Biografie

James David Wolfensohn

Der australische Jurist und Bankier bewährte sich ab 1963 als Experte im internationalen Börsen- und Bankgeschäft, bevor er sich 1981 mit einer eigenen Investmentbank etablierte. Von 1995 bis 2006 bemühte sich James David Wolfensohn als Präsident der Weltbank in zwei Amtsperioden um neue Akzente in der weltweiten Armutsbekämpfung. Damit wurde er der dritte Präsident, welcher eine zweite Amtszeit bei der Weltbank ableistete. 1995 wurde ihm für sein Engagement für die Kunst von Königin Elisabeth II. die Ehrenritterwürde verliehen. Als Sportler war er bei den Olympischen Spielen 1956 in Melbourne Mitglied des australischen olympischen Fechtteams...
James David Wolfensohn wurde am 1. Dezember 1933 in Sydney (Australien) geboren.

Nach der Schule nahm er ein Studium der Rechtswissenschaften an der Universität seiner Heimatstadt auf, das Wolfensohn 1954 mit dem Bachelor abschloss. Ein anschließendes Auslandsstudium in Harvard (USA) beschloss er 1959 mit dem Master of Business Administration. Bereits 1957 hatte Wolfensohn jedoch als Rechtsanwalt zu arbeiten begonnen. Von 1963 bis 1965 wirkte er als Partner des australischen Unternehmens "Ord Minnett" im Börsengeschäft mit. Danach war er bis 1967 als geschäftsführender Direktor der Investmentbank "Darling & Co." tätig. Nach einem vorübergehenden Aufenthalt in London, wo Wolfensohn für die Bank "J. Henry Schroder Wagg" arbeitete, fungierte er von 1970 bis 1976 als Präsident desselben Bankhauses in New York.

In London behielt er den Direktorenposten der "Schroder Ltd." und bis 1977 den eines Geschäftsführers der "Schroder Group". In den Jahren von 1977 bis 1981 arbeitete Wolfensohn als Partner des New Yorker Aktienhändlers "Salomon Brothers", für dessen Londoner Haus er zugleich den Chairman stellte. Nachdem er selbst die amerikanische Staatsbürgerschaft erhalten hatte, rief Wolfensohn 1981 in New York seine eigene Investmentbank, die "James D. Wolfensohn Inc.", ins Leben. Das Haus war so erfolgreich, dass der Banker bis Mitte der 1990er Jahre Geschäftsstellen in London, Tokio und Moskau eröffnen und den vormaligen Präsidenten der amerikanischen Zentralbank, Paul A. Volcker, zum Partner gewinnen konnte. Im Frühjahr 1995 nominierte Präsident Bill Clinton den Banker zum künftigen Präsidenten der "International Banc for Reconstruction and Development" (IBRD).

Als Präsident der Weltbank führte Wolfensohn ab Juni 1995 die Entwicklungsprojekte dieser Sonderorganisation der UNO so erfolgreich fort, dass er 1999 für eine zweite fünfjährige Amtszeit ab Juni 2000 bestätigt wurde. Der neue Weltbankpräsident initiierte bereits in seiner ersten Amtsperiode auch eine interne Strukturreform des Hauses, die sich 1998-2001 in der Neubesetzung der Führungsebene, im Personalabbau und in der Dezentralisierung der Aktivitäten niederschlug, die durch die Auslagerung der Länderdirektoren mit ihren Stäben aus der Washingtoner Zentrale erreicht wurde. Durch die Ausarbeitung neuer strategischer Konzepte zur Armutsbekämpfung zeigt sich Wolfensohn auch bemüht, die Not und das Elend der sogenannten "Dritten Welt" durch gezielte Bildungsprogramme in den Entwicklungsländern langfristig einzudämmen.

Im September 2000 kritisierte Wolfensohn gegenüber den westlichen Industrienationen öffentlich den Rückgang ihrer Entwicklungshilfe. 2001 setzte sich der Weltbankpräsident für eine Finanzhilfe für das krisengeschüttelte Jugoslawien ein. Nach dem Terror-Anschlägen vom 11. September 2001 machte er sich außerdem für eine stärkere Kontrolle der Finanzmittel des internationalen Terrorismus stark. Wolfensohn zeigt sich neben seinen Bankgeschäften auch als großzügiger Förderer der Künste. Herausragende Kunst- und Kulturstätten wie die "Carnegie Hall" in New York oder das "Kennedy Center" in Washington verdankten in den folgenden Jahren seinem Einsatz ihr erfolgreiches Fortbestehen. Wolfensohn wurde der dritte Präsident, welcher eine zweite Amtszeit bei der Weltbank ableistete. Seine Nachfolge trat zum 1. Juni 2005 Paul Wolfowitz an.

Im Jahr 2006 wurde ihm für sein Engagement gegen Armut und Ausgrenzung der Roma der Theodor Heuss Preis verliehen. 2011 erhielt er die Ehrendoktorwürde der Hebräischen Universität Jerusalem.

James David Wolfensohn ist seit 1961 mit Elaine Ruth Botwinick verheiratet, mit der er drei Kinder hat.

NameJames David Wolfensohn

Geboren am01.12.1933

SternzeichenSchütze 23.11 - 21.12

GeburtsortSidney (AUS).