Biografie

Götz Werner

Der deutsche Unternehmer ist Gründer der "dm-drogerie märkte", dessen Geschäftsführer er 35 Jahre lang, bis 2008, stellte. Weiter leitete Götz W. Werner von 2003 bis 2010 das Interfakultative Institut für Entrepreneurship an der Universität Karlsruhe. Als Geheimnis seines Erfolges stützt sich der bekennende Anthroposophauf eine anti-autoritäre, "dialogische Führung" in der Unternehmensleitung und auf ein innovatives Konzept bei der Ausbildung, das die Kommunikationspotenziale und das Einfühlungsvermögen der künftigen Mitarbeiter durch die obligatorische Teilnahme an einem Theaterworkshop gezielt fördert. Daneben ist er seit 2006 Präsident des EHI Retail Institute (EHI), Aufsichtsratsmitglied der GLS Gemeinschaftsbank und Vorsitzender der Initiative "Unternimm die Zukunft"; seit 2005 setzt sich Werner für ein bedingungsloses Grundeinkommen in Deutschland ein...
Götz Wolfgang Werner wurde am 5. Februar 1944 in Heidelberg geboren.

Seine Eltern betrieben dort ein Drogeriegeschäft. Nach dem Abitur absolvierte Werner von 1961 bis 1964 eine Ausbildung zum Drogisten. Im Anschluss daran war er für mehrere Handelsunternehmen in Wuppertal, Saarbrücken und Hannover tätig. Werner trat 1968 in den elterlichen Betrieb in Heidelberg ein. Wenig später musste die Drogerie jedoch Insolvenz anmelden, worauf er 1969 in die Großdrogerie Roth nach Karlsruhe wechselte. Seinem dortigen Arbeitgeber schlug er die Realisierung einer neuartigen Geschäftsidee, dem Discounter-Prinzip vor, das 1972 von Dirk Rossmann in Hannover erstmals in Deutschland verwirklicht wurde. Nachdem der Karlsruher Großdrogist den Vorschlag abgelehnt hatte, stieg Werner aus dieser Tätigkeit aus, um sich 1973 mit einem eigenen Drogeriegeschäft in Karlsruhe selbständig zu machen. Das Geschäft, das unter der Bezeichnung "dm" firmierte, setzte als "Drogerie-Markt" das Discounter-Prinzip um und fand bald zahlreiche weitere Filialen.

Im Jahr 1976 expandierte Götz Werner mit seiner "dm"-Kette bereits nach Österreich. Die Drogeriemarktkette "dm" betrieb bald mehr als 1.500 Filialen in neun europäischen Ländern und beschäftigte mehr als 20.000 Mitarbeiter. Dabei führten sie rund 12.000 Produkte, darunter rund 19 eigene Marken. Damit avancierte "dm" nach "Schlecker" zur zweitgrößten Drogeriemarktkette in Deutschland. Das Unternehmen zeichnete sich durch eine relativ große Autonomie der Einzelfilialen aus, die zum Teil ihr Sortiment und auch die Personalpolitik selbst bestimmen konnten. Werner hatte sich außerdem durch seinen bewusst unautoritären Stil der Unternehmensführung einen Namen gemacht, der sich auf den Grundsatz der "dialogischen Führung" stützte. Der Anthroposoph folgte in seiner Unternehmensführung den anthroposophischen Grundsätzen der Persönlichkeitsentwicklung. Zu diesem Zweck durchliefen die Auszubildenden bei "dm" ein Theatertraining, bei dem sie die Fähigkeit zur Kommunikation und Teamarbeit sowie Einfühlungsvermögen und Verständnis für die jeweils andere Position erlernten.

Für dieses Ausbildungskonzept erhielt Werner 2004 von der IHK Stuttgart den "Innovationspreis Ausbildung" und vom Deutschen Industrie- und Handelskammertag den "Initiativpreis Aus- und Weiterbildung". Im selben Jahr wurde Werner außerdem mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Neben seiner unternehmerischen Tätigkeit wurde Werner von 2003 bis 2010 als Leiter und Professor des Interfakultativen Instituts für Entrepreneurship an der Universität Karlsruhe tätig. Mit einem Vermögen von geschätzten 1,05 Milliarden Euro rangierte Werner 2005 auf Platz 78 unter den reichsten Deutschen. Seit 2005 setzt sich Götz Werner öffentlich für ein bedingungsloses Grundeinkommen in Deutschland, nach einem von ihm seit 1982 entwickelten Konzept, ein. Im November 2005 gründete er dazu die Initiative "Unternimm die Zukunft".

Im selben Jahr ehrte ihn der Bundesverband Deutscher Unternehmensberater (BDU) mit dem "BDU ManagerAward". Im Oktober 2005 wurde Werner im Rahmen der II. Bayreuther Dialoge mit dem erstmals vergebenen "Bayreuther Vorbildpreis" ausgezeichnet. Werner erhielt im Oktober 2008 die Auszeichnung Entrepreneur des Jahres 2008, Kategorie "Handel", von der Unternehmensberatungsfirma Ernst & Young. 2011 wurde er Kurator am IFF Institut für Familienunternehmen in Stuttgart. 2012 wurde Werner in die "Hall of Fame" des Manager Magazins aufgenommen. 2014 erhielt er den Deutschen Gründerpreis in der Kategorie Lebenswerk.

Der Unternehmer ist in zweiter Ehe verheiratet und hat sieben Kinder. Sein ältester Sohn Christoph (1973) gehört seit 2011 der erweiterten dm-Geschäftsführung an. Werner geht in der Freizeit seinem leidenschaftlichen Hobby dem Rudersports nach, den er früher regelmäßig betrieb und in dem er es 1963 sogar zum Deutschen Jugendmeistertitel im Doppelzweier gebracht hatte.


Menschen und Marken
Die 100 reichsten Deutschen

NameGötz Werner

Geboren am05.02.1944

SternzeichenWassermann 21.01 - 19.02

GeburtsortHeidelberg (D).