Biografie

Ernst Lubitsch

Der deutsche Regisseur gehörte zu den gefragtesten und innovativsten Regisseuren der 1930er und 1940er Jahre. Er experimentierte mit neuen Regietechniken und optimierte in dieser Weise die künstlerische Qualität der Darstellungen. Besonders in der fließenden Kameraführung, in der Zusammenstellung von Musik, Dialog und Geräusch sowie in der Verbindung paralleler Handlungen setzte er Akzente. Für seine innovative Regiekunst wurde Ernst Lubitsch mit einem dreifachen Oscar ausgezeichnet...
Ernst Lubitsch wurde als Sohn des Schneidermeisters Simcha Lubitsch und seiner Frau Anna, geborene Lindenstädt, am 29. Januar 1892 in Berlin geboren.

Nach erfolgreichem Abschluss des Sophiengymnasiums in Berlin begann Ernst Lubitsch eine Lehre im Stoffgeschäft Hoffmann & Co, danach war er im väterlichen Betrieb tätig. Später wurde in seinen Filmen Lubitsch` treffender Geschmack für Mode und Kleidung öffentlich. Durch eine im Jahr 1911 gemachte Bekanntschaft mit dem Schauspieler Viktor Arnold lernte er Max Reinhardt kennen, der ihm verschiedene Bühnenengagements vermittelte. Zwei Jahre später gab er sein Debüt als Schauspieler und spielte auch unter Max Reinhardt. Im Jahr 1914 feierte er als Kommis Moritz Abramowsky Erfolge in dem komischen Stück "Die Firma heiratet".

Es folgten weitere Spielrollen, in denen er vor allem durch seine Unmittelbarkeit und Spontaneität wirkte. In der Rolle des gewieften Lehrlings mit vorlautem Mundwerk in dem Titel "Der Stolz der Firma" schaffte Ernst Lubitsch 1914 den Durchbruch als Komiker. Sein Wunsch, auch im ernsten Fach anerkannt zu sein, ließ ihn zum Stückeschreiber ("Fräulein Seifenschaum") und Regisseur werden. Zusammen mit Ernst Matray gründete er in der Zeit von 1914/15 die Firma Malu-Film. Im Anschluss entstand bis 1917 die Lubitsch-Serie, unter anderem in Eigenregie mit dem komödiantischen Werk "Schuhpalast Pinkus" von 1916. "Die Augen der Mumie Ma" von 1918 ist der Titel von Lubitsch` erstem dramatischem Großfilm. Damit verbunden waren auch seine Innovationen in der Regieführung.

In seinen Werken achtete der Regisseur darauf, dass das Dekor richtig in Szene gesetzt wurde, dass die zeitlichen Folgen der Einstellungen stimmten oder die Choreographie der einzelnen Figuren zutraf. Es folgten großartige Ausstattungs- und Historienfilme wie "Carmen" (1918), "Madame Dubarry" (1919), "Anna Boleyn" (1920) oder "Das Weib des Pharao" (1921). Der großen Akzeptanz von "Madame Dubarry" folgten Offerten aus Amerika. Zu seinen letzten deutschen Filmen zählt der Titel "Die Flamme" von 1922. Im gleichen Jahr heiratete er die Schauspielerin Helene "Irni" Kraus, von der er sich aber 1930 wieder scheiden ließ. Am Ende des Jahres 1922 siedelte er nach Amerika über, um dort Filme zu machen.

Unter Vertrag mit der Filmproduktionsgesellschaft Warner Bros. entstanden die erfolgreichen Gesellschaftskomödien, die sogenannten "sex comedies", "The Marriage Circle" (1923/24), "Lady Windemere`s Fan" (1925) und "The Patriot" (1928). Ernst Lubitsch wurde einer gefragtesten Regisseure in Amerika. In den Jahren 1927 und 1928 arbeitete er für die Filmgesellschaften MGM und Paramount. Es entstanden die Werke "The Student Prince in Old Heidelberg" und das Bergdrama "Eternal Love" als sein letzter Stummfilm. Film-Operetten waren die ersten Tonfilme von Ernst Lubitsch, die ihre Verbindung zur deutschen Theatertradition nicht verleugnen können.

Probierfreudig testete er verschiedene Möglichkeiten der Technik aus und verband Musik, Dialog und Geräusche in den Anfängen des Tonfilms miteinander. Lubitsch experimentierte mit einer fließenden Kameraführung und der Verbindung paralleler Handlung und setzte in dieser Weise neue Akzente in der Regieführung. Er probierte alle Variationen der Technik aus, um ein Optimum aus der künstlerischen Darstellung herauszuholen. Ein bekanntes Beispiel seiner innovativen Regiekunst ist der Titel "Trouble in Paradise" von 1932. 1935 kannten die Nationalsozialisten Lubitsch die deutsche Staatsbürgerschaft ab. Im gleichen Jahr wurde er Produktionschef bei Paramount, und er heiratete die Künstleragentin Sania Bezencent in zweiter Ehe, die 1943 wieder geschieden wurde.

