Biografie

Karin Struck

Die Schriftstellerin wurde mit ihrem Erstlingswerk "Klassenliebe" (1973) bekannt. Der Roman zählt zu den zentralen Werken der "Neuen Subjektivität". Darin ist von Selbstfindung und Selbstverwirklichung die Rede, ein Themenkomplex, der die meisten Titel von Karin Struck beschäftigte. Obwohl die Autorin oft Frauenfragen ansprach, waren ihre Bücher wegen ihrer Distanz- und Formlosigkeit in der Frauenbewegung nicht unumstritten. Dabei waren viele ihrer Stücke autobiografisch gefärbt. Ihren Schreibstil realisierte sie dabei in tagebuchartiger Form. Weiterhin war ihre Ausdrucksform von Subjektivität und Distanzlosigkeit geprägt...
Karin Struck wurde am 14. Mai 1947 im mecklenburgischen Schlagtow geboren.

Struck kam mit ihrer Familie im Jahr 1953 in die Bundesrepublik nach Westfalen. Ihr Vater arbeitete in verschiedenen Berufen, u. a. als Eisengießer und in der Textilindustrie. Sie legte 1966 in Bielefeld ihr Abitur ab. Ab dem Jahr 1966 studierte sie Germanistik und Romanistik an den Universitäten in Bonn, Bochum und Düsseldorf. In dieser Zeit trat sie der DKP, der Deutschen Kommunistischen Partei, bei und war aktives Mitglied. Sie engagierte sich für die Friedensbewegung. Mit dem Erfolg ihres ersten Romans "Klassenliebe", der sie 1973 als Schriftstellerin bekannt machte, gab sie ihre Dissertationsarbeit auf.

Sie ließ sich als hauptberufliche Schriftstellerin unter anderem im Taunus, in Münster, Hamburg und im westfälischen Billerbeck nieder. Strucks Werk steht im Zusammenhang mit der Frauenbewegung, die aus den Studentenbewegungen Ende der 1960er Jahre hervorging. Es war ein zentrales Anliegen der Schriftstellerin, über Selbstfindung und Selbstverwirklichung zumeist weiblicher Personen zu schreiben, das sie mit politischen gesellschaftlichen und sozialen Fragen verband. Dabei waren viele ihrer Stücke autobiografisch gefärbt. Ihren Schreibstil realisierte sie dabei in tagebuchartiger Form.

Weiterhin war ihre Ausdrucksform geprägt von Subjektivität und Distanzlosigkeit. In dem Erfolgsstück "Klassenliebe" befasste sich Karin Struck mit ihren inneren Konflikten und deren Aufarbeitung. Dabei waren ihre Herkunft aus dem Arbeitermilieu und ihr Bedürfnis nach Selbstverwirklichung relevant. In dem Roman werden ihre Erfahrungen während ihrer Entwicklung zur intellektuellen Persönlichkeit geschildert. In ihrer Suche nach Selbstfindung benutzte Karin Struck die Schreibtätigkeit als Lösungsweg, was dann auch den Bekenntnischarakter ihrer Texte und den Verzicht auf distanzierende Stilmittel ausmacht und ihr zeitgenössisches Werk zur "Neuen Subjektivität" zuschlägt.

Titel wie "Die Mutter" (1975) oder "Lieben" (1977) verbinden die Mutterschaft oder Sexualität mit mystischen Begründungen und stießen deswegen auf keine einhellig positive Rezeption in der Frauenbewegung. Geteilte Meinungen herrschten ebenfalls über den distanz- und formlosen Stil von Karin Struck und ihrer klischeeträchtigen Sprache. Aus der Reihe der autobiografischen Thematik fällt das Buch mit dem Titel "Bitteres Wasser" (1988), in dem ein Mann in der Ich-Erzählung die Themen Sexualität, Alkohol, Emanzipation und Selbstverwirklichung thematisiert. Ein weiterer Erfolg wurde ihr Roman "Blaubarts Schatten" (1991), in dem sie sich als grundsätzliche Gegnerin der Abtreibung darstellte.

Zu diesem Thema hielt die Autorin auch Vorträge und engagierte sich als bekennende Katholikin auch darüber hinaus gegen die Legalisierung der Abtreibung. Zu ihren weiteren Buchthemen gehören beispielsweise männliche und weibliche Sexualität, Erinnerung, Zukunft, Vater-Tochter-Konflikt und Friedensbewegung. Zu den weiteren Werken zählen unter anderem Titel wie "Trennung" (1978), "Die Herberge" (1981)," Kindheits Ende. Journal einer Krise" (1982), "Zwei Frauen" (1982), "Finale. Geschichte eines unentdeckten Pferdes" (1984), "Glut und Asche. Eine Liebesgeschichte" (1985), "Ich sehe mein Kind im Traum. Plädoyer gegen die Abtreibung" (1992), "Männertreu" (1992) oder "Ingeborg B. Duell mit dem Spiegelbild" (1993).

Karin Struck verstarb nach längerer Krankheit am 6. Februar 2006 in München.
1973
Klassenliebe

1975
Die Mutter

1977
Lieben

1977
Die liebenswerte Greisin

1978
Trennung

1981
Die Herberge

1982
Kindheits Ende

1982
Zwei Frauen

1984
Finale

1985
Glut und Asche

1988
Bitteres Wasser

1991
Blaubarts Schatten

1992
Ich sehe mein Kind im Traum

1992
Männertreu

1993
Ingeborg B. - Duell mit dem Spiegelbild

2003
Annäherungen an Ingeborg Bachmann
1973
Förderpreis der Stadt Düsseldorf

1974
Rauriser Literaturpreis der Stadt Salzburg für "Klassenliebe"

1975
Andreas-Gryphius-Preis der Künstlergilde Esslingen

1991
Lebensschutzpreis der Stiftung Ja zum Leben

NameKarin Struck

Geboren am14.05.1947

SternzeichenStier 21.04 - 21.05

GeburtsortSchlagtow (D).

Verstorben am06.02.2006

TodesortMünchen (D).