Biografie

Augusto Pinochet

Der Politiker stellte als Militarist und Diktator von 1973 bis 1990 den chilenischer Staats- und Regierungschef. Die Macht errang Augusto Pinochet als Anführer des mit Hilfe der USA vorbereiteten blutigen Putsches gegen Salvatore Allende. Sein Ziel war die vollständige Ausrottung des Marxismus in Chile und die Weiterentwicklung der freien Marktwirtschaft. Er galt als einer der umstrittensten Staatsmänner seiner Zeit. Nach spanischen Vorwürfen zählte Pinochet zu den hauptverantwortlichen Tätern für zahlreiche Folterungen und Morde während seiner Diktatur. Seine Taten blieben ungesühnt. Aus gesundheitlichen Gründen wurde er 2002 für nicht verhandlungsfähig erklärt...

Die Staats- und Regierungschefs Südamerikas
Augusto José Ramón Pinochet Ugarte wurde am 25. November 1915 in Valparaiso geboren.

Er ging in Quillota und Valparaíso zur Schule und besuchte schließlich ab 1933 die Escuela Militar del Libertador Bernardo O'Higgins in der Comuna Las Condes in Santiago de Chile, nachdem er dort zweimal abgelehnt worden war. 1949 verbot die Regierung Videla mit dem Ley Maldita die Kommunistische Partei und eröffnete Konzentrationslager in Pisagua (I. Region). Seine militärische Karriere begann schon im Jugendalter. 1936 wurde er Offizier und 1955 Mitglied des Verteidigungs-Ministeriums. 1956 ernannte man Pinochet zum chilenischen Militärattaché in Washington und 1959 zum Brigadegeneral. 1971 folgte die Berufung zum Oberbefehlshaber des Heeres und ein Jahr später wurde er in seiner Funktion von der US-Armee weiter ausgebildet, bis er 1973 zum Oberbefehlshaber der Streitkräfte ernannt wurde.

Im selben Jahr, 1973, führte General Pinochet den mit Hilfe der USA vorbereiteten Militärputsch gegen Staatschef Salvatore Allende aus. Pinochets Ziel und Bestreben war nun die Widereinführung der freien Marktwirtschaft, aber auch vollständige Ausrottung des Marxismus in Chile. Er selbst wurde nach dem Putsch Vorsitzender der Militärjunta und von 1980 bis 1990 Staatspräsident. In seiner Amtszeit versuchte Augusto Pinochet, nach spanischem Vorbild, einen katholisch geprägten Ständestaat einzuführen. Dazu bediente er sich einer repressiven Innenpolitik, in der er die Opposition ausschaltete. Dies war möglich, indem er als Diktator seine Macht missbrauchte, um zahlreiche Menschenrechte zu verletzen.

Im Jahr 1988 kam es erstmals durch den Druck der internatonalen Politik und der Kirche, zu Vorwürfen gegen seine Politik. Darauf folgten 1989 erste freie Wahlen, bei denen er unterlag, aber sein Amt als Armeechef größtenteils beibehielt. Im Oktober 1998 wurde Pinochet in London, nach einem durch die spanische Regierung entstandenen Auslieferungsversuch, unter Hausarrest gestellt. Der Vorwurf Spaniens gegen ihn beinhaltete, dass Pinochet während seiner diktatorischen Amtszeit für zahlreiche Folterungen und Morde gegen spanische Staatsbürger verantwortlich gewesen sein soll. Anfang des Jahres 2000 wurde Pinochet aufgrund seines schlechten gesundheitlichen Zustandes die Rückreise nach Chile erlaubt, wo er sich, trotz zahlreicher Gegner, auch einer großen Anhängerschaft erfreute.

Der Oberste Gerichtshof Chiles erklärte den ehemaligen Staatsterroristen im Oktober 2002 für prozessunfähig. Pinochet konnte sich somit seiner juristischen Bestrafung aus gesundheitlichen Gründen entziehen. Augusto Pinochet leugnete in einem Interview vom November 2003 jegliche Verantwortung für die Ermordung der rund 3.000 Menschen, die seiner Diktatur zum Opfer gefallen waren. Die chilenische Regierung unter Präsident Ricardo Lagos machte einen offiziellen Untersuchungsbericht über die Menschenrechtsverletzungen der Pinochet-Diktatur öffentlich zugänglich. Im Dezember 2004 wurde bekannt, dass der chilenische Staat rund 28.000 Opfer, die Haft und Folter unter der Pinochet-Diktatur hatten erdulden müssen, mit einer Rente auf Lebenszeit entschädigen wolle.

Das oberste Berufungsgericht in Santiago hob im Juli 2005 die Immunität des ehemaligen Diktators für dessen mutmaßliche Beteiligung an der so genannten Operation Colombo auf. In Zusammenhang mit dieser Aktion ist Pinochet für die Ermordung von mindestens 15 Anhängern der linken Opposition im Jahr 1975 verantwortlich zu machen.

Augusto José Ramón Pinochet Ugarte starb am 10. Dezember 2006 an den Folgen eines Herzanfalls in Santiago de Chile.


Die Staats- und Regierungschefs Südamerikas

NameAugusto Pinochet

Geboren am25.11.1915

SternzeichenJungfrau 24.08 -23.09

GeburtsortValparaiso (Chile).

Verstorben am10.12.2006

TodesortSantiago de Chile (Chile).