Biografie

Jean Monnet

Der französische Unternehmer und Politiker zählt zu den zentralen Architekten und Förderern des europäischen Gedankens zur Gründung der späteren Europäischen Union. Davor vollzog er eine beeindruckende Wirtschaftskarriere, ehe er Pläne zum Zusammenschluss der westeuropäischen Schwerindustrie verwirklichte. 1955 wurde Jean Monnet Mitbegründer und Vorsitzender des "Aktionskomitees für die Vereinigten Staaten von Europa". Durch die Regierungschefs der Europäischen Gemeinschaft wurde er 1976 zum bis dahin einzigen Ehrenbürger Europas ernannt...
Jean Monnet wurde am 9. November 1888 in Cognac geboren.

Bereits in jungen Jahren engagierte sich Monnet politisch. Zur Zeit des Ersten Weltkrieges (1914-1918) verdiente er sich in London innerhalb einer Einrichtung zur Vereinheitlichung der Versorgung und des Transportwesens. Von 1920 bis 1923 wurde er Stellvertretender Generalsekretär des Völkerbundes. Von 1923 bis 1938 widmete sich Monnet dem Familienunternehmen in Cognac/Frankreich. Er entwickelte sich zu einem Finanzier mit weltweiten Verbindungen und Freundschaften, was mit zahlreichen Reisen verbunden war.

Indes wurde er 1932 Wirtschaftsberater in China im Auftrag des Völkerbundes. 1938 wurde Monnet zum Wirtschafts- und Finanzberater in Polen und Rumänien berufen. Darüber hinaus nutzte er seine wirtschaftlichen Beziehungen in die USA, um im Regierungsauftrag für französische Flugzeugbauer Rüstungsmaterial einzukaufen. Ab 1940 wurde er Präsident des französisch-britischen Koordinierungsausschusses für die Kriegsproduktion beider Länder. 1943 wurde Jean Monnet das Amt des Staatskommissars für Ernährung, Rüstung und Wiederaufbau im französischen Befreiungskomitee in Algier übertragen.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde er Leiter des neugeschaffenen Planungsamtes in Frankreich. Dabei profilierte er sich durch die Entwicklung eines wirtschaftlichen Modernisierungsprogramms, das die Regierung ab 1947 umsetzte. Ebenso entwarf er einen Plan zum Zusammenschluss der westeuropäischen Schwerindustrie, dem 1950 von Außenminister Robert Schuman zugestimmt wurde. Darauf wurde er Präsident der Pariser Schuman-Plan-Konferenz, die zur Gründung der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS) führte. Von 1952 bis 1954 stellte er den ersten Präsidenten der Hohen Behörden der Montanunion.

In diesen Ämtern avancierte er zu einem der einflussreichsten Wirtschaftslenker Europas mit internationalem Ansehen auf allen politischen Ebenen. 1953 wurde Jean Monnet mit dem Karlspreis zu Aachen bedacht. 1955 wurde er Mitbegründer und Vorsitzender des "Aktionskomitees für die Vereinigten Staaten von Europa", dessen Ziel die politische Union Europas war. Für diese Verdienste erhielt Monnet 1963 die Freiheitsmedaille der Vereinigten Staaten von Amerika verliehen. Jean Monnet zog sich im Jahr 1975 aus allen politischen Ämtern zurück. Durch die Regierungschefs der Europäischen Gemeinschaft wurde er 1976 zum bis dahin einzigen Ehrenbürger Europas ernannt.

Im selben Jahr veröffentlichte er unter dem Titel "Erinnerungen eines Europäers" seine Autobiografie. Bundeskanzler Helmut Schmidt widmete Monnet das Vorwort des Werkes.

Am 16. März 1979 starb Jean Monnet auf seinem Landsitz bei Paris. Sein Leichnam wurde ins Pariser Panthéon überführt.

NameJean Monnet

Geboren am09.11.1888

SternzeichenSkorpion 24.10 - 22.11

GeburtsortCognac (F).

Verstorben am16.03.1979

TodesortParis (F).