Biografie

Niki de Saint Phalle

Die französische Malerin, Bildhauerin, Architektin und Aktionskünstlerin Niki de Saint Phalle zählt zu den produktivsten und bekanntesten Pop-Artistinnen der internationalen Kunstszene. Weltberühmt machten sie ihre Darstellungen der farbigen, breithüftigen und großbrüstigen Frauenskulpturen: "Nanas". Für die Herstellung ihrer "Nanas" gefährdete sich die Künstlerin gesundheitlich sehr. Das langjährige Inhalieren der chemischen Dämpfe führte schließlich zu einem Lungen-Emphysem, von dem sie sich nicht mehr erholte...
Catherine Marie-Agnés Fal de Saint Phalle wurde am 29. Oktober 1930 in Neuilly-sur-Seine als Tochter des französischen Bankiers Comete de Saint Phalle und einer Amerikanerin geboren.

Im Jahr 1933 zog sie mit ihrer Familie nach New York. Hier besuchte sie die Klosterschule Sacre-Coeur in New York. Ihr Abitur legte sie 1947, nach mehreren Schulwechseln, in Maryland ab. Ab 1948 arbeitete sie als Fotomodell. Im selben Jahr machte sie die Bekanntschaft mit dem späteren Schriftsteller Harry Mathews, den sie im Jahr 1950 in New York heiratete. Im nächsten Jahr wurde die gemeinsame Tochter Laura geboren. Nach einem psychischen Zusammenbruch reiste Niki de Saint Phalle nach Italien und Spanien, wo sie zu zeichnen und zu malen begann. 1952 ließ sie sich in Paris nieder. Neben ihrer künstlerischen Arbeit besuchte sie hier eine Schauspielschule. Bereits im nächsten Jahr kam es zu einem weiteren Zusammenbruch. Abermals fand sie nach einem stationären Klinikaufenthalt Hilfe in der Malerei.

Während eines Aufenthalts in Mallorca 1955 wurde ihr Sohn Philippe geboren. Die erste Einzelausstellung mit Gemälden und Gipsreliefs von de Saint Phalle war 1956 in St. Gallen zu sehen. 1960 ließ sie sich von Harry Mathews scheiden. Eine neue Beziehung fand sie mit dem schweizerisch-französischen Bildhauer und Objektkünstler Jean Tinguely, der zu den führenden Mitgliedern der Neuen Realisten zählt. Im selben Jahr entstanden erste "Schießbilder". Erste Beachtung fand Saint Phalle 1961 mit den "Schießaktionen" in Stockholm und Kopenhagen. Auch beteiligte sie sich an Ausstellungen der Gruppe "Nouveaux und Réalistes" in Paris und Nizza, sowie an der Ausstellung "Art of Assamblage" im Museum of Modern Art in New York. 1962 folgte die erste Einzelausstellung in New York.

Im Jahr 1963 zog de Saint Phalle mit Jean Tinguely in die Auberge du Cheval Blanc nach Soisy-sur-École bei Paris. Bis ins hohe Alter lebte und arbeitete sie hier mehrere Monate im Jahr. Ebenso beteiligte sie sich 1963 am zweiten Festival Du Nouveau Realisme in der neuen Galerie im Künstlerhaus in München. Nach weiteren erfolgreichen Gruppenausstellungen in London, Brüssel, Genf, Paris und New York, entstanden ab 1964 gemeinsam mit ihrer Tochter Laura erste "Nanas", die im Jahr 1965 erstmals in Paris ausgestellt wurden und sie international populär machten. Für die große Halle des Moderna Museet in Stockholm schuf de Saint Phalle 1966 die "Größte Hure der Welt" - das liegende Überweib ist sechs Tonnen schwer und 27 Meter lang.

Gemeinsam mit Tinguely gestaltete sie das "Paradies Fantastique" für den französischen Pavillion der Expo 1967 in Montreal und das "Nana-Haus" für die Fondation Maeght in St.-Paul-de-Vence. 1968 beteiligte sie sich an der Ausstellung "Dada, Surrealism and Heritage" im Museum of Modern Art in New York. Nach weiteren internationalen Einzelausstellungen entwarf de Saint Phalle Kostüme und Dekorationen für Theaterstücke. Die erste Retrospektive wurde 1969 in Hannover, Luzern und Ludwigshafen gezeigt. Am 13. Juli 1971 heirateten de Saint Phalle und Jean Tinguely in Soisy. 1972 erfolgte die Fertigstellung des "Golem" -Hauses mit drei Rutschbahnen für einen Kindergarten in Jerusalem und drei bewohnbaren Skulpturhäusern für Rainer von Diez.

Bis 1974 beendete sie auch den Bau eines Nana-Schwimmbades in St. Tropez und die Stadt Hannover erwarb drei "Nanas", die im Stadtzentrum installiert wurden. Ab 1980 erschienen erste Möbelentwürfe von de Saint Phalle. In Zusammenarbeit mit Prof. Silvio Barandun, schrieb und bebilderte sie das Buch "AIDS", welches in fünf Sprachen übersetzt wurde. Mit ihrem Sohn Philippe entstand 1989, in Anlehnung an das Buch, ein Zeichentrickfilm. 1987 zeigte sie die erste Retrospektive in den USA im Nassau County Museum of Fine Art in Roslyn/Long Island, mit dem Titel "Fantastic Visions". Am 30. August 1991 starb ihr Ehemann Jean Tinguely in Bern. 1994 zog sie sich aus gesundheitlichen Gründen nach La Jolla in Süd-Kalifornien zurück. 1995 veröffentlichte Peter Schamoni einen Film über Niki de Saint Phalle und Jean Tinguely mit dem Titel: "Who is the monster, you or me?".

Im Jahr 1997 wurde die letzte große de Saint Phalle Retrospektive zu Lebzeiten in Brasilien gezeigt. Der Stadt Hannover fühlte sie sich künstlerisch verbunden. Im Jahr 2000 übereignete Niki de Saint Phalle dem Sprengel Museum in Hannover mehr als 300 ihrer Werke, die dann unter dem Titel "La fete. Die Schenkung Niki de Saint Phalle" drei Monate lang zu sehen waren.

Niki de Saint Phalle starb am 21. Mai 2002 im Alter von 71 Jahren
in San Diego, Kalifornien.

NameCatherine Marie-Agnés Fal de Saint Phalle

AliasNiki de Saint Phalle

Geboren am29.10.1930

SternzeichenSkorpion 24.10 - 22.11

GeburtsortNeuilly-sur-Seine (F).

Verstorben am21.05.2002

TodesortSan Diego, Kalifornien (USA).