Biografie

Jurij Wladimiorwitsch Andropow

Der Arbeitersohn und gelernte Techniker vollzog seit Mitte der 1930er Jahre eine steile politische Karriere in der Sowjetunion, die ihn von leitenden Positionen in lokalen und regionalen KP-Verbänden über den diplomatischen Dienst schließlich zum Chef des KGB avancieren ließen. Er stellte in der Nachfolge Breschnews den Partei- und Staatschef der UdSSR. In der Außenpolitik scheiterten die Abrüstungsverhandlungen im September 1983, was die Umsetzung des Nachrüstungsbeschlusses durch die NATO und den Beginn der letzten Runde im Kalten Krieg zur Folge hatte. Im Innern führte Jurij W. Andropow einen gnadenlosen Feldzug gegen disziplinarische Verstöße in der Partei- und Staatsbürokratie...
Jurij Wladimiorwitsch Andropow wurde am 15. Juni 1914 im kaukasischen Nagutskaja als Sohn eines Eisenbahnarbeiters geboren.

Nach der Schule arbeitete Andropow in Moskau zunächst als Telegraphist. Danach machte er eine technische Ausbildung für Binnenschifffahrt in Rybinsk, wo er dann ab 1936 als Komsomolführer, also als Leiter der kommunistischen Jugendorganisation, auf der Wolodarski-Werft zum Einsatz kam. Nach weiteren führenden Komsomol-Funktionen folgte 1939 die Aufnahme in die KPdSU. Ein Jahr später berief man Andropow als Ersten Sekretär des Komsomol in die der UdSSR eingegliederten Gebiete Finnlands. Dort avancierte er bis 1944 zum zweiten Parteisekretär des Ortsverbandes von Petrosawodsk und 1947-1951 zum zweiten Sekretär der regionalen Sektion der KPdSU.

Im Jahr 1951 erfolgte der Wechsel Andropows nach Moskau, wo er in den folgenden Jahren direkt in der Parteizentrale zum Einsatz kam. Neben seiner Tätigkeit im ZK war er außerdem in der ersten Hälfte der 1950er Jahre Mitglied des Obersten Sowjet der UdSSR. 1954 berief man Andropow zum diplomatischen Vertreter der Sowjetunion nach Budapest, wo er zwei Jahre später die sowjetische Niederschlagung des Ungarn-Aufstandes koordinierte. In den Jahren von 1957 bis 1967 leitete Andropow im Moskauer ZK der KPdSU das Ressort, das für die Beziehungen zu den kommunistischen Parteien in den sowjetischen Bündnisstaaten zuständig war.

Im Frühjahr 1967 wurde er Chef des KGB, 1973 erhob man ihn zum Mitglied des Politbüros. Als Leiter eines der größten Geheimdienste der Welt profilierte sich Andropow besonders in der Zerschlagung der Dissidentenbewegung, die er durch rigorose Unterdrückungsmaßnahmen wie Ausbürgerungen oder Einweisung in psychiatrische Anstalten erreichte. Seine Erfolge brachten ihm 1982 die Erhebung zum ZK-Sekretär ein. Infolge des Todes des bisherigen Partei- und Staatschefs Leonid Breschnew im November 1982 berief das ZK Andropow zum neuen Generalsekretär der KPdSU.

Mitte 1983 erfolgte auch seine Ernennung zum Staatsoberhaupt. Der neue Kreml-Chef erregte bereits unmittelbar nach Machtantritt im Zuge des NATO-Nachrüstungsbeschluss mit seiner Abrüstungsofferte gegenüber dem Westen, der dafür auf die Stationierung von Mittelstreckenraketen in Europa verzichten sollte, großes diplomatisches Aufsehen. Allerdings scheiterten die Abrüstungsverhandlungen im September 1983, was die Umsetzung des Nachrüstungsbeschlusses durch die NATO und den Beginn der letzten Runde im Kalten Krieg zur Folge hatte. Im Innern führte Andropow einen gnadenlosen Feldzug gegen disziplinarische Verstöße in der Partei- und Staatsbürokratie, der jedoch aufgrund der baldigen schweren Erkrankung des Staatsmannes auf halber Strecke ins Stocken geriet.

Jurij W. Andropow starb am 9. Februar 1984 in Moskau. Er hinterließ seine Frau Tatjane und zwei Kinder. Wenige Tage später erhob man Konstantin Ustinowitsch Tschernenko zu seinem Nachfolger.


Die Staats- u. Parteichefs der UdSSR und der Russischen Föderation

NameJurij Wladimiorwitsch Andropow

Geboren am15.06.1914

SternzeichenZwillinge 22.05. - 21.06

GeburtsortNagutskaja (Kaukasus, Zarenreich)

Verstorben am09.02.1984

TodesortMoskau (UdSSR)