Biografie

Herbert Marcuse

NameHerbert Marcuse

Geboren am19.07.1898

SternzeichenKrebs 22.06 - 22.07

GeburtsortBerlin (D).

Verstorben am29.07.1979

TodesortStarnberg (D).

Herbert Marcuse

Der deutsch-amerikanische Soziologe war ein bedeutender Philosoph und Gesellschaftstheoretiker der "Frankfurter Schule". In seinem Werk "Der eindimensionale Mensch" zeichnete er das düsteres Bild einer totalitären Gesellschaft. Sein Essay "Repressive Toleranz" und andere Untersuchungen über Gesellschafts- und Herrschaftsstrukturen fanden ein großes Echo in der Studentenbewegung Ende der 1960er Jahre. Nach Marcuse ist gesellschaftliche Revolution mit Veränderungen im Bewusstsein der Menschen und in deren sinnlichen Wahrnehmung verbunden. Diesbezüglich setzte er auf die verändernde Kraft beispielsweise der Kunst oder der Frauenbewegung...
Herbert Marcuse wurde als Sohn eines jüdischen Fabrikanten am 19. Juli 1898 in Berlin geboren.

Aufgewachsen ist er in bürgerlichen Verhältnissen in der deutschen Hauptstadt. 1916, nach dem Notabitur, wurde er zum kaiserlichen Heer einberufen. 1917 trat er der SPD bei. Nach dem militärischen Zusammenbruch Deutschlands wurde er 1918 in den Soldatenrat in Reinickendorf gewählt. 1919 begann er an den Universitäten Berlin und Freiburg Philosophie zu studieren. Marcuse schloss sein Studium mit der Promotion im Jahr 1922 ab. Das Thema seiner Doktorarbeit lautete: "Der deutsche Künstlerroman". 1924 heiratete er Sophie Wertheim. Aus dieser Verbindung ging der Sohn Peter hervor, der 1935 geboren wurde.

Im 1928 nahm Marcuse seine Philosophie-Studien wieder auf. Er war Schüler von Edmund Husserl und Martin Heidegger. 1930 war er neben Heidegger und Erich Fromm Mitbegründer des Frankfurter Instituts für Sozialforschung. Zwei Jahre später siedelte Marcuse angesichts der politischen Entwicklung in Deutschland in die USA über. In New York schloss er sich dem Institut für Sozialforschung an der Columbia University an. 1940 wurde er US-amerikanischer Staatsbürger. Ab dem Jahre 1942 war Marcuse für den US-amerikanischen Geheimdienst im Office of Strategic Services in Washington tätig. Er schaffte es bis zum Leiter der Europaabteilung.

Im Jahr 1951 wechselte er nach New York an das Russian Institute der Columbia University, wo er als wissenschaftlicher Mitarbeiter tätig wurde. Im gleichen Jahr verstarb seine Frau. Danach arbeitete er als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Russian Research Center der Gharvard University in Cambridge im US-Bundesstaat Massachusetts. 1954 heiratete Marcuse Inge Neumann. 1954 folgte Marcuse einem Ruf als Professor für Politische Wissenschaften an die Brandeis-University in Waltham im US-Bundesstaat Massachusetts. Im Jahr darauf erschien sein Werk "Eros and Civilization", das zehn Jahre später als deutsche Ausgabe unter dem Titel "Triebstruktur und Gesellschaft" auf den Markt kam. 1958 wurde seine Abhandlung "Soviet Marxism" publiziert. In deutscher Übersetzung erschien das Buch 1958 unter dem Titel "Die Gesellschaftslehre des sowjetischen Marxismus".

Der Titel "One-Dimensional Man" (1964) gilt als Hauptwerk Marcuses. Er erschien 1967 in deutscher Übersetzung unter dem Titel "Der eindimensionale Mensch". Darin kritisiert der Philosoph das kapitalistische System. Marcuse setzte auf die praktisch-revolutionäre Kraft der Philosophie in der Industriegesellschaft. In ihr seien die Freiheit und das Glück der Menschen zugunsten der Manipulation aufgeopfert worden. Als Gegenmittel benannte Marcuse die Verweigerung. Mit seinen beiden Werken "Der eindimensionale Mensch" und "Triebstruktur und Gesellschaft" gab er besonders der Studentenbewegung gesellschaftstheoretische Vorstellungen an die Hand, die sie als wichtigste Leitideen für sich vereinnahmte. Sie fanden ihre Bedeutung nicht nur in der Bundesrepublik, sondern auch in den USA.

Im Jahr 1965 erhielt Marcuse eine Berufung an die Universität von Kalifornien in San Diego. Im gleichen Jahr erschien sein viel beachteter Essay "Repressive Toleranz" in dem Sammelwerk mit dem Titel "Kritik der reinen Toleranz". 1967 hatte Marcuse eine Gastprofessur an der Freien Universität Berlin inne. 1976 heiratete Marcuse nochmals. Zu seinen Werken zählen unter anderem Titel wie "Kultur und Gesellschaft" (1965), "Das Ende einer Utopie. Psychoanalyse und Politik" (1968), "Versuch über Befreiung" (1969), "Ideen zu einer kritischen Theorie der Gesellschaft" (1969), "Revolution oder Reform? Eine Kontroverse mit K. Popper" (1971), "Konterrevolution und Revolte" (1972), "Studies in Critical Philosophy" (1973), "Zeitmessungen" (1975), "Die Permanenz der Kunst – wider eine bestimmte marxistische Ästhetik" (1977).

Herbert Marcuse starb am 29. Juli 1979 in Starnberg während eines Besuches in Deutschland.


Die Studenten- und Protestbewegung von 1966-1975: Vordenker, Aktivisten, Idole

NameHerbert Marcuse

Geboren am19.07.1898

SternzeichenKrebs 22.06 - 22.07

GeburtsortBerlin (D).

Verstorben am29.07.1979

TodesortStarnberg (D).

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