Biografie

Johannes Mario Simmel

Der österreichische Autor gehörte zu den erfolgreichsten Schriftstellern im deutschen Sprachraum. Den Durchbruch verschaffte ihm die Auszeichnung seines Theaterstücks "Der Schulfreund" und der Romantitel "Es muss nicht immer Kaviar sein". Es folgten zahlreiche weitere Romane, die zu Bestsellern wurden. Seine Erzählwerke sind umfangreich angelegt. In ihnen setzte der Autor sich ein für Moral und Aufklärung, verbunden mit einer kolportagetaften Handlung wie Verbrechen, Verschwörung, Abenteuer oder Liebe. Die Werke von Johannes Mario Simmel haben eine umfangreiche Thematik zum Gegenstand, wie zum Beispiel Gewalt gegen Ausländer, Drogenhandel oder Genmanipulation und andere relevante Gesellschaftsthemen...
Johannes Mario Simmel wurde am 7. April 1924 als Sohn eines jüdischen Chemikers und einer Lektorin in Wien geboren.

Seine Eltern stammten aus Hamburg. Der jüdische Vater Walter Simmel war Chemiker, die Mutter Lisa, geb. Schneider, Lektorin bei der Filmgesellschaft Wien-Film. Sein Vater floh vor den Nationalsozialisten nach London, während fast alle Verwandten väterlicherseits in der NS-Zeit ermordet wurden. Johannes Mario Simmel verbrachte seine Kindheit in Wien und England. Sein Abitur absolvierte er in Wien. Danach ließ er sich zum Chemie-Ingenieur ausbilden. Ab 1943 war er als Heilmitteltechniker tätig.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges arbeitete er als Dolmetscher für die amerikanische Militärregierung in seinem Land. Ab 1948 war er als Journalist für die Zeitung "Welt am Abend" tätig, und er schrieb Drehbücher für Filme wie "Es geschehen noch Wunder" (1951) mit Hildegard Knef, "Tagebuch einer Verliebten" (1953) mit Maria Schell, "Hotel Adlon" (1955) oder "Robinson soll nicht sterben" (1957) mit Romy Schneider und Horst Buchholz. 1950 siedelte er nach München über und war dort als Berufsjournalist tätig.

So schrieb er Reportagen und Serien, unter anderem für die Zeitschrift "Quick". Ab 1963 arbeitete Simmel als freier Schriftsteller und lebte in München oder Frankreich. Gleich mit seinem Debütroman "Mich wundert`s, dass ich so fröhlich bin" aus dem Jahr 1949, der 1983 verfilmt wurde, hatte Simmel Erfolg. Der große Wurf gelang ihm 1960 mit dem Romantitel "Es muss nicht immer Kaviar sein" und dem Bühnenstück "Der Schulfreund". 1961 wurde "Es muss nicht immer Kaviar sein" mit O.W. Fischer verfilmt und sein erfolgreiches Theaterstück wurde durch das Nationaltheater Mannheim ausgezeichnet.

Danach folgten regelmäßige Veröffentlichungen von Romanen, von denen viele zum Erfolg wurden. Zu seinen Vorbildern wurden unter anderem Hans Fallada, Ernest Hemingway, Graham Greene oder Somerset Maugham. Seit dem Jahr 1983 lebte der Autor im schweizerischen Zug. Die Romane von Johannes Mario Simmel wurden in über 28 Ländern der Erde veröffentlicht und kamen innerhalb von vier Jahrzehnten auf eine Gesamtauflage von über 70 Millionen Exemplaren. Übersetzt wurden sie in 33 Sprachen. Vielfach wurden seine Werke mit Starbesetzungen verfilmt.

Simmel engagierte sich in seinen Erzählwerken unter anderem gegen Neonazismus, Umweltverschmutzung, Undurchschaubarkeit der Geheimdienste oder Drogenhandel. Die Themen verband er mit spannenden Handlungen aus Sex, Glück, Verbrechen oder Abenteuer und vielem mehr. Die umfangreichen Werke zeichnen sich aus durch eine sorgfältige Recherche von tatsächlichen gesellschaftlichen Begebenheiten, so dass der Kern der Inhalte faktisch verbürgt ist. Stets ließ Johannes Mario Simmel in seinen Büchern seine antifaschistische, demokratische Haltung durchblicken.

Zu den bekanntesten Romantiteln zählen unter anderem "Und Jimmy ging zum Regenbogen" (1970; verfilmt 1971), "Hurra, wir leben noch" (1978; verfilmt von Peter Zadek 1983 unter dem Titel "Die wilden Fünfziger als Zeitrevue"), "Bitte, laßt die Blumen leben" (1983; verfilmt 1986), "Und mit den Clowns kamen die Tränen" (1987; Fernsehverfilmung 1990), "Im Frühling singt zum letzten Mal die Lerche" (1990), "Träume den unmöglichen Traum" (1996), "Der Mann, der die Mandelbäumchen malte" (1998) oder "Liebe ist die letzte Brücke" (1999).

Der Literaturbetrieb stufte Simmels Romane teilweise noch als Trivialliteratur ein. Die Kritik an seinen Werken betraf die literarische Ästhetik, aber nicht die Inhalte. Die Absicht seiner Bücher stand im Zeichen der Aufklärung. Ihr Erfolg beruhte auf einer hohen Identifikation mit den Lesern, die zumeist aus der Mittelschicht stammten. 1996 konnte dem Schriftsteller nicht der Vorwurf übler Nachrede gegen Jörg Haider nachgewiesen werden. Simmel hatte den FPÖ-Vorsitzenden mit der "skrupellosen und mörderischen Hetze" gegen Ausländer in Verbindung gebracht.

Im März 2005 bekam der österreichische Schriftsteller in der Deutschen Botschaft zu Bern das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse verliehen.

Johannes Mario Simmel starb am 1. Januar 2009 im Alter von 84 Jahren bei Zug in der Schweiz.

NameJohannes Mario Simmel

Geboren am07.04.1924

SternzeichenWidder 21.03 - 20.04

GeburtsortWien (A).

Verstorben am01.01.2009

TodesortZug (CH).