Biografie

Léon Krier

Der luxemburgische Architekt, Architekturtheoretiker und Stadtplaner gilt als ein Vertreter der Postmoderne, der weltweit Trends in Architektur setzt. Dabei kommt Léon Krier mit so wenig Theorie wie möglich und praktischen Überlegungen aus, um die größte Wirkung zu erzielen. Darüber hinaus schafft Krier auch Möbeldesign. Krier hat seine Werke in weltweiten Ausstellungen präsentiert. So fand 1985 eine Einzelausstellung im Museum of Art in New York statt...

Die einflussreichsten Architekten und Designer des 20. Jhs.
Léon Krier wurde im Jahr 1946 in Luxemburg geboren.

Krier begann an der Universität Stuttgart ein Studium der Architektur. Nach nur einem Jahr brach er das Studium ab. Der Lernstoff sei ihm zu "steril" gewesen, erklärte er dazu. Sein Entwurf einer kleinen Siedlung, der als Übung gedacht war, wurde aufgrund seiner symmetrischen Konzeption als "faschistisch" bezeichnet. Nach seinem Studienabbruch war Krier in der Zeit von 1968 bis 1974 für den britischen Architekten James Stirling tätig. Über ihn verfasste er auch eine Monographie. Zwischenzeitlich wechselte Krier 1971 zu dem deutschen Architekten und Dozenten für Bauwesen Josef Paul Kleihues.

Doch er kehrte wieder zu Stirling zurück, da er dort in seinem Schaffen auf das größte Verständnis traf. Im Anschluss daran folgte er als Professor für Architektur und Urbanistik einer Berufung an die Architectural Association. Dann wechselte Krier zum Royal College of Arts in London und an die Princeton University, die Lehrtätigkeit dort übte er bis 1977 aus. 1982 war er Jefferson-Professor an der Virginia University. In der Zeit von 1990 bis 1991 dozierte er als Davenport-Professor an der renommierten Yale-University.

Im Jahr 1977 wurde Krier der Berlin-Preis für Architektur zuteil. 1985 zeichnete man ihn mit der Jefferson Memorial Medal aus. Und zwei Jahre später ehrte man ihn mit dem Chicago AIA Award. Kriers Planungstätigkeit wird von einem umfangreichen publizistischen Werk begleitet. Zu seinen wichtigsten Veröffentlichungen gehören unter anderem "Cities within the City" (1977), "Rational Architecture" (1978), "Houses, palaces, cities" (1984), "Albert Speer, Architecture 1932-42" (1985), "The Completion of Washington DC." (1986), "Atlantis" (1987), "New Classicism" (1990), "Architecture + Urban Design 1967-1992" (1992) oder "Architektur, Freiheit oder Schicksal" (1998).

Krier hat seine Werke in weltweiten Ausstellungen präsentiert. So fand 1985 eine Einzelausstellung im Museum of Art in New York statt. 1999 hatte der umstrittene Stararchitekt eine Ausstellung in Bremen unter dem Titel "Möbel Design, Architektur für die alte neue Stadt". Dort zeigte er neben seinen Möbeln Zeichnungen und Entwürfe von Stadtplanungen. Krier realisierte Projekte in Deutschland, Belgien, Luxemburg, Frankreich, Italien, Spanien, Großbritannien und den Vereinigten Staaten. Zu seinen jüngeren Projekten zählen unter anderem ein archäologisches Museum in Portugal und ein Haus an der nordamerikanischen Küste.

Seine Arbeitsweise bringt es kurioserweise mit sich, dass er die Baustellen oftmals nie zu Gesicht bekommt. Krier entwickelte zusammen mit Charles von Wales einen neuen Stadttypus – Pounbury, eine Art moderne Neustadt von Dorchester. Das nach Meinung von Krier zukunftsträchtige Konzept folgt der Überlegung "Arbeiten, Wohnen, Vergnügen". Der Stararchitekt realisierte dort sein städtebauliches Konzept, wonach die Städte nicht mehr in Arbeits-, Vergnügungs- und Wohnviertel eingeteilt werden sollen.

Zu Kriers weiteren Projekten zählen der Leitplan für Florenz Novoli (1993), der Justiz-Palast in Luxemburg (1993–1994), das Archäologische Museum im portugiesischen Sintra (1993–1995), die Village Hall in Windsor im US-Bundesstaat Florida (1989–1997), das Stadtzentrum im italienischen Alessandria (1995–1997), Market/Halls Seaside im US-Bundesstaat Florida (1999) oder die neue Stadt Heuleburg bei Knokke in Belgien (2000). Ab 1991 war Krier bei der italienischen Möbeldesigner-Firma Giorgetti als Art Director und Designer tätig und entwirft Möbel.

Sowohl die Entwürfe für Möbel als auch für seine architektonischen Einzelprojekte und Stadtplanungen erregen durch ihren revolutionären Charakter internationales Aufsehen. 2003 wurde er mit dem Richard H. Driehaus Prize for Classical and Traditional Architecture ausgezeichnet.


Die einflussreichsten Architekten und Designer des 20. Jhs.

NameLéon Krier

Geboren am01.01.1946

GeburtsortLuxemburg