Biografie

Klaus Wowereit

Der Berliner Jurist und Politiker stellte von 2001 bis 2014 den Regierenden Bürgermeister von Berlin. Aus einfachen Verhältnissen kommend machte Klaus Wowereit zunächst eine kommunalpolitische Karriere in der SPD des Bezirks Tempelhof. Wowereit stellte darauf von 1995 bis 1999 den stellvertretenden Vorsitzenden und von 1999 bis 2001 den Vorsitzenden der SPD-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus. Seit 2001 bemüht er sich als Regierender Bürgermeister um eine Bewältigung der massiven Haushalts- und Finanzkrise in der deutschen Hauptstadt. Von 2003 an war er einer von vier Vertretern des Landes Berlin im Aufsichtsrat der Flughafen Berlin Brandenburg GmbH. Von 2006 bis 2013 übernahm er den Aufsichtsratsvorsitz. In seinem Amt als Bürgermeister wurde er dienstältester Regierungschef eines deutschen Bundeslandes und außerdem von 2009 bis 2013 einer der stellvertretenden Bundesvorsitzenden der SPD...

Die Ministerpräsidenten der Bundesrepublik Deutschland
Klaus Wowereit wurde am 1. Oktober 1953 im Westberliner Bezirk Tempelhof geboren.

Wowereit war das jüngste von fünf Kindern, die ohne Vater aufwuchsen. Nachdem er 1973 das Abitur abgelegt hatte, absolvierte er ein Jura-Studium an der Freien Universität Berlin, das er 1981 abschloss. Bereits während der Schulzeit war Wowereit mit 16 Jahren der SPD beigetreten, in der er vor allem Willy Brandt als Leitfigur verehrte. Es folgte eine Karriere zunächst in der SPD des Bezirks Tempelhof, deren Fraktionsvorsitzender in der Bezirksverordnetenversammlung er von 1981 bis 1984 stellte. Nach dem Studium wurde Wowereit zunächst beim Berliner Innensenator tätig. In den Jahren 1984 bis 1995 fungierte er als Bezirksstadtrat für Volksbildung und Kultur in Tempelhof. 1995 zog er erstmals in das Berliner Abgeordnetenhaus ein, wo er den stellvertretenden Vorsitz der SPD-Fraktion übernahm und außerdem als haushaltspolitischer Sprecher und Vorsitzender des Hauptausschusses fungierte. Nach den Berliner Landtagswahlen von 1999 wurde Wowereit im Dezember des Jahres zum SPD-Fraktionsvorsitzenden im Abgeordnetenhaus erhoben. Diese Funktion nahm er bis Juni 2001 wahr.

Im Zuge der Berliner CDU-Affäre um die Bankgesellschaft Berlin, zerbrach 2001 die Große Koalition in der Hauptstadt. Wowereit wurde am 16. Juni 2001 zum Regierenden Bürgermeister gewählt und er stützte sich bis zu den Neuwahlen auf einen Minderheitssenat aus SPD und Bündnis 90/Die Grünen. Im Wahlkampf erlangte der neue Regierende Bürgermeister durch sein öffentliches Coming-Out als Homosexueller internationale Aufmerksamkeit. Sein Wahlspruch "Ich bin schwul und das ist auch gut so!" ging durch alle Medien und machte ihn über die Landesgrenzen hinweg bekannt. Infolge der vorgezogenen Neuwahlen vom Oktober 2001 nahm Wowereit zunächst Koalitionsverhandlungen mit der FDP und den Grünen auf, die jedoch scheiterten. Danach bildete er eine Koalition mit der PDS, die bei den Wahlen 22,6 % der Stimmen erhalten hatte. Im Januar 2002 wurde er vom neuen Abgeordnetenhaus als Regierender Bürgermeister von Berlin wiedergewählt. In der folgenden Legislatur sah sich Wowereit einer durch den Bankenskandal und einer hohen Arbeitslosigkeitsrate ausgelösten Finanzkrise der Hauptstadt gegenüber. Zur Konsolidierung des Landeshaushaltes sah sich der rot-rote Senat zu unpopulären Sparmaßnahmen gezwungen.

Im Vorfeld der vorgezogenen Bundestagswahl vom September 2005 machte der SPD-Politiker im Sommer des Jahres durch Überlegungen über eine mögliche Koalition mit der neuen "Linkspartei" auf sich aufmerksam. Solche Spekulationen über eine rot-rot-grüne Koalition auf Bundesebene erteilten jedoch führende SPD-Politiker wie Gerhard Schröder und Kurt Beck eine harsche Absage. Die Abgeordnetenhauswahl am 17. September 2006, zu der Klaus Wowereit von den Delegierten des SPD-Landesparteitages erneut zum Spitzenkandidaten gewählt wurde, konnte mit 30,8 % der Stimmen für die SPD entschieden werden. Bei der Wahl zum Regierenden Bürgermeister Berlins am 23. November 2006 wurde Wowereit vom Berliner Abgeordnetenhaus jedoch erst im zweiten Wahlgang und mit lediglich einer Stimme Mehrheit bestätigt. Im September 2007 erschien das von Wowereit gemeinsam mit Hajo Schumacher verfasste Buch "… und das ist auch gut so".

Seit dem 13. November 2009 war Wowereit auch stellvertretender Bundesvorsitzender der SPD. Vom 21. Oktober 2003 an war Wowereit einer von vier Vertretern des Landes Berlin im Aufsichtsrat der Flughafen Berlin Brandenburg GmbH. 2006 bis 7. Januar 2013 übernahm er den Aufsichtsratsvorsitz. Am 26. August 2014 gab Wowereit bekannt, dass er sein Amt als Regierender Bürgermeister von Berlin am 11. Dezember 2014 niederlegen und sich damit verbunden aus der aktiven Politik verabschieden wird. Sein Nachfolger im Amtes des Bürgermeisters wurde Michael Müller.

Klaus Wowereit lebt zusammen mit seinem Lebensgefährten Jörn Kubicki in Berlin.


Die Ministerpräsidenten der Bundesrepublik Deutschland

NameKlaus Wowereit

Geboren am01.10.1953

SternzeichenWaage 24.09 - 23.10

GeburtsortBerlin-Tempelhof (D).