen sein Gesamtwerk...
Jasper Johns wurde am 15. Mai 1930 in Augusta, Georgia, geboren.

In den Jahren von 1947 bis 1948 war Jasper Johns Student an der University of South Carolina. Danach studierte er von 1949 bis 1952 an einer privaten Kunstschule in New York. Nach seinem Abschluss leistete er für zwei Jahre seinen Militärdienst ab. Dabei kam er unter anderem auch nach Japan. Von dort nahm er Anregungen für seine spätere Motivik mit. 1952 hielt er sich wie sein Freund, der Maler Robert Rauschenberg, in New York auf und knüpfte Kontakte zum Kreis um John Cage. Johns malte zunächst im Stil des Abstrakten Expressionismus, von dem er sich aber Mitte der 1950er Jahre abwandte. In dieser Zeit bildete er banale Alltagsdinge wie Konservendosen oder Zielscheiben ab und machte sie so zu Kunstsujets. Es entstanden zum Beispiel Arbeiten mit dem Titel "Flagge auf orangefarbenem Grund" (1959). Sie waren oftmals in Öl oder Enkaustik ausgeführt. Die Bekanntschaft mit dem Galeristen Leo Castelli brachte dem Künstler Berühmtheit in der Kunstszene von New York ein.

Seine Flaggenbilder wurden in dieser Zeit erstmals in einer Einzelausstellung präsentiert. Weiterhin machte er Schießscheiben, Zahlenreihen oder Landkarten zum Kunstgegenstand. Die Ablösung vom Abstrakten Expressionismus war damit vollendet. Seine Flaggenbilder zeigten in der Malkunst bisher Einmaliges. Sie brachten den Bildgegenstand zur Deckung mit dem Bild selbst. Damit kam in der Kunsttheorie, erstmals nach Duchamps Werk "Fountain", die Frage nach der Identität von Bild und Gegenstand auf, die später von den Konzeptionellen Künstlern wieder aufgenommen wurde. 1958 entstanden dreidimensionale Arbeiten als Assemblagen, die aus der Kombination verschiedener Objekte zusammengestellt wurden. Auch hierbei verwendete der Künstler Ölfarbe oder Enkaustik. Weiterhin fertigte Johns im Jahr 1960 Glühbirnen oder Konservendosen zu "Sculpmetals" an, die er in Bronze goss und bemalte. Im Jahr darauf wurde ihm auf der Biennale in Pittsburgh der Carnegie-Preis verliehen.

Im Jahr 1960 begann er erste Versuche mit der Technik der Lithographie. Jasper Johns unternahm im Jahr 1964 eine Reise nach Hawaii und nach Japan. In diesem Jahr wurde er auch mit dem ersten Preis der Biennale in Venedig geehrt. Es folgten weitere Auszeichnungen. Sein späteres Werk knüpft an Jackson Pollocks Farbgespinste, an seine "All-over Paintings" an. Dabei sind die Bilder mit Farbbündeln von Linien gefüllt. Die Bezeichnung kommt daher, weil diese Technik und die Gestaltung den Bildern keinen Mittelpunkt verleiht. Seine Bedeutung in der Maler ist seine Vorreiterrolle in der Pop-Art und in der Minimal Art. Er verwendete Alltagsdinge, die er in seine Gemälde und Plastiken einbaute.

Mit seinen Flaggen- und Zielscheibenbildern regte er nicht nur kunsttheoretische Identitätsdiskussionen an, sondern schuf damit auch wahre Kultbilder.

Jasper Johns lebt seit 1988 in New York und Saint-Martin.

NameJasper Johns

Geboren am15.05.1930

SternzeichenStier 21.04 - 21.05

GeburtsortAugusta (USA).