Biografie

Bernard Tapie

Der Unternehmer und Politiker zählte zu Anfang der 1990er Jahre zu den Vorzeigemanagern der französischen Wirtschaft. Popularität erreiche er als Präsident des Fußball-Clubs "Olympic Marseille" (1986-1994) sowie durch den Kauf der Aktienmehrheit am Sportbekleidungshersteller "adidas" (1990). Der spätere Verkauf dieser Beteiligung beschäftigte dann über Jahrzehnte die Gerichte. 1994 erklärte Bernard Tapie seine Insolvenz. Ab 1996 versuchte er sich als Schauspieler, Musiker, Moderator und Schriftsteller. 1997 wurde er wegen Insolvenzvergehen, Unterschlagung und Bestechung verurteilt. Ein Schiedsgerichtsverfahren sprach Tapie dann im Prozess gegen Crédit Lyonnais 2008 einen Schadensersatz von 285 Millionen Euro zu...
Bernard Roger Tapie wurde am 26. Januar 1943 in Paris als Sohn eines Kaufmanns geboren.

Nach Abschluss der Schule mit Abitur studierte Tapie von 1960 bis 1968 in Paris Ingenieurswissenschaften. Von 1969 bis 1975 war er Mitarbeiter einer Industrieberatung und kaufte 1977 die Papierfabrik Duverger, die er im Jahr 1979 gewinnbringend verkaufte. Im selben Jahr gründete er in Paris die Beteiligungsgesellschaft "Groupe Bernard Tapie". Dieses Unternehmen kaufte bankrotte Firmen, sanierte und verkaufte sie gewinnbringend weiter. Bei einem großen Teil der so verkauften Firmen behielt Tapie einen Anteil an der jeweiligen Gesellschaft, wodurch er binnen weniger Jahre ein mächtiges Industrie-Imperium aufbaute. 1986 wurde Tapie nach einer Beteiligung am französischen Fußball-Erstligisten "Olympic Marseille" deren Präsident. 1988 und erneut im März 1993 wurde er für den Wahlkreis Bouches-du-Rhône in die Französische Nationalversammlung gewählt.

Zu Anfang der 1990er Jahre erwirtschaftete die "Groupe Bernard Tapie" jährlich 5 Milliarden Franc. Mit diesen wirtschaftlichen Qualitäten wurde Tapie nun Günstling von Staatspräsident François Mitterand, durch den er in die wirtschaftliche und politische Elite des Landes aufstieg. 1986 förderte er seine Popularität als Hauptsponsor des französischen Top-Teams bei der Tour de France weiter und im Jahr darauf gründete er das Unternehmen "BT Finances", mit dem er sich auch an börsennotierten Unternehmen beteiligte. Unter großem Medieninteresse erwarb Tapie im Jahr 1990 die Mehrheit am Sportartikelhersteller "adidas". 1992 wurde er in Paris zum Minister der Stadtentwicklung (Ministre de la Ville) berufen. Als ihm jedoch eine Anklage wegen Veruntreuung und Bilanzfälschung drohte, musste er bereits nach 55 Tagen sein Amt niederlegen.

Weitere Kratzer am Image Tapies gab es im Jahr 1993, nachdem Vorwürfe laut wurden, Olympic Marseille hätte durch Schiebung Spielergebnisse manipuliert. Olympique Marseille erreichte indes von 1989 bis 1993 fünf nationale Titel in Folge, gewann 1989 den nationalen Pokal und siegte 1993 in der UEFA Champions League. Diese Erfolge waren jedoch nicht nur sportlich erreicht worden. Vereinspräsident Tapie hatte vor dem Punktspiel gegen US Valenciennes Bestechungsgelder gezahlt und so regelwidrig zu den Erfolgen seiner Mannschaft beigetragen. Die französische Meisterschaft wurde Olympique Marseille aberkannt, der Verein 1994 in die Zweite Liga zurückgestuft. Tapie, der sich wirtschaftlich übernommen hatte, beauftragte im selben Jahr Crédit Lyonnais mit dem Verkauf seiner adidas-Anteile, die die Bank für 2,085 Milliarden Franc selbst erwarb und wenige Monate später für fast das Doppelte an Robert Louis-Dreyfus verkaufte.

Tapie warf Crédit Lyonnais vor, ihn und die anderen Aktionäre um den Mehrerlös geprellt zu haben. Im Herbst 1994 erklärte Bernard Tapie sich selbst öffentlich als bankrott. Ab 1996 versuchte er sich als Schauspieler, Musiker, Moderator und Schriftsteller. Eine Rolle erhielt er in dem Film "Männer und Frauen". Aufgrund seines Konkurses wurde ihm im Jahr 1997 der Prozess gemacht, wobei er der Unterschlagung und der Bestechung für schuldig befunden wurde und zu acht Monaten Haft verurteilt wurde. Tapie wurde jedoch bereits nach sechs Monaten wieder entlassen, ehe er aufgrund der Manipulation der Spielergebnisse von Olympique Marseille 1997 zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren verurteilt wurde. Um sich an den Sozialisten zu rächen, die nach seiner Auffassung seinen Niedergang begründeten, wollte er sein Insiderwissen in einem Buch mit dem Titel "Jospin, non merci" der Öffentlichkeit zugänglich machen.

Im Jahr 2005 wurde Tapie im Prozess gegen Crédit Lyonnais 135 Millionen Euro Schadenersatz zugesprochen. Das Urteil wurde jedoch vom Pariser Kassationsgericht aufgehoben. Ein anschließendes Schiedsgerichtsverfahren sprach Tapie im Juli 2008 einen endgültigen Schadensersatz von 285 Millionen Euro zu.

NameBernard Tapie

Geboren am26.01.1943

SternzeichenWassermann 21.01 - 19.02

GeburtsortParis (F).