Biografie

Ludger Beerbaum

Der deutsche Sportler zählt zu den erfolgreichsten Springreitern der 1980er, 1990er und frühen 2000er Jahre. Ludger Beerbaum errang in dieser Zeit zahlreiche Einzel- und Mannschaftserfolge, unter anderem bei Olympischen Spielen, Welt- und Europameisterschaften. Er ist mehrfacher Olympiasieger im Mannschaftswettbewerb 1988, 1996 und 2000, Einzel-Olympiasieger 1992, Europameister und mehrfacher Deutscher Meister sowie World-Cup-Sieger. Wegen eines umstrittenen Doping-Nachweises musste er allerdings 2004 sein Olympia-Gold zurückgeben. Mit acht Titeln bei den Deutschen Meisterschaften im Springreiten (1988, 1992, 1993, 1997, 1998, 2000, 2001 und 2004) hält Beerbaum einen einmaligen Rekord...
Ludger Beerbaum wurde am 26. August 1963 im westfälischen Detmold als ältester Sohn des Ehepaars Horst und Mathilde Beerbaum geboren.

Beerbaum fand zum Reitsport über den Sohn eines Reitlehrers. Er war talentiert und lernte schnell. Als Fünfzehnjähriger bekam er die Stute "Wetteifernde" geschenkt. Sie wurde ein Erfolgspferd, mit dem der junge Beerbaum zahlreiche Erfolge feiern konnte. Bereits 1981 startete Beerbaum bei den Deutschen Meisterschaften in der Klasse der Junioren bis 18 Jahre. Er schnitt bei diesem nationalen Wettbewerb als Vizemeister ab und konnte seinen ersten großen Erfolg in seiner noch jungen Laufbahn feiern. Im Jahr darauf knüpfte er an seine Leistungsstärke an: Der Neunzehnjährige wurde nun Vizemeister bei den Jungen Reitern, einer Klasse bis 21 Jahre.

Im Jahr 1983 legte Beerbaum das Abitur ab, um darauf an der Universität Göttingen Betriebswirtschaft zu studieren. Bereits nach kurzer Zeit brach er aber das Studium ab, um sich ganz dem Reitsport zu widmen. 1984 nahm Beerbaum mit der deutschen Nationalmannschaft an den Europameisterschaften teil. Er ritt im Klassement der Jungen Reiter und schloss im Mannschafts- wie Einzelwettbewerb als Dritter ab – auf seiner Erfolgsstute "Wetteifernde". Ein grandioser Erfolg für den jungen Reiter. Ab 1985 betätigte sich Beerbaum als Reiter im Stall von Paul Schockemöhle, dem dreimaligen Europameister im Springreiten, in Mühlen. Seine Aufgabe war es, Verkaufs- und Turnierpferde zu reiten oder sie auf Wettbewerbe vorzubereiten.

Ab 1987 begann eine sehr erfolgreiche Zeit für Beerbaum, in der er 1988 mit dem Mannschafts-Olympiasieg in Seoul und der Deutschen Meisterschaft erste internationale Erfolge feierte. 1988 trennte er sich von dem ehemaligen Weltklasse-Reiter Paul Schockemöhle. Beerbaum siedelte in das bayerische Buchenloe über. Dort konnte er ein angesehenes Springreiterzentrum etablieren, das als Gegenpol zu Paul Schockemöhles Stall Bedeutung gewann. 1992 nahm Beerbaum mit der Stute "Classic Touch" an den Olympischen Sommerspielen in Barcelona teil. Dort errang er auf Anhieb die Goldmedaille im Einzelwettbewerb der Springreiter. Nach den Olympischen Spielen wurde die Stute an Ralf Schneider verkauft.

Dafür legte sich Alexander Moksel, der Arbeitgeber von Beerbaum, die Stute "Ratina Z" zu. Sie hatte sich bei den Olympischen Sommerspielen in Barcelona als Zweitplatzierte bewährt. Silber- und Goldmedaillen mit der Mannschaft bei den Weltreiterspielen 1990 in Stockholm und 1994 in Den Haag sowie 1992 und 1993 weitere Deutsche Meisterschaften folgten. Heraus ragte noch der erste Weltcup-Sieg eines Deutschen, ebenfalls im Jahr 1993. 1995 zog Beerbaum mit seiner Frau und seinen zwei Kindern wieder in den Norden von Deutschland. Sie ließen sich auf einem eigenen Anwesen im westfälischen Wiedenbek nieder. 1996 startete Beerbaum bei den Olympischen Sommerspielen in Atlanta, wo er mit "Ratina Z" die Goldmedaille im Mannschaftswettbewerb gewann.

