Biografie

Jean Tinguely

Der schweizerisch-französische Bildhauer und Objektkünstler zählt zu den führendsten Mitgliedern der Neuen Realisten. Seine anfänglichen Werke unterstanden dem Einfluss des Surrealismus. Nach dieser Phase fertigte er "Métamécaniques", bewegliche Drahtskulpturen. Jean Tinguely avancierte zum profiliertesten Repräsentanten der kinetischen Kunst. Es folgten die bekannten "Métamatics" als mechanische Malmaschinen, die die Strömung des Tachismus parodierten. Später baute der Künstler Maschinenskulpturen aus Schrott als Kritik an der Technisierung der Zeit...
Jean Tinguely wurde am 22. Mai 1925 in Fribourg geboren.

Tinguely begann zunächst eine Lehre als Dekorateur. 1927 siedelte er mit seiner Familie nach Basel über. In den Jahren von 1941 bis 1945 war er Schüler der Kunstklasse an der der Allgemeinen Gewerbeschule in Basel. Bereits 1938 bastelte er tönende Wasserräder. In seinem künstlerischen Debütwerk schuf er zunächst Bilder und plastische Objekte nach Art des Surrealismus. Ab 1945 baute er Objekte aus Metall, Holz, Papier und Draht zusammen.  1951 heiratete er Eva Aeppli.

Im Jahr 1953 verließ der Künstler seine Schweizer Heimat und zog nach Paris. Dort baute er seine ersten beweglichen Drahtskulpturen zusammen, für die er die Bezeichnung "Métmécaniques" fand. In der Folgezeit machte er sich einen Namen als wichtigster Vertreter der kinetischen Kunst. Im Jahr 1959 bastelte er mechanische Phantasiemaschinen, die "Métamatics", die malen konnten. Damit konnten die Besucher auf Ausstellungen selbst zeichnen. Jean Tinguely verband diese Arbeit mit einer parodistischen Kritik an den routinierten Ausführungen der tachistischen Stilsprache, die für ihn zur künstlerischen Erstarrung führten.

Seine mechanischen Malmaschinen kamen beim Publikum gut an und trugen zur Verbreitung seines Namens als famoser Konstrukteur und Erfinder von Maschinenplastiken bei. 1959 warf er über Düsseldorf von einem Flugzeug insgesamt 150.000 Manifeste "Für Statik" ab, in denen er seine Kunstauffassung darlegte. Das Leitmotiv seines Schaffens, die erfahrbare Bewegung, zog sich durch sein gesamtes Werk, wobei er oftmals die Betrachter mit einbezog. Auf dem im Jahr 1960 veranstalteten Happening "Hommage à New York" im Skulpturengarten des Museum of Modern Art in New York präsentierte Tinguely Maschinen, die sich selbst zerstörten.

Es folgten weitere internationale Happenings, an denen er sich mit dem amerikanischen Maler und Objektkünstler Robert Robert Rauschenberg beteiligte. Im gleichen Jahr, 1960, rief er zusammen mit dem Schweizer Objektkünstler Daniel Spoerri, dem französischen Bildhauer César Baldaccini, dem Künstler Yves Klein und dem Kritiker Pierre Restany die Künstlervereinigung "Nouveau Réalisme" ins Leben. 1961 heiratete Jean Tinguely die französische Malerin und Plastikerin Niki de Saint Phalle, die gleichfalls Mitglied bei den "Nouvelle Réalisme"-Künstlern wurde.

Tinguely befestigte Gegenstände an der Decke und ließ sie durch Motoren mit hohen Umdrehungen kreisen. Damit bezweckte der Künstler die Entmaterialisierung dieser Gegenstände. Ab dem Jahr 1963 konstruierte Tinguely bewegliche Maschinen als Skulpturen. Dazu verwendete er unter anderem mechanische Schrottteile oder auch Tierschädel. Die Mechanik dieser Objekte gibt quietschende Geräusche von sich und ist als kritischer Beitrag zu einer immer weiter technisierten Gesellschaft zu verstehen. Ihre Bewegungen sind völlig frei von irgendwelchen Zwecken.

Zusammen mit seiner Frau realisierte Jean Tinguely zahlreiche Werk. So entstand unter anderem im Jahr 1966 eine liegende und begehbare Frauenfigur in monumentaler Größe im Moderna Museet in Stockholm. 1983 schuf er den Strawinsky-Brunnen in Paris. 1977 fertigte er den Fastnachtsbrunnen vor dem Stadttheater in Basel.

Jean Tinguely starb am 30. August 1991 in Bern. 

Im Jahr 1996 wurde ein Jean-Tinguely-Museum in Basel eröffnet. Dort sind die meisten Maschinenskulpturen und Zeichnungen des Künstlers ausgestellt.

NameJean Tinguely

Geboren am22.05.1925

SternzeichenZwillinge 22.05. - 21.06

GeburtsortFribourg (CH).

Verstorben am30.08.1991

TodesortBern (CH).