Biografie

Franziska van Almsick

Die deutsche Sportlerin zählte zu den erfolgreichsten Schwimmerinnen der Welt. 1992 gewann sie bei den Olympischen Sommerspielen in Barcelona vier Medaillen. 1993 wurde Franziska van Almsick in Sheffield, England, sechsmal Europameisterin. Ihren größten Erfolg erschwamm sie sich 1994, als sie im 200 m Freistil Weltmeisterin mit neuer Weltrekordzeit wurde. Insgesamt erlangte van Almsick 18 Europameistertitel. Bei den Berliner Europameisterschaften 2002 feierte Franziska van Almsick mit fünf Goldmedaillen ein glänzendes sportliches Comeback, wobei sie ihren eigenen Weltrekord von 1994 nochmals verbesserte. 2004 gewann sie nochmals zwei Bronzemedaillen mit neuem Europarekord, worauf sie sich vom Profi-Sport zurückzog...
Franziska van Almsick wurde am 5. April 1978 in Berlin (Ost) geboren.

Bereits mit fünf Jahren fand Franziska van Almsick zum Schwimmsport. Ihr Schwimmtalent wurde entdeckt und gefördert. Sie wurde mit sieben Jahren die jüngste Teilnehmerin im Schwimm-Trainingszentrum der DDR, Ost-Berlin, und systematisch aufgebaut. 1989 gewann sie als Elfjährige insgesamt neun Goldmedaillen bei der Spartakiade. Nach der Wende schnitt Almsick bei der Deutschen Schwimmmeisterschaft über 200 Meter Freistil, ihrer Lieblinsstrecke im Wasser, als Zweitbeste ab. Darauf folgte der Sieg im Freistil auf der 100- Meter-Strecke beim Weltcup in Palma de Mallorca. Damit hatte Almsick das Ticket für die Olympischen Sommerspiele 1992 in Barcelona in der Tasche.

Außerdem errang sie erstmals den deutschen Meistertitel über 200-Meter-Freistil und 100- Meter-Schmetterling. Bei der Sommerolympiade von 1992 in Barcelona holte Almsick zwei Silber- und zwei Bronzemedaillen. In der Disziplin 200- Meter-Freistil und in der 4 x 100-Meter-Lagen-Staffel wurde sie jeweils die Zweitplatzierte. Den dritten Platz erreichte sie beim 100-Meter-Freistil und in der 4 x 100-Meter-Freistil-Staffel. Für die erst vierzehnjährige Sportlerin stellten diese olympischen Gewinne einen großen Triumph dar. Fachwelt, Medien und Öffentlichkeit wurden nun auf die junge Berliner Schwimmerin aufmerksam.

In der Folge schwamm Almsick überaus erfolgreich von Wettbewerb zu Wettbewerb. Zu ihren Erfolgsbilanzen zählten unter anderem sechs Goldmedaillen der Jugend-Europameisterschaften von 1992 im englischen Leeds und drei Goldmedaillen bei der Sprint-Europameisterschaft in Espoo. 1993 setzte Almsick ihre erfolgreichen Schwimmleistungen fort. Bei den damaligen Europameisterschaften im englischen Sheffield errang sie sechs Goldmedaillen und eine Silbermedaille. Sie stellte drei Weltbestleistungen beim Kurzbahn-Weltcup in Peking und Shanghai auf. Weiterhin holte sie den Weltcup-Sieg im Freistilsprint und fünf Titel bei den Deutschen Meisterschaften in Potsdam.

Almsicks Sportkarriere wurde noch im selben Jahr durch ihre Wahl zur Sportlerin des Jahres sowie zur Europa- und Weltsportlerin offiziell gewürdigt. 1994 erreichte Almsick bei den Weltmeisterschaften in Rom den Höhepunkt ihrer bisherigen Schwimmkarriere. In der ewigen Stadt schwamm sie die 200-Meter-Distanz im Freistil nicht nur als schnellste Teilnehmerin, sondern stellte auch mit einer Zeit von 1:56,78 Minuten einen neuen Weltrekord auf. In der 4 x 200-Meter-Staffel im Freistil holte sie in Rom Silber und jeweils eine Bronzemedaille über 100 Meter im Freistil und in der 4 x 100-Meter-Freistilstaffel. Im gleichen Jahr erlangte sie überdies vier Siege bei den nationalen Meisterschaften in Hannover.

