Biografie

Helmut Jahn

Der deutsche Architekt zählt weltweit zu den talentiertesten Planern der Gegenwart. Er hat sich auf die Entwürfe von Hochhäusern und Wolkenkratzern spezialisiert, die er nach dem Vorbild der Postmoderne realisiert. Ausgehend von der Vision einer klassischen Moderne, zentral dem Funktionalismus, gestaltete er ab 1975 nahezu ausschließlich variantenreiche Monumentalbauten. Er gehört zu den Gestaltern des neuen Berlin und erlangte mit seinen Bauten wegweisende Bedeutung für die Gegenwartsarchitektur. Internationale Annerkennung verschaffte sich Helmut Jahn mit spektakulären Bauten wie dem Frankfurter Messeturm (1988-1991), dem Sony Center mit BahnTower am Potsdamer Platz in Berlin (1995-2000), dem Flughafen Bangkok-Suvarnabhumi (2002-2005) sowie dem Weser Tower in Bremen (ab 2007)...

Die einflussreichsten Architekten und Designer des 20. Jhs.
Helmut Jahn wurde am 4. Januar 1940 in Zirndorf bei Nürnberg geboren.

Nach Abschluss der Schule mit Abitur studierte Jahn von 1960 bis 1967 in München und Chicago Architektur. 1965 schloss er den Studiengang mit der Diplomarbeit an der Technischen Universität München ab. 1966 verließ er Deutschland und siedelte in die USA über, um am Illinois Institute of Technology in Chicago ein weiteres Jahr Architektur zu studieren. Dort machte Jahn die Bekanntschaft des letzten Bauhaus-Direktors, Ludwig Mies van der Rohe, der 1969 verstarb. Jahn erhielt 1967 eine Anstellung in dessen renommierten Büro C. F. Murphy & Associates in Chicago. Dort zeigte Jahn außerordentliche planerische Fähigkeiten, weshalb er kurz nach seinem Eintritt ins Unternehmen zum Assistenten von Gene Summers ernannt wurde.

Der deutsche Planer entwickelte sich in kürzester Zeit zu einem der gefragtesten Architekten der Vereinigten Staaten. Jahn wurde 1973 Vizepräsident sowie Direktor für Planung und Design bei C. F. Murphy & Associates. Seine Arbeiten orientieren sich seither an der klassischen Moderne und bestechen dabei durch Funktionalität. So entstanden seit 1975 fast ausschließlich Entwürfe für spektakuläre Monumentalbauten, die Jahn weltweit populär machten. Nach seiner Beteiligung am Unternehmen C. F. Murphy & Associates wurde dieses 1981 als Murphy/Jahn firmiert. Ende der 1970er Jahre erhielt er den Auftrag zum Entwurf des "Staten of Illinois Centers" in Chicago. Jahns Modell war ein Stahl- und Glasbau mit einer Nutzungsfläche von über 100.000 Quadratmetern.

Ein aus dem Dach ragender Glaszylinder bildet die Innenhalle, in die zahlreiche Galerien einmünden und die zu Büroeinheiten und Geschäften führen. Ab 1981 lehrte Jahn an verschiedenen amerikanischen Universitäten, unter anderem an den renommierten Universitäten Yale und Harvard. 1982 wurde Jahn ordentlicher Professor am Illinois Institute of Technology. 1984 wurde das gigantische Projekt nach diesen Plänen fertiggestellt. Im Deutschland erregte Jahn 1988 mit dem Entwurf des Messeturms in Frankfurt am Main Aufsehen. Der Turm erhielt nach seiner Fertigstellung 1991 den Beinamen "Bleistift" und zählte mit einer Höhe von 257 Metern zu den größten Gebäuden Europas.

Seit 1992 realisierte Jahn einige Projekte in Berlin. Dazu zählen unter anderem die Gebäude "Kurfürstendamm 70" aus dem Jahr 1994, "Kurfürstendamm 119" aus dem Jahr 1994 und ein Bürohaus im Stadtteil Halensee aus dem Jahr 1996. Darüber hinaus wirkte der renommierte Architekt an der Gestaltung und Bebauung des Potsdamer-Platzes in Berlin mit, der für mehrere Jahre die größte Baustelle Europas darstellte. Jahn erhielt nach einer internationalen Ausschreibung den Auftrag zum Bau des Sony Centers. Dieser im Jahr 2000 fertig gestellte Wohn-, Büro- und Geschäftskomplex zählt heute zu den mondänsten Bauten Berlins. Darüber hinaus trägt das von 1998 bis 2000 erstellte Haus am Kranzler-Eck in Berlin die gestalterische Handschrift Jahns.

Der deutsche Architekt mit internationalem Ansehen entwirft seit über 35 Jahren in den Vereinigten Staaten. Sein Schaffen ist geprägt vom amerikanischen Baustil. Seine Konstruktionen sind oftmals als unverwechselbare Glas-Stahl-Architektur realisiert und erlangten eine wegweisende Bedeutung in der Baukunst der Gegenwart. Dazu zählen auch Jahns Planungen von Flughäfen in den USA, in Saudi-Arabien und in der Bundesrepublik Deutschland. Sein architektonisches Arbeitsfeld ist breit gestreut; unter anderem zählen dazu Bahnhöfe, Bibliotheken, Büro- und Justizbauten, Hotels, Schulen, Sportstadien und Wirtschaftsbauten. Darauf folgte das vierte Verwaltungsgebäude der Firma Bayer Leverkusen in Leverkusen.

Am 25. Mai 2000 erfolgte die Grundsteinlegung zu dem vierstöckigen Bau. Nach seiner Fertigstellung 2002 bildete das Gebäude als geöffnetes Halboval mit dem Carl-Duisberg-Park eine harmonische Einheit. Der Verwaltungsbau dient als Repräsentativgebäude mit Rundumverglasung für rund 275 Mitarbeiter des Vorstands und der Konzernverwaltung. Nach dem Flughafenbahnhof in Köln/Bonn (2004) sowie dem Hegau-Tower in Singen ab 2007, entsteht nach seinen Plänen von 2007 bis 2010 der Weser Tower in Bremen.


Die einflussreichsten Architekten und Designer des 20. Jhs.

NameHelmut Jahn

Geboren am04.01.1940

SternzeichenSteinbock 22.12 - 20.01

GeburtsortZirndorf bei Nürnberg (D).