Mit demselben Pferd wurde er 1997 in Mannheim Doppel-Europameister. Im folgenden Jahr holte er sich mit dem Pferd "Priamos" die Goldmedaille im Mannschaftswettbewerb bei den Weltmeisterschaften in Rom. Beerbaum stieg 1999 zum Europameister der Springreiter im Mannschaftswettbewerb mit dem Pferd "Champion du Lys" auf. 2000 nahm er an den Olympischen Sommerspielen im australischen Sydney teil, wo er zum vierten Mal Olympiagold mit der Mannschaft und mit "Goldfever" gewann. Der Springreiter konnte auch 2001 an sein bisheriges Leistungsniveau anknüpfen und sich sogar noch steigern. In diesem Jahr holte er sich zum siebten Mal den Titel des Deutschen Meisters im Springreiten, was einem Rekord an nationalen Goldmedaillen entsprach.

In Arnheim gewann Beerbaum die Europameisterschaft. Auch den ersten Titel des "Rider of the Year" gewann er in der neu geschaffenen Goldzack "Riders Tour". Außerdem holte er sich 2001 Gold bei der Europameisterschaft im Einzelwettbewerb und Bronze im Mannschaftswettbewerb. Am 22. Juni 2003 gewann der Weltranglisten-Erste den Großen Preis von Aachen. Beerbaum sicherte sich beim CHIO Aachen, dem Weltreitfestival und bedeutendsten Reitturnier der Welt, somit das zweite Mal in Folge das begehrte Gold. Bei der Olympiade von 2004 in Athen gewann Beerbaum mit "Goldfever" erneut die Goldmedaille. Nachdem jedoch im Nachhinein medizinische Untersuchungswerte seines Pferdes bekannt geworden waren, geriet er in Dopingverdacht.

Obwohl der Vorwurf wissenschaftlich als umstritten galt, musste Beerbaum seine achte Goldmedaille zurückgeben, um sich mit olympischer Bronze zu begnügen. Bei den Weltreiterspielen in Aachen 2006 startete er mit dem Wallach "L'Espoir". Er belegte Platz 5 in der Gesamtwertung. Im Juli 2007 belegte er nach langer Zeit wieder den ersten Platz in der Weltrangliste. Im August hatte er wesentlichen Anteil am Gewinn der Mannschaftssilbermedaille während der Europameisterschaft in Mannheim. Auch in der dortigen Einzelkonkurrenz konnte er sich behaupten und gewann hinter seiner Schwägerin Meredith Michaels-Beerbaum und dem aktuellen Weltmeister (von Aachen 2006), Jos Lansink, die Bronzemedaille. Im September 2011 gewann er mit Gotha FRH bei den Europameisterschaften in Madrid Teamgold.
1988
Olympische Spiele in Seoul: Goldmedaille Mannschaft auf The Freak

1988
Deutscher Meister

1990
Weltmeisterschaft in Stockholm: Silbermedaille Mannschaft auf Gazelle

1993
Weltcup-Sieger auf Ratina Z

1992
Olympische Spiele in Barcelona: Goldmedaille Einzel auf Classic Touch

1992
Deutscher Meister

1993
Deutscher Meister

1994
Weltmeisterschaft in Den Haag: Goldmedaille Mannschaft auf Ratina Z

1996
Olympische Spiele in Atlanta: Goldmedaille Mannschaft auf Ratina Z

1996
Großen Preis von Aachen auf Ratina Z

1997
Deutscher Meister

1997
Europameisterschaft in Mannheim: Goldmedaille Mannschaft, Goldmedaille Einzel auf Ratina Z

1998
Weltmeisterschaft in Rom: Goldmedaille Mannschaft auf P.S. Priamos

1998
Deutscher Meister

1998
Deutsches Springderby in Hamburg auf Champion du Lys

1999
Europameisterschaft in Hickstead: Goldmedaille Mannschaft auf Champion du Lys

2000
Deutscher Meister

2000
Olympische Spiele in Sydney: Goldmedaille Mannschaft auf Goldfever

2001
Europameisterschaft in Arnheim: Bronzemedaille Mannschaft, Goldmedaille Einzel auf Gladdys S

2001
Deutscher Meister

2001
Rider of the Year

2002
Preis von Aachen auf Goldfever

2002
Rider of the Year

2003
Preis von Aachen auf Goldfever

2004
Deutscher Meister

2004
Olympische Spiele in Athen: Goldmedaille Mannschaft auf Goldfever (nachträglich aberkannt, siehe Dopingvorwürfe)

2003
Europameisterschaft in Donaueschingen: Goldmedaille Mannschaft, Silbermedaille Einzel auf Goldfever

2003
Rider of the Year

2003
Deutsches Springderby in Hamburg auf Champion du Lys

2006
Weltmeisterschaft in Aachen: Bronzemedaille Mannschaft auf L'Espoir

2007
Europameisterschaft in Mannheim: Silbermedaille Mannschaft, Bronzemedaille Einzel auf Goldfever

NameLudger Beerbaum

Geboren am26.08.1963

SternzeichenJungfrau 24.08 -23.09

GeburtsortDetmold (D).