Biografie

Gustav Stresemann

NameGustav Stresemann

Geboren am10.05.1878

SternzeichenStier 21.04 - 21.05

GeburtsortBerlin (D).

Verstorben am03.10.1929

TodesortBerlin (D).

Gustav Stresemann

Der Verbandsfunktionär und Politiker entwickelte sich von einem aggressiven Nationalisten im Ersten Weltkrieg zu einer der bedeutendsten demokratischen Stützen der Weimarer Republik. Als Reichskanzler und Außenminister entfaltete er eine auf Verständigung orientierte Integrationspolitik im Innern und nach außen, die wesentlich zur Stabilität und Selbstbehauptung der ersten deutschen Demokratie beitrug und der durch den ermordeten Außenminister Walther Rathenau vollzogenen Weichenstellung folgte...
Gustav Stresemann wurde am 10. Mai 1878 in Berlin als Sohn eines Kleinunternehmers geboren.

Stresemann genoss eine protestantisch-liberale Erziehung. Als Gymnasiast begann er sich bereits journalistisch zu betätigen. 1900 schloss er sein Studium der Nationalökonomie mit der Promotion ab. Drei Jahre später verheiratete sich Stresemann mit Käte Kleefeld. In den Jahren 1902 bis 1918 fungierte Stresemann als Syndikus des Verbandes sächsischer Industrieller. Seine politische Karriere begann er zunächst im Nationalsozialen Verein Friedrich Naumanns, um sich dann der Nationalliberalen Partei und dem Alldeutschen Verband anzuschließen.

Im Jahr 1917 wurde er zum Fraktionsvorsitzenden der Nationalliberalen Partei im Reichstag nominiert. In den Jahren 1907 bis 1912, 1914 bis 1918 und 1920 bis 1929 war Stresemann Mitglied des Reichstages, bis 1918 als Abgeordneter der Nationalliberalen. Hier tat er sich während des Ersten Weltkriegs als Befürworter einer expansionistischen Kriegspolitik des Deutschen Reichs hervor, der auf einen deutschen Sieg und anschließende Annexionen setzte. In diesem Zusammenhang unterstützte er seit Januar 1917 den unbegrenzten U-Boot-Krieg; im Juli desselben Jahres sprach er sich gegen die Friedensresolution des Reichstags aus.

Als Gegner des Reichskanzlers Theobald von Bethmann Hollweg wirkte Stresemann während der Kriegsjahre im Innern auf dessen Sturz hin. Zugleich forderte er zur inneren Stabilisierung des Landes Verfassungsreformen und einen Ausbau der staatlichen Sozialpolitik sowie die Einbeziehung der SPD in die Staatsführung. Unmittelbar nach der Kriegsniederlage und Novemberrevolution von 1918 war er an der Gründung der Deutschen Volkspartei (DVP) beteiligt, deren Vorsitz er bis zu seinem Tod führte. Da er dem Außenpolitischen Ausschuss des Reichstages vorstand, konnte er nun erste Erfahrungen auf diplomatischer Ebene sammeln, die ihn zur Aufgabe seiner aggressiven Expansionsziele zugunsten einer realistischen Außenpolitik nach der Kriegsniederlage veranlassten.

Stresemann Konversion zur Realpolitik hatte seine Anerkennung des demokratischen Parlamentarismus und der Republik zur Folge. Unter seinem Vorsitz entwickelte sich die ursprünglich antidemokratische DVP zu einer staatstragenden Partei der Weimarer Republik. Am 13. August 1923 wurde Stresemann zum Reichskanzler und Außenminister einer Großen Koalition aus DVP, SPD, Zentrum und DDP nominiert. Wenige Wochen später eröffnete seine Regierung mit der Aufgabe des passiven Widerstands gegen die französisch-belgische Besetzung des Ruhrgebiets eine neue Versöhnungspolitik gegenüber den Siegermächten des Ersten Weltkriegs.

Im Innern schuf Stresemann Mitte November 1923 mit der Einführung der Rentenmark die Voraussetzung für die Konsolidierung der Staatsfinanzen. Jedoch führte die gegen die sozialdemokratisch-kommunistische Regierung in Sachsen vollzogene Reichsexekution durch den Austritt der SPD-Minister aus der Großen Koalition bereits am 30. November 1923 den Sturz von Stresemanns Regierung herbei. In der nachfolgenden Reichsregierung führte Stresemann als Außenminister den zuvor begonnenen Verständigungskurs vor allem gegenüber Frankreich fort. Der von ihm angestrebte Aufbau eines kollektiven Sicherheitssystems in Europa sollte zur Revision des Versailler Vertrags führen.

Die vom Außenminister der ersten deutschen Demokratie vertretene europäische Gleichgewichtspolitik blieb jedoch auf das Ziel der Wiederherstellung der deutschen Großmachtposition orientiert. Die bedeutendsten Stationen von Stresemanns außenpolitischen Wirken waren 1924 der Abschluss des Dawesplans zur Reparationsregelung, 1925 die Verträge von Locarno, 1926 die Aufnahme Deutschlands in den Völkerbund und der Berliner Vertrag sowie 1929 die Vorbereitung des Youngplans zur Regelung der Reparationsleistungen auf der ersten Haager Konferenz.

Für ihre Verständigungspolitik erhielten Stresemann und sein französischer Amtskollege Aristide Briand 1926 den Friedensnobelpreis.

Gustav Stresemann starb am 3. Oktober 1929 in Berlin.

NameGustav Stresemann

Geboren am10.05.1878

SternzeichenStier 21.04 - 21.05

GeburtsortBerlin (D).

Verstorben am03.10.1929

TodesortBerlin (D).

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