Im Jahr darauf leitete er eine eigene Produktionsgruppe, und es entstanden Filme wie "Angel" (1937) mit Marlene Dietrich oder die Politsatire "Ninotchka" (1939) mit Greta Garbo. Sein 1942 entstandener Film "To Be or not to be", der die Geschichte einer Schauspielertruppe im besetzten Warschau erzählt, geriet wegen Verharmlosung der SS in die Kritik. 1943 und danach entstanden Filmwerke wie "Heaven can wait" (1943), "The royal Scandal" (1944/45) und "Dragonwyck" (1945/46), die Lubitsch unter Vertrag bei Twentieth Century Fox drehte.

Im Jahr 1946 erlitt er einen Herzanfall, von dem er sich nie mehr ganz erholte. Im Jahr darauf wurde er für seine Innovation in der Regiearbeit mit drei Oscars bedacht. Lubitsch` letzter Film „That Lady in Ermine“ wurde von Otto Preminger vollendet.

Ernst Lubitsch starb am 30. November 1947 in Hollywood an einem Herzinfarkt.
Lubitschs Produktionen in Deutschland

1914 - R/B/D Fräulein Seifenschaum
1915 - R/B/D Zucker und Zimt
1916 - R/B/D Wo ist mein Schatz?
1916 - R/D Schuhpalast Pinkus
1917 - R/B/D Das fidele Gefängnis
1918 - R Die Augen der Mumie Ma
1918 - R Carmen
1919 - R/B Rausch
1919 - R/D Meyer aus Berlin
1919 - R/B Die Austernprinzessin
1919 - R Madame Dubarry
1920 - R/B Kohlhiesels Töchter
1920 - R/B Romeo und Julia im Schnee
1920 - R/B Ich möchte kein Mann sein
1920 - R/B/D Sumurun
1920 - R Anna Boleyn
1921 - R/B Die Bergkatze
1922 - R Das Weib des Pharao


Lubitschs Produktionen in den USA


1923 - R Rosita
1924 - P/R Die Ehe im Kreise (The Marriage Circle)
1924 - R/B Drei Frauen (Three Women)
1924 - R Das verbotene Paradies (Forbidden Paradise)
1924 - R Küss mich noch einmal (Kiss Me Again)
1925 - R/N Lady Windermeres Fächer (Lady Windermere’s Fan)
1926 - R So ist Paris (So This Is Paris)
1926 - R/N The Honeymoon Express
1927 - P/R Alt Heidelberg (The Student Prince in Old Heidelberg)
1928 - R Der Patriot (The Patriot)
1929 - R Der König der Bernina (Eternal Love)
1929 - P/R Liebesparade (The Love Parade)
1930 - R Paramount on Parade
1930 - P/R Monte Carlo
1931 - P/R/B/N Der lächelnde Leutnant (The Smiling Lieutenant)
1932 - R Une heure près de toi
1932 - R Der Mann, den sein Gewissen trieb (The Man I Killed / aka Broken Lullaby)
1932 - P/R Eine Stunde mit dir (One Hour with You)
1932 - P/R Ärger im Paradies (Trouble in Paradise)
1932 - /B Wenn ich eine Million hätte (If I Had a Million)
1933 - P/R Serenade zu dritt (Design for Living)
1934 - P/R/B/N Die lustige Witwe (The Merry Widow)
1936 - P Perlen zum Glück (Desire)
1937 - P/R Engel (Angel)
1938 - P/R Blaubarts achte Frau (Bluebeard’s Eighth Wife)
1939 - P/R Ninotschka (Ninotchka)
1940 - P/R Rendezvous nach Ladenschluß (The Shop Around the Corner)
1941 - P/R Ehekomödie (That Uncertain Feeling)
1942 - P/R/B/N Sein oder Nichtsein (To Be or Not to Be)
1943 - P/R Ein himmlischer Sünder (Heaven Can Wait)
1945 - P/R Skandal bei Hofe (The Royal Scandal)
1946 -P/R Cluny Brown auf Freiersfüßen (Cluny Brown)
1948 - P/R Die Frau im Hermelin (That Lady in Ermine)

NameErnst Lubitsch

Geboren am29.01.1892

SternzeichenWassermann 21.01 - 19.02

GeburtsortBerlin (D).

Verstorben am30.11.1947

TodesortHollywood (USA).