Biografie

Golda Meir

Die ukrainische Emigrantin engagierte sich in der zionistischen Bewegung der USA und wirkte seit den 1920er Jahren an den Vorbereitungen zum Aufbau eines jüdischen Staates in Palästina mit, zu dessen Gründern sie 1948 zählte. In der Folge stieg Golda Meir zur führenden und charismatischen Politikerin der israelischen Arbeitspartei auf. Sie diente Israel als erste Botschafterin in Moskau (1948/49), als Arbeitsministerin (1949-1955) und als Außenministerin (1955-1965), bevor sie 1969 bis 1974 als Regierungschefin des jungen Staates amtierte...
Golda Mabovitch wurde am 3. Mai 1898 in Kiev (Ukraine) im russischen Zarenreich geboren.

Sie wuchs zunächst in Pinsk auf. Aufgrund der antijüdischen Ausschreitungen in Russland emigrierte die Familie jedoch 1906 in die USA, wo sie in Milwaukee (Wisconsin) ein kleines Geschäft aufbaute. Mit 14 Jahren riss Mabovitch von zuhause aus, um fortan in Denver bei ihrer älterer Schwester zu leben. Dort geriet sie 1915 in Kontakt mit einem sozialistischen Flügel der zionistischen Bewegung, der als "Poale Zion"-Bewegung in den USA für den Aufbau einer gleichberechtigten jüdischen Gesellschaft in Palästina eintrat. 1917 heiratete sie Morris Meyerson, dessen Name 1956 zu "Meir" hebraisiert wurde. 1921 wanderte das Paar nach Palästina aus, wo sie sich dem Kibbutz Merhavia anschlossen. 1922 wechselten sie nach Jerusalem, wo ein Jahr später das erste Kind, Menachem, geboren wurde.

Im Jahr 1926 folgte die Geburt von Sarah. 1928 wurde Meir zur Sekretärin des Arbeiterinnenrates des Histradut, der Jüdischen Arbeiterunion Palästinas, ernannt. Von 1932 bis 1934 war sie als Abgesandte der Frauenorganisation in den USA tätig. Sie trennte sich in dieser Zeit von ihrem Mann, der 1951 starb. Nach ihrer Rückkehr wurde Meir 1934 in das Exekutivkomitee des Histadrut aufgenommen und zur Leiterin der politischen Abteilung erhoben. Während des Zweiten Weltkriegs war sie Mitglied des Beratungsorgans für Kriegswirtschaft, das von der britischen Mandatsregierung für Palästina eingesetzt worden war. In den letzten britischen Mandatsjahren nach dem Krieg war Meir die bedeutendste Vertreterin der jüdischen Sache in Palästina. 1947/48 war sie aktiv an den Vorbereitungen zur Gründung des Staates Israel beteiligt. Sie gehörte zu den 25 Unterzeichnern der Unabhängigkeitserklärung vom 14. Mai 1948, die als Gründungsakt Israels gilt.

Als erste israelische Botschafterin in der Sowjetunion entsandte man Meir noch 1948 nach Moskau, wo sie bald die Emigration zahlreicher Juden nach Israel und in den Westen in die Wege zu leiten begann. 1949 kehrte Meir nach Israel zurück, wo sie sich fortan bis 1974 als Abgeordnete der Arbeitspartei (Mapai) in der Knesseth und auch in zahlreichen Regierungsfunktionen engagierte. Als Arbeitsministerin vollbrachte sie 1949 bis 1955 herausragende Fortschritte beim Aufbau eines Sozialsystems und der Schaffung von Arbeitsplätzen für die Massen von Immigranten. Im Jahrzehnt 1955 bis 1965 machte sich Meir als Außenministerin Israels einen anerkannten Namen auch auf internationaler Ebene. In dieser Funktion baute sie vor allem ein umfassendes Entwicklungsprogramm für afrikanische Staaten auf, mit denen Israel für lange Zeit eng zusammenarbeitete.

Im Jahr 1965 wurde Meir zur Generalsekretärin der Arbeitspartei erhoben, als welche sie in der Folge zur Vereinigung der drei Arbeitsparteien zur Israelischen Arbeitspartei beitrug. Am 7. März 1969 erhob man Meir in der Nachfolge des verstorbenen Eshkol zur Premierministerin Israels. Als Regierungschefin setzte sich die Politikerin für Verhandlungen und eine Friedenslösung mit der arabischen Welt ein. Zugleich lehnte sie jedoch Gespräche mit der PLO unter Jassir Arafat ab, da sie diese als terroristische Organisation betrachtete. Als erstes jüdisches Regierungsoberhaupt traf Meir zu Jahresbeginn 1973 mit Papst Paul VI. zusammen. Im Herbst hatte sie mit dem Yom-Kippur-Krieg eine schwere außenpolitische Krise zu meistern. Bei den Parlamentswahlen vom Dezember 1973 wurde die Arbeitspartei an der Regierung bestätigt.

Im Jahr 1974 legte Meir jedoch ihr Amt als Regierungschefin im Zusammenhang mit einer parlamentarischen Untersuchung der militärischen Vorgänge beim Yom-Kippur-Krieg nieder. In der Folge trat Meir jedoch weiterhin in der Öffentlichkeit und Publizistik als Fürsprecherin der israelischen Sache auf.

Golda Meir starb am 8. Dezember 1978 in Jerusalem (Israel).

NameGolda Meir

AliasMabovitch

Geboren am03.05.1898

SternzeichenStier 21.04 - 21.05

GeburtsortKiev (Ukraine)

Verstorben am08.12.1978

TodesortJerusalem (Israel)