Biografie

Manfred von Ardenne

Der deutsche Physiker und Erfinder war zusammen mit britischen und US-amerikanischen Forschern maßgeblich an der Entwicklung der Fernsehtechnik beteiligt. Manfred Baron von Ardenne wirkte mit seinen physikalischen Forschungen, die ihm etwa 600 Patente bescherten, aber auch an der Entwicklung der nationalsozialistischen Rüstungstechnik im Zweiten Weltkrieg sowie an der sowjetischen Atomtechnik und der Kernphysik der DDR im Kalten Krieg mit. Überdies machte er sich durch neue medizinische Therapietechniken um Fortschritte in der Krebsbekämpfung verdient...

Bedeutende Vertreter der Informations- und Kommunikationsrevolution
Erfinder, Entdecker, Erleuchtete
Manfred von Ardenne wurde am 20. Januar 1907 in Hamburg als Sohn eines Oberregierungsrates geboren.

Aufgrund der beruflichen Versetzung des Vaters wechselte die Familie bald nach Berlin, wo Ardenne das Gymnasium besuchte. 1923 ging er vorzeitig von der Schule ab, um eine Ausbildung zum Feinmechaniker zu absolvieren. Der 16-Jährige war technisch außerordentlich begabt und hatte bereits ein erstes Patent erworben, das die Entwicklung der Loewe-Dreifachröhre und die Modernisierung des Rundfunks ermöglichte. Ein 1925 in Berlin begonnenes Studium der Physik, Chemie und Mathematik brach Ardenne bald wieder ab, um sich fortan autodidaktisch weiterzubilden. 1928 gründete Ardenne ein Laboratorium für Elektronenphysik in Berlin, das er bis 1945 leitete.

Hier machte er zahlreiche Erfindungen wie etwa einen Leuchtschirmabtaster, die unter anderem auch die Entwicklung des Rundfunks und Fernsehens nachhaltig beeinflussten. Auf der Berliner Funkausstellung von 1931 präsentierte Ardenne als erster Deutscher ein von ihm entwickeltes Fernsehgerät, nachdem die TV-Technik bereits durch den Briten John Logie Baird erstmals 1926 öffentlich vorgestellt worden war. 1937 baute er das erste Rasterelektronenmikroskop. 1938 heiratete Ardenne in zweiter Ehe Bettina Bergengruen, mit der er vier Kinder hatte.

Nach Ausbruch des Krieges 1939 wirkte Ardenne im Rahmen der nationalsozialistischen Rüstungspolitik an der Erforschung und Anwendung der Radartechnik mit. Für seine Verdienste um die faschistische Kriegsmaschinerie erhielt er 1941 die Leibniz-Medaille. In der unmittelbaren Nachkriegszeit wechselte Ardenne zunächst in sowjetische Dienste über, wo er für den Bau der sowjetischen Atombombe ein Verfahren zur industriellen Urangewinnung entwickelte. Dafür erhielt der Forscher 1953 den Stalin-Preis der UdSSR. 1955 konnte Ardenne nach Deutschland, d.h. in die Deutsche Demokratische Republik (DDR), zurückkehren, wo er in Dresden sein eigenes, nach ihm benanntes Institut gründete.

Hinzu kam der Lehrstuhl für elektrotechnische Probleme der Kernphysik an der TU Dresden. In den folgenden Jahrzehnten konnte der Physiker, der nie der SED angehörte, dort seine Forschungen unter großzügiger Unterstützung durch die DDR-Behörden fortführen. 1958 wurde Ardenne mit dem Nationalpreis der DDR I. Klassen ausgezeichnet. Neben der Elektronen- und Kernphysik gehörte ab Mitte der 1960er Jahre vor allem die medizinische Forschung zum Schwerpunkt seiner Tätigkeit. Hier entwickelte er neue Therapieverfahren gegen Alterung und Krebs, die jedoch keine schulmedizinische Anerkennung erhielten.

Nach der deutschen Einigung 1990 fiel ein Großteils von Ardennes Institut den staatlichen Kürzungen zum Opfer. Das physikalische Forschungsprogramm wurde durch die "Von Ardenne Anlagentechnik GmbH" fortgeführt. Der Forscher betätigte sich in den folgenden Jahren auch als Leiter einer Krebsklinik.

Manfred von Ardenne starb am 26. Mai 1997 in Dresden.


Bedeutende Vertreter der Informations- und Kommunikationsrevolution
Erfinder, Entdecker, Erleuchtete

NameManfred von Ardenne

Geboren am20.01.1907

SternzeichenSteinbock 22.12 - 20.01

GeburtsortHamburg (D).

Verstorben am26.05.1997

TodesortDresden (D).