Biografie

Konstantinos Simitis

Der griechische Politiker stellte von 1996 bis 2004 den Ministerpräsidenten der Republik Griechenland. Konstantinos Simitis, der in der Bundesrepublik promovierte Jurist, beteiligte sich im Exil am Widerstand gegen die griechische Militärdiktatur, ehe Simitis auf Seiten der Sozialistischen Partei maßgeblich am demokratischen Wiederaufbau Griechenlands beteiligt war. Als Ministerpräsident förderte er die Integration des Mittelmeerlandes in die Europäische Union, während ihn der schwelende Konflikt mit der Türkei um die Zypern-Frage immer wieder zu Abgrenzungen gegenüber dem östlichen Nachbarn veranlasste...
Konstantinos Simitis wurde am 23. Juni 1936 als Sohn von George Simitis und Fani Cristopoulou in Athen geboren.

Sein Vater war Rechtsprofessor in der griechischen Hauptstadt. Nach dem Schulbesuch in Athen gingen Konstantinos Simitis und sein Bruder Spiros Simitis, der sich später als Professor in Frankfurt und als Datenschutzbeauftragter von Hessen einen Namen machen sollte, zum Studium in die Bundesrepublik. Simitis studierte Rechts- und Wirtschaftswissenschaften in Marburg, wo er 1959 seine Doktorarbeit vorlegte. Daran schlossen sich weitere Studien an der London School of Economics an.

Nach den Studien kehrte Simitis in seine Heimat zurück, um dort ab 1961 zunächst als Anwalt am Obersten Gericht in Athen tätig zu werden. 1965 begann er, sich politisch in demokratischen Klubs zu engagieren. Dies zwang ihn nach dem Militärputsch vom April 1967, der zur Errichtung der Obristendiktatur unter Oberst Georgios Papadopoulos führte, in die Emigration. Simitis kehrte 1969 in die Bundesrepublik zurück, wo er von 1971mbis 1975 an den Universitäten Konstanz und Gießen Recht lehrte. Im Exil beteiligte er sich als Mitglied der Panhellenischen Befreiungsbewegung (PAK) an den Aktionen gegen die griechische Militärjunta.

Infolge des Sturzes der Militärregierung kehrte Simitis 1974 in sein Heimatland zurück, um dort in die "Panellínio Sosialistikó Kínima" (PASOK), also die Panhellenische Sozialistische Bewegung, unter der Führung von Andreas Papandreou, einzutreten. Als Mitglied des Zentral- und des Exekutivkomitees der Partei war Simitis maßgeblich an den Erfolgen der PASOK bei den Wahlen von 1974 und 1977 beteiligt, durch die die Partei zur stärksten Oppositionskraft im griechischen Parlament avancierte. Zugleich hatte Simitis 1975 eine Berufung zum Professor für Handelsrecht an die Universität Athen erhalten.

Im Jahr 1981 trat er in die erste sozialistische Regierung Griechenlands unter Papandreou als Landwirtschaftsminister ein. 1985 wechselte er auf den Posten des Wirtschaftsminister, den er 1987 durch seinen Rücktritt aufgeben musste. 1989/90 amtierte Simitis vorübergehend als Minister für Erziehung und religiöse Angelegenheiten unter einer Interims-Koalition. Nach dem erneuten PASOK-Wahlsieg von 1993 zog er als Minister für Industrie, Energie, Technologie und Handel in die Regierung von Papandreou ein, aus der er jedoch zwei Jahre später durch Rücktritt ausschied. Infolge des Rücktritts des schwer erkrankten Andreas Papandreou vom 15. Januar 1996 setzte sich Simitis als dessen Nachfolger an der Spitze der PASOK durch.

In der wenige Tage später gebildeten neuen Regierung wurde Simitis am 22. Januar als Ministerpräsident eingesetzt, der seither die Integration Griechenlands in die Europäische Union - etwa durch den Eintritt in die Euro-Zone - maßgeblich mitgestaltete. Bei den Parlamentswahlen vom April 2000 konnte die PASOK ihre Position behaupten. Simitis wurde für eine weitere Amtsperiode als griechischer Premier bestätigt. Seine Politik war von großen wirtschaftlichen Reformen geprägt, die Griechenland stärker marktwirtschaftlich orientiert haben. Gleichzeitig fand ein gesellschaftlicher Paradigmenwechsel statt. Am 10. März 2004 endete seine Amtszeit. Sein Nachfolger im Amt des Ministerpräsidenten wurde Kostas Karamanlis.

Konstantinos Simitis ist mit Daphne Arkadiou verheiratet und Vater zweier Kinder.


Die Europäische Union

NameKonstantinos Simitis

Geboren am23.06.1936

SternzeichenKrebs 22.06 - 22.07

GeburtsortAthen (GR).