Biografie

Konstantin Ustinowitsch Tschernenko

Der Bauernsohn und Schulabbrecher arbeitete sich ab Mitte der 1920er Jahre zu führenden Positionen in kommunistischen Organisationen hoch. Konstantin U. Tschernenko unterstützte in führenden ZK- und Politbüro-Funktionen seinen politischen Mentor Breschnew als Staats- und Parteichef. Seine Amtszeit als kurzzeitiger Kreml-Chef markierte den Übergang der Sowjetunion vom Kalten Krieg zur nachfolgenden Reformperiode unter Michail Gorbatschow...
Konstantin Ustinowitsch Tschernenko wurde am 24. September 1911 im sibirischen Bolschaja Tjes als Sohn eines Bauern geboren.

Nach frühzeitigem Schulabgang und Verlassen des Elternhauses schlug sich Tschernenko noch als Kind durch Hilfsarbeit in der Landwirtschaft durch. Dabei trat er 1926 in den Komsomol ein, um in den folgenden Jahren politische Führungsaufgaben in der kommunistischen Jugendorganisation zu übernehmen. 1930 ging Tschernenko als Freiwilliger zur Roten Armee, bereits ein Jahr später erfolgte seine Aufnahme in die KPdSU. Nach der Beendigung des Militärdienstes 1933 übernahm er verschiedene Führungsfunktionen in regionalen Parteiverbänden, wo er bis zum Parteisekretär aufstieg.

Während des "Großen Vaterländischen Krieges" gegen Hitlerdeutschland 1941-1945 bewährte sich Tschernenko in der regionalen Parteiführung. 1945-1948 fungierte er als Sekretär des Gebietsparteikomitees von Pensa. 1948-1956 begleitete er als Mitglied des ZK der KP Moldau die Angliederung der neuen Republik Moldau an das Sowjetimperium. 1956 folgte der Wechsel Tschernenkos nach Moskau, wo er seinen Mentor Leonid Breschnew als Agitprop-Experte im ZK der KPdSU unterstützte. Nach dessen Berufung zum Generalsekretär der Partei 1965 wurde Tschernenko zum Leiter der Allgemeinen Abteilung im ZK ernannt.

Ab 1966 war er auch im Obersten Sowjet vertreten. 1971 erfolgte die Aufnahme als Mitglied in das ZK der KPdSU, zu dessen Sekretär er 1976 erhoben wurde. 1978 trat er auch dem Politbüro bei. In den letzten Regierungsjahren Breschnews profilierte sich Tschernenko durch zahlreiche Reisen und Staatsbesuche verstärkt im außenpolitischen Feld. Nach dem Tod seines Mentors im November 1982 unterstützte er jedoch zunächst Jurij Wladimiorwitsch Andropow als dessen Nachfolger. Infolge der raschen Erkrankung des neuen Kreml-Chefs, die bereits im Februar 1984 dessen Tod herbeiführte, rückte Tschernenko zur ersten Führungsebene in Partei und Staat auf.

Am 13. Februar 1984 erhob man ihn zum Generalsekretär der KPdSU, wenig später auch zum Staatschef der UdSSR. Die kurze Amtszeit Tschernenkos markierte den Übergang zwischen der alten sowjetischen Nomenklatur und der Machtübernahme neuer Reformkräfte in Partei und Staat. Bereits von Beginn an litt seine Regierung unter der sich verschärfenden Erkrankung des Staatsmannes. Ohne wesentliche innen- oder außenpolitische Akzente gesetzt zu haben, starb Konstantin U. Tschernenko am 10. März 1985 in Moskau. Er hinterließ seine Frau Anna Dmitrijewna und vier Kinder.

Sein Abgang ließ mit Michail Gorbatschow erstmals einen Vertreter der jüngeren Politbüro-Mitglieder nachrücken, der mit seiner kompromisslosen Reformbereitschaft in den folgenden Jahren die Welt verändern sollte.


Die Staats- u. Parteichefs der UdSSR und der Russischen Föderation

NameKonstantin Ustinowitsch Tschernenko

Geboren am24.09.1911

SternzeichenWaage 24.09 - 23.10

GeburtsortBolschaja Tjes (Sibirien, Zarenreich)

Verstorben am10.03.1985

TodesortMoskau (UdSSR)