Biografie

Helmut Thoma

Der Jurist und Unternehmer stellte von 1991 bis 1999 den Chef des privaten TV-Senders RTL Television. In dieser Position wirkte Helmut Thoma maßgeblich an der Entwicklung des Unternehmens und der deutschen Fernsehkultur mit, wobei er zu einem der erfolgreichsten Medienmanager Europas avancierte. Mit Thoma stieg RTL zu einem der profitabelsten Privatsender weltweit auf. Der im Hintergrund agierende Medienmanager wurde durch zahlreiche Auszeichnungen und Ehrungen zu einem der prominentesten Fernsehdirektoren...

Prominente Vertreter der deutschen Fernsehkultur
Helmut Thoma wurde am 3. Mai 1939 in Wien geboren.

Er wuchs in Wien auf, wo er auch die Schule bis zur Mittleren Reife besuchte. Im Anschluss machte Thoma eine Ausbildung im Molkereiwesen. Am Abendgymnasium holte er auch das Abitur nach, um Jura studieren zu können. Thoma promovierte 1962 in Kirchenrecht, worauf er in Wien als Anwalt tätig wurde. Später spezialisierte er sich auf Medienrecht. 1966 erfolgte der Einstieg beim österreichischen Fernsehen ORF, dessen Justiziar er ab 1968 wurde. 1973 zog Thoma nach Frankfurt a.M., wo er Mitarbeiter bei der IPA wurde, der deutschen Vertretung von Radio Television Luxemburg, kurz "RTL".

Nach zwei Jahren, 1975, stieg er zum Mitglied der Geschäftsleitung, 1982 zum Direktor von RTL-Radio und ab 1984 auch zum Direktor des RTL-Fernsehens auf. 1983 hatte Thoma mit Bertelsmann einen finanzstarken Partner für RTL gewinnen können. Gesellschafter von RTLplus wurden "CLT" (Compagnie Luxemborgeoise de Télédiffusion S.A.), UFA Film- und Fernseh GmbH , WAZ, Burda Verlag, FAZ sowie treuhänderisch die Deutsche Bank. RTLplus startete 1984 mit schlechten Sendefrequenzen, fehlendem Zuschauerpotential und Mangel an Programmware im TV-Markt.

Ab 1986 war Thoma Sprecher der Geschäftsführung von RTLplus Deutschland Fernsehen GmbH & Co. KG. Die Geschäftsführung teilte er sich zunächst mit Erich Staake. Als einer der ersten Medienmacher, kaufte er sogenannte "lean production" ein, also Sendungen, die von freien Unternehmen produziert wurden. Die Erotikprogramme, die Thoma ins Programm aufnahm, bescherten RTL zunächst ein fragwürdiges Image, ließen aber die Einschaltquoten immens steigen. Seine Devise "erfolgreich ist, was gefällt" wurde in den folgen Jahren Programm für die meisten Privatsender.

Durch diesen Gedanken prägte er zugleich die deutsche Medienlandschaft und einen der populärsten Sätze der Branche. Erste Formate dieser Art wurde Sendungen wie "Tutti Frutti", "Explosiv" oder der "heiße Stuhl". 1989 wurde Thoma zum "Medien-Mann des Jahres" gewählt. 1990 erhielt er die "Goldene Kamera" sowie den "Bambi". Als Erich Staake 1991 zu Bertelsmann zurückkehrte, übernahm Thoma die alleinige Geschäftsführung des Unternehmens RTL. Nun folgten Magazin-Programme wie "Spiegel TV" die dem Sender auch außerhalb des Kommerz Seriosität bescherten.

Anfang der 1990er Jahre verlor RTL die Senderechte der Bundesliga an ARD und ZDF. Dennoch gelang es Thoma 1992 die öffentlich rechtlichen Sender in den Einschaltquoten zu übertrumpfen. Zu einem der stärksten Programme wurde RTL nicht nur durch die Auswahl der Moderatoren, wie Hugo Egon Balder, Thomas Gottschalk, Hans-Joachim Kulenkampff, Karl Dall oder Hella von Sinnen, sondern auch durch den Zukauf von Übertragungsrechten der Fußball-Bundesliga. 1994 wurde Thoma mit dem "Deutschen Medienpreis" und dem "Emmy Award" ausgezeichnet. Im selben Jahr erreichte RTL bereits 60% der Einschaltquoten.

Im Jahr 1995 erhielt Thoma vom österreichischen Bundeskanzler die Ehrenprofessur des Landes überreicht. Thoma trat 1999 von seiner Position als RTL-Chef zurück. Im Mai 1999 übernahm Thoma für ein symbolisches Honorar den Posten des persönlichen Medienberaters des Ministerpräsidenten von Nordrhein-Westfahlen, Clement (SPD). Ebenso 1999 erhielt er die "Ehren-Nymphe" des Fernesehfestivals Monte Carlo. 2000 stellte er den Internetdienst "Sportgate" vor. Er kündigte an, dass dieses Internetportal, an dem auch Boris Becker beteiligt war, als Kommunikationsplattform für Sportarten im Herbst desselben Jahres online gehen sollte.

Im Jahr 2001 musste "Sportgate" Insolvenz beantragen. Thoma wurde Aufsichtsrat-Vorsitzender der freenet AG und seit 2007 Aufsichtsratsmitglied des Sparten-TV-Senders Deutsches Anleger Fernsehen (DAF). Im selben Jahr gründete er das Medienberatungsunternehmen TT-Studios.

Thoma ist in dritter Ehe mit Daniele Milbert verheiratet. Thomas Sohn Harald aus erster Ehe arbeitet ebenfalls für das Medienunternehmen RTL.


Prominente Vertreter der deutschen Fernsehkultur

NameHelmut Thoma

Geboren am03.05.1939

SternzeichenStier 21.04 - 21.05

GeburtsortWien (A).