Dann schwamm Almsick 1995 auch überaus erfolgreich bei den Europameisterschaften in Wien. In den Disziplinen 100-Meter- Freistil, 400-Meter-Freistil, 4 x 100-Meter-Freistilstaffel und 4 x 200-Meter-Freistilstaffel sowie 4 x 100-Meter-Lagen holte die Sportlerin sich insgesamt fünf Goldmedaillen. Im 50-Meter-Freistil belegte sie den zweiten Rang. Bei der Sommerolympiade von 1996 in Atlanta erzielte sie in ihrer speziellen Erfolgsdisziplin, der 200-Meter-Freistil, erreichte sie nur den zweiten Platz hinter Claudia Poll. In Atlanta holte sie weiterhin eine Silberplakette in der 4 x 100-Meter-Freistilstaffel und einmal Bronze in der 4 x 200-Meter-Freistilstaffel.

Nach einer längeren Wettkampfpause meldete sich Almsick 1998 wieder zurück. Zwischenzeitlich hatte sie sich endgültig für den Sport entschieden und ihre Ausbildung auf dem Gymnasium abgebrochen. Bei der Weltmeisterschaft im australischen Perth erzielte die Schwimmerin nun Gold in der 4 x 200-Meter-Freistilstaffel. Im Jahr darauf schloss sie die Europameisterschaften in Istanbul mit jeweils einer Goldmedaille in zwei Freistilstaffeln und einer Silbermedaille in der Lagenstaffel ab. Bei den Olympischen Sommerspiele 2000 in Sydney, für die sie sich bei den Deutschen Meisterschaften qualifiziert hatte, sieht sie jedoch im Halbfinale. Bronze gewann sie indes für ihre Teilnahme in der 4 x 200-Meter-Freistilstaffel.

Im Trainings- und Wettkampfjahr 2001 hinderte Almsick ein Bandscheibenvorfall daran, an vergangene Glanzzeiten anzuknüpfen. In der ersten Jahreshälfte 2002 qualifizierte sie sich bei den Deutschen Meisterschaften für die Europameisterschaften in Berlin. Almsick gewann insgesamt fünf Goldmedaillen: jeweils einmal Gold in der 4 x 200-Meter-Freistilstaffel und in der 4 x 100-Meter-Freistilstaffel, einmal Gold über die Distanz von 100-Meter-Freistil, einmal Gold in der Lagenstaffel, die sie in der europäischen Rekordzeit von 4 : 01,54 Sekunden zurücklegte, und einmal Gold über die 200-Meter-Distanz. Hierbei verbesserte sie ihren eigenen, acht Jahre alten Weltrekord durch die neue Zeit von 1 : 56,64 Sekunden.

Almsick belegte weiterhin bei den Norddeutschen Meisterschaften vom Mai 2003 in Berlin im 100- und 200-Meter-Freistil jeweils den ersten Platz. Denselben Platz errang sie auch im November desselben Jahres bei den Deutsche Kurzbahn-Meisterschaften 2003 in Gelsenkirchen im 200-Meter-Freistil und 100-Meter-Schmetterling. Dreimal den ersten Platz erlangte Almsick unter anderem auch im Juni 2004 im 200-Meter-Freistil, im 100-Meter-Freistil und im 100-Meter-Schmetterling bei den Deutschen Meisterschaften in Berlin. Im 4 x 100-Meter-Freistil, den Olympischen Sommerspielen von 2004 in Athen, errang das deutsche Team den vierten, im 200-Meter-Freistil kam Almsick nur auf den fünften Platz. Bei der 4 x 200-Meter-Freistilstaffel und bei der 4 x 100-Meter-Lagenstaffel platzierte sich das deutsche Team jeweils an dritter Stelle.

Nach der Olympiade 2004 in Athen erklärte sie ihren Rücktritt vom Profi-Sport. Im selben Jahr veröffentlichte sie unter dem Titel "Aufgetaucht" ihre Autobiografie. Ab Mitte Juni 2005 begann van Almsick ihre neue sportjournalistische Tätigkeit für die "Welt am Sonntag" und die "Berliner Morgenpost": Für die beiden Blätter führte sie eine Interviewreihe mit den "größten deutschen Sportlern" durch. Ab Juli 2005 trat die ehemalige Schwimmerin bei der TV-Übertragung der Weltmeisterschaften in Montreal, Kanada, als Schwimmexpertin in der ARD auf. Franziska van Almsick war indes mit dem Unternehmer Jürgen B. Harder liiert und lebte in Heidelberg. Die gemeinsamen Kinder wurden 2006 und 2013 geboren. Harder war bereits Vater zweier Kinder aus erster Ehe.

Ab dem 1. Dezember 2008 war Franziska van Almsick als Stellvertreterin des neu bestellten Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Sporthilfe, Werner E. Klatten, für den Bereich Sport zuständig.

NameFranziska van Almsick

Geboren am05.04.1978

SternzeichenWidder 21.03 - 20.04

GeburtsortBerlin (D).