Biografie

Henry Ford

Der US-amerikanische Konstrukteur und Industrielle war der Begründer des gleichnamigen Autokonzerns. 1896 stellte er seinen ersten Motorenwagen vor, den er bis 1908 zum legendären "T-Modell" (Tin Lizzy) weiterentwickeln sollte. 1903 rief er die Ford Motor Company ins Leben. Durch eine innovative Rationalisierung der Arbeitsgänge machte Henry Ford das Auto für die Allgemeinheit erschwinglich. Dazu entwickelte er als erster Hersteller Montagefließbänder (1913), Standardisierungen in der Fertigung und arbeitsteilige Herstellungsprozesse. Der "Ford T" wurde so zwischen 1908 und 1927 mehr als 15 Millionen Mal gebaut. Mit seinem Vermögen finanzierte er soziale Projekte und ab 1936 die "Ford Foundation zur Friedenssicherung"...

Persönlichkeiten der Automobilindustrie
Henry Ford wurde am 30. Juli 1863 als Sohn irischer Einwanderer in Dearborn nahe Detroit geboren.

Ford wuchs in einer landwirtschaftlichen Umgebung auf. Seine Eltern waren als Farmer tätig. Schon früh interessierte sich der Junge für Technik. Nach Abschluss der High School absolvierte er von 1880 bis 1882 eine Lehre bei der Detroit Drydock Company, von 1884 an eine Ausbildung in Technischem Zeichnen und in Wirtschaftswissenschaft an der Detroiter Goldsmith, Bryant and Stratton University. 1888 heiratete er Clara Bryant und kehrte auf die Farm seiner Eltern in Dearborn zurück. Aus der Ehe ging der Sohn Edsel Bryant hervor. Sein Interesse an der Technik veranlasste Ford zu Basteleien und Arbeiten an Motoren und Maschinen, um sie zu verbessern.

So baute er unter anderem einen Dampfschlepper, der im Gegensatz zu geläufigen Maschinen leichter war. Ab 1891 wurde er Maschinist und Ingenieur bei der "Edison Illuminating Company". 1892 konstruierte Ford sein erstes Auto mit Benzinmotor. 1896 stellte er seinen ersten Motorenwagen "Tin Lizzy" vor, den er bis 1908 zum legendären "T-Modell" weiterentwickeln sollte. 1899 kündigte er seine Anstellung, um sich ganz auf den Bau von Autos zu konzentrieren. 1901 wurde Ford Ingenieur und Teilhaber der "Detroit Automobile Company". Doch nach einem Jahr verließ er den Betrieb aufgrund von Schwierigkeiten mit Geldgebern wieder.

Im Jahr 1903 gründete er die "Ford Motor Company". Von 1906 bis 1919 sowie von 1943 bis 1945 stellte er den Präsidenten des Unternehmens. 1908 startete die Produktion zu seinem berühmt gewordenen Ford "T-Model T" – (Tin Lizzy). Davon wurden in der Zeit von 1908 bis 1927 über 15 Millionen Stück produziert. 1910 verlegte Ford die Produktionsstätte nach Highland Park, Michigan. Dort nahm er 1913 das erste Montagefließband in Betrieb. Es führte zur Rationalisierung in der Herstellung. Ford verbesserte weiterhin die Produktionsgänge, indem die Fertigung von Teilen standardisiert und die Arbeitsteilung noch weiter vorangetrieben wurde. Dadurch waren die Autos auch in der Anschaffung billiger und für die Allgemeinheit erschwinglicher.

Das Auto entwickelte sich zu einem Massenverkehrsmittel. Auch im sozialen Bereich revolutionierte Ford die Arbeitswelt. 1914 ließ er seine Arbeiter am Gewinn der "Ford Motor Company" teilhaben und zahlte ihnen statt üblicher 2,30 Dollar für einen Arbeitstag von acht Stunden 5,00 Dollar. Ford machte es sich zum Arbeits- und Lebensmotto, die Produkte und ihre Herstellung ständig zu verbessern. Er verband damit nicht nur eine Qualitätssteigerung oder längere Haltbarkeit der Produkte, sondern gleichfalls Fortschritt, Arbeitserleichterung und Beschäftigung. Zu seinen weiteren Firmenleistungen zählte der Aufbau eines Werkstättennetzes von Ford zur Betreuung und Wartung der Kundenfahrzeuge.

Sein Friedensengagement dokumentierte sich 1914 in der Fahrt seines Friedensschiffes nach Norwegen, um den gerade ausgebrochenen Ersten Weltkrieg zu beenden. Auch engagierte sich Ford in der Politik des Landes. Doch 1920 verlor er die Kandidatur zum Sitz im US-Senat. 1919 wurde sein Sohn Edsel Bryant Erster Präsident der "Ford Motor Company". Das Unternehmen war unaufhaltsam auf Wachstumskurs. 1921 beherrschte es den Automarkt mit einem Anteil von 55 Prozent der industriellen Produktion. Ab 1926 beschäftigte sich das Unternehmen mit der Herstellung von Flugzeugen. In dieser Zeit entstand das dreimotorige Flugzeug "Tri-Motor-Flugzeug". 1928 wurde die Produktion des erfolgreichen Ford T-Models eingestellt.

Im Jahr 1929 entstand ein Technologie-Center von Ford. Drei Jahre später wurde Fords erstes Auto mit einem V8-Motor produziert. 1933 wehrte sich das Unternehmen gegen eine gewerkschaftliche Organisation der Mitarbeiter. Ford finanzierte 1936 die "Ford Foundation zur Friedenssicherung". Er gründete 1936 mit seinem Sohn Edsel die "Ford-Stiftung" in Michigan mit einer umfassenden Charta, um das Gemeinwohl der Menschen zu fördern. Die zuerst nur lokal ausgelegte Stiftung wuchs beträchtlich und hatte bis 1950 ihren Fokus auch national und international erweitert. 1937 kam es zum Konflikt zwischen dem Werkschutz von Ford und der Gewerkschaft "United Auto Workers", die in die Gewerkschaftsgeschichte als "Battle of Overpass" einging.

Durch ein Gerichtsurteil wurde es Ford verboten, in die Belange der Gewerkschaft einzugreifen. Schließlich kam es 1941 zu einer vertraglichen Vereinbarung zwischen dem Unternehmen Ford und der Gewerkschaft "United Auto Workers". Erst neunundvierzigjährig starb Henry Fords Sohn Edsel Bryant im Jahr 1943. Darauf stellte er erneut bis 1945 den Präsidenten des Unternehmens. Auch als Autor trat Ford in Erscheinung. 1926 veröffentlichte er seine Autobiografie "Henry Ford: Mein Leben und Werk". 1926 und 1930 folgten die Sachbücher "Today and tomorow" und "Moving forward".

Henry Ford starb am 7. April 1947 in Dearborn im Alter von 83 Jahren.


Persönlichkeiten der Automobilindustrie
Menschen und Marken

NameHenry Ford

Geboren am30.07.1863

SternzeichenLöwe 23.07 - 23.08

GeburtsortDearborn, Detroit (USA).

Verstorben am07.04.1947

TodesortDearborn, Detroit (USA).