Biografie

Louis Braille

Der Sohn eines Sattlers aus bescheidenen Verhältnissen verlor durch einen Unfall im Kindesalter sein Augenlicht. Durch seinen Wunsch, lesen zu können, wurde Louis Braille im Alter von 16 Jahren 1825 Schöpfer der Blinden-Punkt-Schrift, die darauf als "Braille-Schrift" ihren Siegeszug um die ganze Welt antrat. Bis kurz vor seinem Tod kämpfte er vergebens um die Anerkennung seiner Erfindung, durch die es möglich wurde, anhand von nur 6 Punkten 63 Symbole zur Darstellung von Buchstaben sowie Lauten, Zeichen, Zahlen und Noten für Musik abzubilden. Postum wurde 1878 die Braille-Schrift offiziell zur internationalen Methode für den Unterricht in Blindenschulen erklärt...

Bedeutende Vertreter der Informations- und Kommunikationsrevolution
Louis Braille wurde am 4. Januar 1809 in Coupvray (Seine-et-Marne) als viertes Kind des Sattlers Simon Rene Braille nahe Paris geboren.

Im Alter von drei Jahren verletzte sich Braille beim hantieren mit einer spitzen Ahle am Auge, worauf er einseitig erblindete. Da die Verletzung nicht ausreichend behandelt wurde, kam es zu einer Entzündung, die auch das zweite Auge erblinden ließ. Der Vater schickte seinen Sohn 1819 auf das 1784 gegründete Pariser Blindeninstitut "Institut des jeunes aveugles". Der größte Teil des Unterrichts wurde mündlich gehalten. Bereits im Kindesalter entwickelte er den Wunsch, eine Blindenschrift zu erfinden. Erste Überlegungen führten zur Entwicklung einer auf Papier erhabenen Blockschrift, die jedoch auf Grund der benötigen Größe der Zeichen keinen praktischen nutzen hatte.

Ebenso die Entwicklung einer Symbolschrift aus geometrischen Figuren aus Lederstücken war für Braille nicht zufrieden stellend. Im Alter von 13 Jahren machte er die Bekanntschaft mit der von Charles Barbier für das Militär entwickelten "Nachtschrift". Diese bestand aus einem komplexen Punkt- und Stichcode sowie tastbaren Silben, die das Lesen von Nachrichten in Dunkelheit ermöglichen sollten. Louis Braille vereinfachte das System auf einen Code, der aus sechs Punkten bestand, die jeweils in zwei diagonalen Reihen standen. 1825 beendete er im Alter von 16 Jahren seine Entwicklungsarbeit an der "Braille-Schrift", die nun auch Zahlen beinhaltete.

Aus einer Sechsergruppe von Punkten hat er 63 Kombinationen herausgebracht. Zugleich hatte er eine Schablone fertig gestellt, mit der es durch die vorgegebenen Löcher möglich wurde, mittels einer Ahle selbst schnell Schreiben zu können. Mit 19 Jahren wurde er zum Hilfslehrer seiner Schule ernannt. 1836 veröffentlichte er eine Auswahl von Werken des blinden englischen Dichters John Milton. Trotz der einfachen Erlernbarkeit der Schrift, konnte sich Brailles Schrift lange nicht durchsetzen. Statt dessen galt die Blindenschrift als noch nicht erfunden, wodurch weitere Anstrengungen zur Lösung gesucht wurden. Nach einem Wechsel des Direktoriums seiner Schule wurde Brailles Punktschrift verboten, da eine Isolation für Blinde befürchtet wurde, wenn sich Blinde in eigener Schrift verständigen könnten.

Braille wurde entlassen und alle Bücher verbrannt. Zahlreiche Versuche um Anerkennung seiner Schrift scheiterten. Ebenso ein Brief an den französischen Innenminister. Dessen Antwort enthielt zwar ein Lob, jedoch blieb ihm jede Unterstützung verwehrt. 1839 stellte Braille für die Musik nach gleichem System eine Notenschrift vor, die jedoch ebenso kaum Beachtung fand. Zur Eröffnung eines neuen Blindenheims 1844 in Paris wurde die Blindenschrift erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. 1847 wurde eine Braille-Druck-Presse gebaut, die es ermöglichte, Bücher in Blindenschrift zu drucken. Erst im Jahr 1850, zwei Jahre vor seinem Tod, wurde Louis Brailles Schrift offiziell für den Unterricht in Blindenschulen zugelassen.

Louis Braille starb am 6. Januar 1852 in Paris an den Folgen eines Lungenleidens, das er sich bereits in jungen Jahren zugezogen hatte.

Den internationalen Siegeszug seiner Erfindung erlebte er jedoch nicht mehr. Auf einem Kongress in Paris wurde 1878 die Braille-Schrift offiziell zur internationalen Methode für den Unterricht in Blindenschulen erklärt. Darauf fand sie Eingang in Völker und Sprachen rund um die Welt. Zu seinem 100. Todestag wurde 1952 sein Leichnam exhumiert und im Pariser Panthéon beigesetzt.


Bedeutende Vertreter der Informations- und Kommunikationsrevolution

NameLouis Braille

Geboren am04.01.1809

SternzeichenSteinbock 22.12 - 20.01

GeburtsortCoupvray, Seine-et-Marne (F).

Verstorben am06.01.1852

TodesortParis (F).