Biografie

Koizumi Junichiro

Der studierte Wirtschaftswissenschaftler war Vorsitzender der Regierungspartei und stellte von 2001 bis 2006 als Prämieminister den Regierungschef Japans. Seit 1972 verdiente sich Koizumi Junichiro als Politiker, als welcher er zunächst Abgeordneter des Unterhauses, ab 1979 Parlamentarischer Staatssekretär und ab April 2001 Parteivorsitzender der LDP war. Erfolge erzielte er innerhalb der Wirtschaftspolitik sowie bei der Privatisierung staatlicher Unternehmen. Dabei erwies sich Koizumi als enger Verbündeter der US-Administration, indem er vor Beginn des Irak-Krieges erklärte, Japan werde Amerika auch ohne UN-Mandat bei Kriegshandlungen im Irak unterstützen...

Die Staats- und Regierungschefs Asiens
Koizumi Junichiro wurde am 8. Januar 1942 in Yokusuka, Präfektur Kanagawa geboren.

Sein Vater Koizumi Junya war Generaldirektor der Verteidigungsagentur und Abgeordneter des Japanischen Parlaments in zweiter Generation. Koizumis Großvater Matajiro Koizumi verdiente sich als japanischer Postminister. Junichiro besuchte die Yokosuka High School und studierte im Anschluss an der Keio-Universität sowie am University College in London Wirtschaftswissenschaften. Aufgrund des Todes seines Vaters kehrte er im Dezember 1969 nach Japan zurück.

Er wurde Mitglied der Liberaldemokratischen Partei LDP und schloss sich innerhalb dieser der Fukuda-Fraktion an. Nach einem ersten fehlgeschlagenen Versuch wurde Koizumi im Dezember 1972 ins japanische Unterhaus gewählt. In zehn weiteren Wahlen wurde er in seinem Amt bestätigt. Koizumi Junichiro heiratete 1978. Aus dieser Beziehung gingen die drei Söhne Koizumi Shinjiro, Koizumi Kotaro und Miyamoto Yoshinaga hervor. 1979 wurde er zum Parlamentarischen Staatssekretär für Finanzen berufen. Darauf stellte er, wie bereits sein Großvater, den Minister für Post und Telekommunikation im Kabinett von Miyazawa Kiichi.

Nach einer Anklage seiner Frau wegen Körperverletzung wurde die Ehe 1982 geschieden. Im Anschluss wurde Koizumi Junichiro zum japanischen Gesundheitsminister gewählt. Als sich 1994 die Liberaldemokraten für kurze Zeit in der Opposition befanden, schloss sich Koizumi Junichiro innerhalb der LDP der Shinseiki an. 1995 und 1999 kandidierte er für den Vorsitz der LDP. Er unterlag jeweils gegen Hashimoto Ryutaro und Obuchi Keizo. Im April 2000 wurde Obuchi Keizo aufgrund einer Erkrankung durch Mori Yoshiro ersetzt.

Koizumi wurde darauf im dritten Anlauf am 24. April 2001 zum Parteivorsitzenden gewählt. Mit der Mehrheit aus 298 gegen 155 Stimmen konnte er sich vor seinem Rivalen Hashimoto Ryutaro deutlich behaupten. Am 26. April 2001 wurde Koizumi im Amt des japanischen Ministerpräsidenten vereidigt. Bei den Oberhauswahlen im Juli 2001 gewann Koizumi Junichiros Koalition 78 von 121 Sitzen. In dieser Position avancierte er zugleich zum populärsten Politiker des Landes. Innerhalb der Oberhauswahlen vom 10. September 2005 konnte er mit 298 Sitzen die absolute Mehrheit im Parlament erzielen.

Innenpolitisch bemühte sich Koizumi Junichiro die japanische Wirtschaft zu alten Erfolgen zurückzuführen und gemeinsam mit Banken gegen faule Kredite vorzugehen. Weiteres Ziel war die Poststruktur zu privatisieren und das Bankenwesen zu reformieren. Er kündigte eine Legislatur von schmerzhaften Reformen an, um einen wirtschaftlichen Aufschwung zu gewährleisten. Die japanische Regierung unterstützte sofort nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 die Politik der USA und ihre Militäraktionen im Afghanistan-Krieg. Im Oktober 2001 veranlasste Koizumi die Vergrößerung der japanischen Streitkräfte, um deren Möglichkeiten zur Teilnahme an Auslandseinsätzen zu gewährleisten.

Die japanische Wirtschaft erlebte indes eine langsame, aber stetige Erholung am Arbeitsmarkt, der Konjunktur sowie am Aktienmarkt. Innerhalb dieser Entwicklungen wurde Koizumi Junichiro 2003 im Amt bestätigt. Am 26. Juli 2003 wurde ein Sondergesetz zur Unterstützung des "Wiederaufbaus" des Iraks verabschiedet, wodurch es zum ersten Mal möglich wurde, japanische Soldaten in ein Krisengebiet unter Verwaltung einer Besatzungsmacht zu entsenden. Am 9. Dezember 2003 beschloss das Kabinett unter Koizumi, trotz Kritik von 55% der Bevölkerung, japanische Soldaten in den Irak zu entsenden.

Bei den Oberhauswahlen 2004 erzielte die LDP nur knapp die Mehrheit. Im Zuge des Scheiterns der von Koizumi Junichiro angestrebten Postreform im Oberhaus reagierte er 2005 mit dem Wunsch nach Neuwahlen, die er dann mit großer Mehrheit für sich entscheiden konnte. Anfang 2006 erklärte er, für keine weitere Amtszeit mehr zu kandidieren. Am 26. September 2006 wurde Shinzo Abe mit 339 von 475 Stimmen des Abgeordnetenhauses und 136 von 240 Stimmen des Oberhauses, in der Nachfolge von Koizumi zum neuen und jüngsten japanischen Regierungschef nach dem Zweiten Weltkrieg gewählt.


Die Staats- und Regierungschefs Asiens

NameKoizumi Junichiro

Geboren am08.01.1942

SternzeichenSteinbock 22.12 - 20.01

GeburtsortYokusuka, Kanagawa (J).