Biografie

Gustav Scholz

Der Sportler galt Ende der 1950er und Anfang der 1960er Jahre als erfolgreichster und populärster Boxer Deutschlands mit internationalen Erfolgen. Er hatte in der Zeit von 1958 bis 1961 den Europameistertitel im Mittelgewicht und 1964 im Halbschwergewicht inne. Er erzielte in 96 Profi-Kämpfen 88 Siege, 46 durch K.-o. bei 2 Niederlagen. Nach dem Ende seiner Sportkarriere machte "Bubi" Scholz als trinkender Partylöwe von sich reden. Gänzlich in die negativen Schlagzeilen geriet er, als er im Alkoholrausch seine Frau erschoss...

Bedeutende Vertreter des Boxsports
Gustav Scholz wurde als Sohn eines Schmieds am 12. April 1930 in Berlin geboren.

Nach seiner Schulzeit absolvierte Gustav Scholz eine Lehre als Feinmechaniker und als Koch. Seine Boxsportkarriere begann Scholz gleich als Profi und nicht wie die meisten anderen Boxer zunächst als Amateur. Die Profilaufbahn schlug er 1948 als Achtzehnjähriger ein. Drei Jahre später, 1951, wurde Scholz auf Anhieb deutscher Meister. 1952 bestand er zwei Verteidigungskämpfe erfolgreich. 1954 begab er sich nach Amerika, um dort eine Kampftournee zu absolvieren. Danach schied Scholz aus gesundheitlichen Gründen für eineinhalb Jahren aus dem Boxsport aus.

Ärzte hatten beim ihm Tuberkulose festgestellt, und der Sportler musste sich einer Sanatoriumsbehandlung unterziehen. 1957 nahm er dann entgegen ärztlicher Ratschläge sein Comeback auf. Er kämpfte gegen Peter Müller aus Köln und kürte sich durch einen KO-Sieg zum deutschen Meister im Mittelgewicht. Der Boxsport hatte Scholz, den alle nur Bubi Scholz nannten, zurück. Das Jahr 1958 brachte seinen größten sportlichen Erfolg in seiner bisherigen Laufbahn: Im Berliner Olympiastadion trat Scholz gegen den französischen Boxer Charles Humez an und sicherte sich mit einem Sieg den Europameistertitel im Mittelgewicht.

Den Zwölfrundenkampf vor einer Kulisse von 30.000 Zuschauern gewann der Berliner nach Punkten. Als Gage kassierte der Boxer damals 20.000 Mark. Bubi Scholz hatte seinen internationalen Durchbruch geschafft. Danach gelangen ihm drei Titelverteidigungen seines Europameistergürtels. 1962 trat Scholz zu seinem einzigen Weltmeisterschaftskampf im Halbschwergewicht gegen den US-amerikanischen Boxer Harold Johnson an. In dieser Begegnung verlor Bubi Scholz nach Punkten. 1964 kämpfte er gegen Guilio Rinaldi um die Europameisterschaft im Halbschwergewicht. Rinaldi wurde disqualifiziert und Scholz kassierte den Titel.

Im Jahr darauf hängte Bubi Scholz die Boxhandschuhe an den Nagel und beendete seine aktive Laufbahn. Zu seiner Bilanz zählen unter anderem der Titel des vierfachen Europameisters im Mittelgewicht, des Europameisters im Halbschwergewicht, insgesamt 96 Kämpfe, 88 Siege, davon 46 durch K.o., zwei Niederlagen und sechs Unentschieden. Noch während seiner aktiven Zeit hatte Scholz zusammen mit seiner Frau eine Parfümerie eröffnet. Doch diese Tätigkeit erfüllte ihn nicht. Nach dem Ende seiner sportlichen Laufbahn war Bubi Scholz als Schauspieler und Sänger tätig.

Darüber hinaus managte er ein Werbeunternehmen, mit dem er großen beruflichen Erfolg hatte. Er machte von sich hören durch seine öffentlichkeitswirksamen Auftritte besonders im Berliner Nachtleben. 1977 wurde Scholz wegen gefährlicher Körperverletzung verurteilt. 1980 kamen seine Lebenserinnerungen unter dem Titel „Der Weg aus dem Nichts“ heraus. 1984 erschoss er unter Alkoholeinfluss seine Frau. Bubi Scholz wurde wegen fahrlässiger Tötung und Verstoßes gegen das Waffengesetz zu drei Jahren Freiheitsstrafe verurteilt. 1987 wurde er vorzeitig aus der Haft entlassen. Er heiratete ein zweites Mal.

Im Jahr 1998 entstand ein Fernsehfilm über das Leben des Boxers Bubi Scholz unter dem Titel "Die Bubi-Scholz-Story" mit Götz George und Benno Führmann in den Hauptrollen. Das zweiteilige TV-Werk erhielt positive Kritiken.

Gustav "Bubi" Scholz starb am 21. August 2000 in Berlin.


Bedeutende Vertreter des Boxsports

NameGustav Scholz

AliasBubi Scholz

Geboren am12.04.1930

SternzeichenWidder 21.03 - 20.04

GeburtsortBerlin (D).

Verstorben am21.08.2000

TodesortBerlin (D).