Biografie

Konrad Lorenz

Der promovierte Zoologe war einer der Hauptvertreter der sogenannten klassischen vergleichenden Verhaltensforschung. Konrad Lorenz selbst nannte dieses Forschungsgebiet bis 1949 "Tierpsychologie". 1973 mit dem Medizinnobelpreis ausgezeichnet, gilt er als Mitbegründer der modernen Verhaltensforschung bei Tier und Mensch. Trotz seiner Mitwirkung an der nationalsozialistischen Rassenforschung, stieg Lorenz in der Nachkriegszeit zu einem international anerkannten Vertreter der Ethologie auf. Dabei erregte der "Vater der Graugänse" aus Österreich mit seiner Theorie über den tierischen und menschlichen Aggressionstrieb kontroverses Aufsehen...
Konrad Zacharias Lorenz wurde am 7. November 1903 in Altenberg bei Wien geboren.

Schon als Kind beschäftigte sich Lorenz viel mit Tieren. Bereits in jungen Jahren entdeckte er die Prägung bei Entenküken. Hier begann offenbar sein leidenschaftliches Interesse für Verhaltensbiologie. Lorenz studierte in Wien und New York Medizin, wechselte dann auf Zoologie, um 1933 in diesem Fach zu promovieren. Schon während seines Studiums erforschte er die Instinktbewegungen bei Tieren, womit er den Grundstein für die vergleichende Verhaltensforschung legte. 1937 schloss Lorenz eine Arbeit "Über die Instinkthandlung" ab. Sie besagte, dass Jungvögel auf akustische und optische Reize ihrer Eltern angewiesen sind, um somit eine Bindung zu ihnen aufbauen zu können.

Dabei kann jedoch jedes Lebewesen oder Objekt, das bestimmte Reize aussendet, die Eltern ersetzen und somit eine Prägung hervorrufen. Das kann z. B. ein Mensch mit Verstärker oder ein Gegenstand sein, der als Elternteil anerkannt wird. Die Ergebnisse dieser Arbeit zählten zu den frühen Anfängen der vergleichenden Verhaltensforschung. Im selben Jahr wurde Lorenz zum Privatdozenten für vergleichende Anatomie und vergleichende Tierphysiologie an die Universität Wien berufen. Pünktlich zum "Anschluss" Österreichs an das nationalsozialistische Deutschland unter Adolf Hitler trat der Opportunist 1938 der NSDAP bei.

Er wurde ebenfalls Mitarbeiter des Rassenpolitischen Amtes der NSDAP. 1940 wurde Lorenz der Lehrstuhl für Psychologie in Königsberg zugesprochen. Während der Kriegsjahre 1941 bis 1944 arbeitete er als Arzt im Kriegsdienst, wo er jedoch 1944 in russische Gefangenschaft geriet. 1948 konnte Lorenz aus der Kriegsgefangenschaft nach Altenberg an der Donau zurückkehren. Nach einigen Anfangsschwierigkeiten in der Nachkriegszeit konnte der ehemalige NSDAP-Forscher, wie viele andere Wissenschaftler auch, seine Tätigkeit fortsetzen. Von 1961 bis 1973 war Lorenz Direktor des Max-Planck-Instituts für Verhaltensphysiologie in Seewiesen, Oberbayern.

Im Jahr 1963 erschien sein Werk: "Das sogenannte Böse. Zur Naturgeschichte der Aggression". Darin stellte Lorenz die Vermutung an, dass die menschliche Aggression genetisch festgelegt sei und der Revierverteidigung bei Tieren entspreche. Tiere besäßen jedoch eine Tötungshemmung, die verhindere, ihre Artgenossen zu vernichten. Beim Menschen hingegen könne die Aggression Ursache von Kriegen sein. Zunächst wurde diese Theorie sehr populär, doch auch Zweifel verschiedener Wissenschaftler wurden laut. 1973 erhielt Lorenz gemeinsam mit Nikolas Tinbergen und Karl von Frisch für seine ethologische Forschung den Nobelpreis für Medizin.

Im Jahr 1982 berief man Lorenz zum Leiter der Forschungsstelle für Ethologie am Konrad-Lorenz-Institut der Österreichischen Akademie der Wissenschaften in Altenberg. Aber nicht nur die Forschung spielten im Leben von Konrad Lorenz eine wichtige Rolle, denn während der 1980er Jahre engagierte er sich auch für den Umweltschutz.

Konrad Lorenz starb am 27. Februar 1989 im Alter von 85 Jahren an einem Nierenleiden.

NameKonrad Lorenz

Geboren am07.11.1903

SternzeichenSkorpion 24.10 - 22.11

GeburtsortAltenberg bei Wien (A).

Verstorben am27.02.1989

TodesortAltenberg (A).